In den bayerischen Bistumsarchiven befinden sich tausende von Pfarreibeschreibungen des 19. Jahrhunderts. Sie dienten als Informationsgrundlage für regelmäßige Visitationen und die periodisch veröffentlichten Bistumsbeschreibungen. Deshalb handelt es sich um eine Quelle, deren Bedeutung mit derjeniger frühneuzeitlicher Visitationsakten vergleichbar ist. Ihr serieller Charakter wurde von der Geschichtswissenschaft bisher aber nicht genutzt. Mit den Pfarreibeschreibungen der Jahre 1859/1861 besitzt das Bistum Regensburg eine grundsätzlich lückenlose Dokumentation pastoralliturgischer Zustände in einer wichtigen kirchlichen Umbruchphase zwischen dem Ende barocker Vielfalt und dem Beginn ultramontaner Uniformierung. Dabei spiegeln sich darin nicht nur kirchengeschichtlich relevante Entwicklungen, sondern auch solche von politik- und wirtschafts- sowie kulturgeschichtlicher Bedeutung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.01.2016
Was es hieß, um 1850 Pfarrer in Niederbayern zu sein, erfährt Rezensent Rudolf Neumaier aus den vom Historiker Johann Kirchinger herausgegebenen und eingeleiteten Pfarrbeschreibungen. Das Buch taugt zur Unterhaltung und zur Forschung gleichermaßen, findet Neumaier, der darin ein Panoptikum der niederbayerischen Provinz erkennt, gut geschrieben zudem. Es geht um moralische Verkommenheit und individuelle Schäfchenpflege in den Pfarreien und den kulturellen Wandel, dem sich die Kirche seinerzeit ausgesetzt sah, erläutert der Rezensent. Materialismus und Sittenlosigkeit sind als große Herausforderungen für die geistlichen Verfasser der Texte für Neumaier deutlich erkennbar.
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