Matthias Griebel
August Kotzsch: Werkverzeichnis der Photographien
Landmann und Photograph in Loschwitz bei Dresden 1836-1910
Klappentext
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war das Elbtal bei Dresden wegen seiner landschaftlichen Schönheit ein beliebter Künstlertreffpunkt. In Loschwitz, das 1921 nach Dresden eingemeindet wurde, trafen sich namhafte Maler, Architekten und Komponisten zur Sommerfrische. Loschwitz war auch die Geburtsstadt und Wirkungsstätte von August Kotzsch (1836-1910), der als "Photograph des deutschen Biedermeier" und einer der frühesten Chronisten einer Epoche gilt, deren Kunst und Gesellschaft von ersten Einbrüchen der Industrialisierung in die heile Welt dörflicher Idylle geprägt waren. In den 1980er Jahren wiederentdeckt, wird August Kotzsch jetzt mit einem umfangreichen Werkverzeichnis gewürdigt, das mehr als 1000 Abbildungen enthält und in Zusammenarbeit unseres Hauses mit dem Ortsverein Loschwitz-Wachwitz e.V. und der Deutschen Fotothek entstand.
Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 06.06.2026
Rezensent Peter Richter blättert interessiert durch das hier nun editiert vorliegende Werkverzeichnis der Fotografen August Kotzsch. Kotzsch wurde 1836 in Loschnitz an der Elbe geboren und wollte ursprünglich Kunstmaler werden, was ihm aus finanziellen Gründen nicht möglich war. Stattdessen widmete er sich der damals noch jungen Kunst der Fotografie - und fertigte in und um Loschnitz Bilder an, die wiederum Kunstmalern als Vorlagen dienen sollten. Teils sind auch Statisten mit im Bild, oft jedoch widmete sich Kotzsch fotografischen Naturstudien. So nüchtern kommen die oft daher, dass sich Richter teils an die Konzeptkunst der 1960er erinnert fühlt. Auch der Wandel seines Heimatortes zum noblen Kurort findet sich in den Arbeiten dieses "frühneusachlichen Spätromantikers der Kamera" dokumentiert, staunt ein insgesamt ziemlich faszinierter Rezensent.
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