Der fiktive Neal Pollack lernte schon als Kind den Blues kennen. Er hörte die Gitarrenakkorde von Clambone Jefferson, einem archetypischen, mythischen Bluesmann, den Pollack für den Rest seines Lebens als Ursprung musikalischer Inspiration verehrte. Auf seiner Suche nach den Wurzeln wird Pollack zum unangepassten Rockjournalisten, dessen Artikel in Magazinen wie Hillbilly Hot Rag! und Broken Testicle immer wieder für Aufsehen sorgten. Er verführte Patti Smith und Joan Baez. Er entdeckte Kurt Cobain. Seine pharmazeutischen Extravaganzen ließen jeden Rockstar-Exzess zahm aussehen. Der echte Neal Pollack schafft es in diesem Roman, den Schreibstil vieler Musikjournalisten zu parodieren und gleichzeitig die Geschichte von Blues, Rock, Punk, Post-Punk und Post-Post-Punk mit Enthusiasmus - und Abscheu - zu erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.02.2005
Frank Schäfer hat diesen Rockroman, der sich um einen Musikkritiker dreht, der allen Größen der Rockgeschichte den nötigen Kick für ihre Bahn brechenden Werke gibt, mit höchstem Vergnügen gelesen. Dies ist keine Satire, wie der Verlag das Buch charakterisiert, sondern ein Gegenentwurf zur Realität, der zeigt, "wie Musikgeschichte hätte verlaufen müssen", damit die Musikkritik zu der Position käme, die ihr zusteht, so der Rezensent augenzwinkernd. Denn erst der Musikkritiker mit dem Namen Neal Pollack verhilft laut Roman Musikern wie Elvis, Lou Reed oder Iggy Popp zu ihren musikalischen Erfolgen, so Schäfer, der von den "ausgefuchsten und anspielungsreichen" Einfällen dieses "fulminant burlesken und derb grobianischen" Buches hingerissen ist. Auch die Übersetzung von Conny Lösch hat ihn durch ihr dem Original angemessenes "Rüpeldeutsch" vollkommen überzeugt, wie er lobt.
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