"Stellen Sie sich Opus Dei vor als das Guinness Extra Stout - ein starkes Bier von sehr ausgeprägtem Geschmack, der eindeutig nicht jedem liegt". Der Journalist John Allen wagt einen interessanten Vergleich. Für seine Recherchen durfte er uneingeschränkt hinter die Kulissen dieses mysteriösen Geheimbundes blicken: Er besuchte die Zentren von Opus Dei, sprach mit Führenden und Mitgliedern, aber auch mit Menschen, die Opus Dei den Rücken gekehrt haben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.02.2007
Überaus nüchtern scheint Otto Kallscheuer dieses Buchs über die streng konservative, katholische Laienorganisation Opus Dei, das John L. Allen vorgelegt hat. Er schätzt den Autor als ausgewiesenen, eher liberalen Vatikankenner. Daher ist er fast ein wenig verwundert darüber, wie tendenziell unkritisch der Autor mit Opus Dei umgeht. Für die Organisation jedenfalls, die ihm für sein Buch Zugang zu Mitgliedern, Funktionären, Schriften, Unternehmen und Zentren gewährte, hat sich der Vertrauensvorschuss nach Ansicht Kallscheuers gelohnt. So betrachtet er das Buch eher als Dossier denn als "prägnante Analyse" und fügt hinzu, bei kritischer Betrachtung könne man es auch als Verharmlosung der Gefahren und Widersprüche werten, vor denen etwa das "Opus Dei Awareness Network" warne.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.05.2006
Fleiß und positive Empathie zeichnen für Rezensent Alexander Kissler diese Studie aus. John L. Allen schätze an Opus Dei die Kritik an einer "priesterzentrierten" Kirche. Die üblichen Argumente gegen Opus Dei führe der Autor zwar an, reagiere aber meist mit historischen Erklärungen, ohne Praktiken wie die Selbstgeißelung seinerseits zu bewerten. Die mangelnde Transparenz der Organisation allerdings, referiert der Rezensent, halte der Autor für reformbedürftig, da sie einer gefährlichen Mythosbildung Vorschub leiste. Opus Dei hat dies schon insofern korrigiert, bemerkt der Rezensent, als es dem Autor unbeschränkten Einblick gewährt hat. Zumindest, so der Rezensent, behauptet dieser einen solchen exklusiven Zugang für seine zwei Jahre dauernden Recherchen und Reisen. Als kongenialer "Leistungsethiker" liefere Allen jedenfalls die nötigen Zahlen sowohl zur ökonomischen als auch zur Mitgliedersituation von Opus Dei. Mit nur 650 neuen Mitgliedern pro Jahr wachse die Organisation dem Autor zufolge im "Schneckentempo".
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