Khaled Kalifa

Der Tod ist ein mühseliges Geschäft

Cover: Der Tod ist ein mühseliges Geschäft
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018
ISBN 9783498047023
Gebunden, 224 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Arabischen von Hartmut Fähndrich. Khaled Khalifa ist ein syrischer Autor, der in Damaskus lebt. Hier spricht eine authentische Stimme aus Syrien. Er zählt zu den bedeutendsten arabischen Autoren und schreibt aus seiner Heimat, nicht aus dem Exil, wie viele seiner Kollegen. Die Bücher von Khaled Khalifa sind in Frankreich, Italien, Amerika und vielen anderen Ländern übersetzt. Dies ist sein erstes Buch auf Deutsch. Eine Reise durch Syrien der besonderen Art: Die drei Geschwister Fâtima, Hussain und Bulbul transportieren in Hussains Minibus ihren in einem Damaszener Krankenhaus verstorbenen Vater. Sein letzter Wunsch war es, in seinem Heimatdorf bestattet zu werden. Was in früheren Zeiten problemlos zu bewältigen gewesen wäre, wird im Krieg zur fast unlösbaren Aufgabe. Das Land ist durchsetzt von Straßensperren konkurrierender Kampftruppen. Eine Reihe skurriler Hindernisse stehen den Reisenden im Weg: An einem von Islamisten eingerichteten Checkpoint muss eine Religionsprüfung abgelegt werden. Und an einer anderen, von der staatlichen Armee aufgebauten Straßensperre, wird sogar der Leichnam für eine Weile inhaftiert, weil sich der Name des Vaters auf einer Liste gesuchter Personen befindet. Während der umständlichen, langen Autofahrt von Damaskus im Süden bis in das väterliche Heimatdorf nördlich von Aleppo hängen die drei Geschwister ihren Gedanken und Erinnerungen an das Familienleben nach.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2018

Angela Schader schnürt es die Kehle zu beim Lesen von Khaled Kalifas Roman. Das Versagen der zivilisierten Welt in Sachen Syrien wird ihr eindringlich bewusst, wenn der Autor eine Familie, die ihr Oberhaupt beerdigen möchte, auf Spießrutenlauf durch die Checkpoints des Landes zwischen Damaskus und Aleppo schickt. Die Willkür, Gewalt und Absurdität der Verhältnisse scheint auf, meint sie, staunend über Khalifas Fähigkeit, genaue Psychogramme seiner Figuren zu zeichnen. Eine zwingende Lektüre, die ein versiegeltes, versehrtes Land von innen zeigt, so Schader.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.04.2018

Cornelius Wüllenkemper bewundert Khaled Khalifas Mut, weiter in Syrien auszuharren und aufzuschreiben, was laut Rezenensent, als "Geist des inneren Exils" auch in diesem Text für den Leser spürbar ist - eine stille Revolution gegen den Krieg. Dass die Figuren in dem ersten auf Deutsch erscheinenden Roman des Syrers keine Helden sind, macht sie für Wüllenkemper erst greifbar. Die Geschichte um drei Geschwister, die ihren toten Vater an seinen Geburtsort überführen wollen und dafür eine Reihe von Bedrohungen an Checkpoints und in Bombardements zu überstehen haben, der Bericht aus einem zerstörten Land, wirkt auf den Rezensenten weder anklagend noch sentimental, sondern nüchtern bis zum Sarkasmus.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de