Julien Maret

Tirade

Roman
Cover: Tirade
Diaphanes Verlag, Zürich 2013
ISBN 9783037342466
Kartoniert, 87 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Jemand fällt und spricht zugleich, redet, singt, schwadroniert. Seine Lage ist riskant: Es ist ein Ich ohne Geschichte, ohne Zivilstand, das dennoch versucht, mit äußerster Genauigkeit und Intensität dem gerecht zu werden, was ihm zustößt und zugestoßen ist. Im Fallen reihen sich rasende Bilderfluchten eines Lebens aneinander, die in Echtzeit vor unseren Augen vorüberziehen. Und so entsteht die poetische Aneignung eines Lebens, ein parodierter Gesang. Von ferne grüßen, abgrundtief traurig und zum Totlachen, Lewis Carrolls Alice und Samuel Becketts Namenloser.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.07.2013

Für Samuel Moser macht dieser Autor ernst. Erfrischend, aber auch fordernd erscheint das Debüt von Julien Maret dem Rezensenten, weil es "beim Schreiben" beginnt, also am Anfang. Von dort geht es laut Moser fallend abwärts, bildhaft poetisch, meditativ analytisch, Sprache zertrümmernd. Respekt vor dem Übersetzer Christoph Roeber hat Moser und Lob für einen Autor, der ihm die Ausweglosigkeit des Ich im Text in wunderbaren "Verschlaufungen" vorführt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2013

Staunend, taumelnd und sehr beglückt kommt Jonas Hess nach der Lektüre dieses, was er kaum glauben mag, literarischen Debüts daher - wie passend, dass der Ich-Erzähler in diesem Roman anfangs und zum Ende im Fallen begriffen ist. Ein offenbar sehr dynamisches Buch hat der Rezensent gelesen, der von rigorosen philosophischen Meditationen genauso berichtet wie von völlig freien Sessions, in denen sich die Metaphern überschlagen und überall Neologismen aufblühen: Wahrlich ein dichter stream of consciousness, stellt Hess fest, der sich kopfüber in diesen "Sturzbach des Bewusstseins" stürzt, um sich darin im schwebenden Zustand an Auflösung von Bedeutung und Syntax zu laben. Leicht zu haben ist dieses vielfältig interpretierbare, im übrigen auch hervorragend übersetzte Buch bei aller poetischen Glätte zwar nicht, unterstreicht der Rezensent, doch lohnt es unbedingt, sich diesem offenen sprachlichen Experiment, das gerade nicht auf Beliebigkeit setzt, genussvoll auszuliefern.

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