Jon McGregor

Als Letztes die Hunde

Roman
Cover: Als Letztes die Hunde
Berlin Verlag, Berlin 2011
ISBN 9783827009807
Gebunden, 270 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Anke C. Burger. Robert ist tot. Er bot einer Gemeinschaft von alkohol- und drogenabhängigen Obdachlosen einen Schutzraum. Doch jetzt liegt er merkwürdig verrenkt auf dem Boden seines Wohnzimmers. Als Danny ihn in einer eisigen Winternacht zwischen Weihnachten und Neujahr findet, flieht er und sucht panisch die gemeinsamen Freunde, ihre Gemeinschaft der Versehrten. Was hier in vielen Rückblenden nachgezeichnet wird, ist eine Collage über das Leben der Ausgestoßenen. Sie erzählt die Geschichte von Danny, einem etwas naiven, sanftmütigen, heroinabhängigen Heimkind, das ganz und gar nicht für die harte Welt, in der es sich bewegt, geschaffen zu sein scheint; seines Kompagnons Mike, der versucht, mit Heroin seine Schizophrenie in den Griff zu bekommen, und von Ant, der seine Sucht und psychischen wie physischen Verwundungen von den Mohnfeldern des Kriegsschauplatzes Afghanistan mitgebracht hat. Es sind die Menschen, die uns täglich in der U-Bahn, in Unterführungen und auf der Straße um Geld oder etwas zu essen anbetteln, es sind die Junkies und Alkoholiker, die wir nur allzu gerne überhören und übersehen, denen Jon McGregor eine Stimme verleiht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.10.2011

Erspart bleibt der Rezensentin Angela Schader bei dieser Lektüre allenfalls ein verständnisheischender Gestus der bei einem solchen Thema sich häufig einstellenden Betroffenheitsprosa. Dass Jon McGregor sich auskennt im Milieu der verlorenen Seelen, der Erniedrigten und Beleidigten, der Junkies und Obdachlosen, der einsam Krepierenden, ist das Eine. Das Andere, von Schader hoch Gelobte, ist seine Fähigkeit, darüber zu schreiben, knapp, hart und sprunghaft, nie routiniert oder ordinär. Eine Schonungslosigkeit, die Schader als dem Metier angemessen erscheint, human überdies, auch oder gerade weil sie die Höllenkreise der Drogenszene dem Leser letztlich nicht begreiflich zu machen vermag.
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