Kein Weichzeichner, keine Küsse im Sonnenuntergang, keine Violinen: Traurigkeit steht im Zentrum von Max Czolleks Gedichtband. Und mit ihr die Frage, wie wir zu dem wurden, als was wir heute enden. Von Friedrichshain bis Florida, Vancouver und Pompei, Prag und Tel Aviv: Überall begegnen uns Spuren vergeblicher Hoffnung, Zwischenlager für toxisch gewordene und verworfene Menscheitsvisionen. Und auch die Hoffnung, das zerstörerische 20. Jahrhundert hinter uns gelassen zu haben, erweist sich als vergeblich.
Beeindruckt ist Rezensent Björn Hayer von Max Czolleks Gedichtband. Von einer unbändigen Wut ist Czolleks Blick auf die von Krieg geprägte Gegenwart durchzogen, so Hayer, wobei aus den Versen weniger Sendungsbewusstsein als Ratlosigkeit spricht. Die Sprache selbst desintegriert angesichts der Schrecken der Welt, beschreibt der Rezensent, der Dichter wiederum liefert sich schutzlos den Abgründen der Gegenwart aus. Diese Haltung ist imposant, findet Hayer.
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