Mike Stocks

Weißer Mann fällt

Roman
Cover: Weißer Mann fällt
Diaphanes Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783037341254
Gebunden, 284 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anke Caroline Burger. Der ehemalige Polizeiunterwachtmeister R.M. Swaminathan ist seit dem allzu engagierten Verhör eines Äußerst Schuldigen Verdächtigen unfähig zum Sprechen ganzer Sätze, an den Rollstuhl gefesselt und zur völligen Passivität verurteilt. Nicht nur hat er von seiner mageren Frühpension seine Familie zu ernähren, obendrein ist er Vater von sechs Töchtern, die sich unaufhaltsam dem Alter ihrer Verheiratung nähern. Angesichts dieser bitteren Lage mögen Selbstmordversuche unter Zuhilfenahme von Fahrradflickzeug oder eines Eimers voll Wasser durchaus einen Ausweg bieten, doch auch hieran scheitert Swami.
Zunächst scheint es, als bestätige es nur den über ihm liegenden Fluch, dass ihm just am Tag der unter Dach und Fach zu bringenden Eheanbahnung seiner Ältesten ein Mann aus einem Hotelfenster heraus nahezu auf den Kopf fällt und zu seinen Füßen liegend stirbt. Damit wird Swami nicht nur zum Gespött der gesamten Stadt - zugleich gerät er per Zufall in ein Netz aus Polizeiintrigen, Verbrechen und Korruption, was die verzweifelten Verkuppelungsmanöver seiner Ehefrau ins Leere laufen lässt. Doch als sich weitere sonderbare Dinge ereignen, wendet sich das Blatt: Swami wird ohne jegliches eigenes Zutun von einem Tag zum anderen von Tausenden von Anhängern als Guru verehrt. Den Stand der Familienplanung verbessert dies gleichwohl nicht entscheidend, denn die Moderne in Gestalt der nächsten Generation funktioniert nach anderen (wenn auch nicht weniger exzentrischen) Regeln ?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2011

Mike Socks' Romandebüt "Weißer Mann fällt", in dem ein unter dem Pantoffel seiner Gattin stehender südindischer Polizeibeamter, durch einen Schlaganfall seiner Sprachfähigkeit beraubt, plötzlich als weiser Guru verehrt wird, hat den Rezensenten Alexander Müller offenbar gut amüsiert. Hier wird nicht nur eine lustige "Farce" aus dem zwischen Tradition und Moderne stehenden Indien geboten, sondern der schmale Grat zwischen Tumbheit und Erleuchtung, der entsteht, wenn man sich nicht äußern kann, herrlich beleuchtet, so der erheiterte Rezensent.
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