Klappentext
In vielen Einträgen werden Schlüsselbegriffe linker Deutungshoheit dekonstruiert - von "unsere Demokratie" über "Hass und Hetze" bis "Energiewende", von "Fachkraft" über "Intersektionalität" und "Desinformation" bis "Femizid". Warum beschwören Politiker mantraartig die "Parteien der Mitte" und sind diese wirklich so mittig? Was meinen Journalisten, wenn sie "Haltung" bekennen? Welche politischen Strategien stecken hinter dem Begriff "Delegitimierung"? Was ist eine "gebärende Person", und warum nennt man sie nicht "Mutter"? Und weshalb spricht die Polizei lieber von "Streit", wenn es eigentlich um Kriminalität geht?Ein Wörterbuch für alle, die ihre Liebsten endlich davon überzeugen wollen, dass die neue "verordnete" Sprache oftmals zielgerichtet an der Wahrheit vorbeisegelt. Und für alle, die sich im linken Floskel-Wahnsinn nicht ganz so alleine fühlen wollen. Kurz: ein Standardwerk für alle, die dem linken Kulturkampf mit humoristischer Gelassenheit und argumentativer Schärfe begegnen wollen.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 11.05.2026
Zum gegenseitigen Verständnis tragen diese beiden Wörterbücher, die Rezensent Nils Schniederjann liest, auf jeden Fall nicht bei: Bei Pauline Voss und Julian Reichelt geht es vor allem um Polemiken zu Begriffen wie "Brandmauer" oder "Geschlechtsidentität", über den Begriff "Femizid" wird sich lustig gemacht. Nur selten gelingt es laut Schniederjann, tatsächliche Leerstellen des Diskurses auszumachen, etwa, wenn es um ein AfD-Verbot geht. Insgesamt ist der Band für den Kritiker grotesk: Gegen links wird mit aller Härte ausgeteilt, für Rechts absolute Meinungsfreiheit beansprucht. Die linke Replik darauf kommt von dem Pseudonym "Matthias Kurt" und liest sich wie mit KI geschrieben und ist auch nicht viel ausgewogener, findet der Rezensent - so werden hier etwa reale Einschränkungen der Meinungsfreiheit verschwiegen. Beide Polemiken kann er jedenfalls nicht ernst nehmen.
Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.04.2026
Eher lässig-verächtlich als ernsthaft alarmiert nimmt Rezensent Stefan Niggemeier das neueste Erzeugnis des "rechten Krawallmediums" Nius unter die Lupe. Das sich als Wörterbuch "der linken", angeblich den Diskurs vollständig dominierenden Sprache gebende Buch liefere dabei eine Ansammlung polemischer, gewollt bissiger Miniaturen, die die böse linke Agenda hinter Worten wie "E-Auto", "Experten" oder "Transfrau" entlarven wollen, sich dabei aber häufig nur an "Pappkamaraden" abarbeiten, findet Niggemeier: sich etwa über das Wort "Demokratieabgabe" (statt "Rundfunkbeitrag") aufzuregen, das eh keiner benutzt, scheint dem Kritiker überflüssig. Da hätten andere Wörter wie "toxisch" oder "Flüchtling" mehr Angriffsfläche für eine ernsthafte Kritik geboten, die das Buch aber nicht liefern könne. Stattdessen demontieren die Beiträge sich schon selbst, vermittelt Niggemeier: etwa, wenn Gloria von Thurn und Taxis sich "lustigerweise" über den Begriff der "Haltung" als aristokratisches Attribut beschwert, oder wenn die "gefährliche Spaltung" im Diskurs angeprangert wird, die der Nius-Verlag systematisch selbst betreibt, so Niggemeier. Dass das Buch trotzdem so erfolgreich ist, ist für ihn dabei keine Überraschung: rechte Ressentiments "in snackbarer Form" eben, schließt er.
Buch in der Debatte
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