Joachim Sartorius

Die Versuchung von Syrakus

Cover: Die Versuchung von Syrakus
Mare Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783866486768
Gebunden, 192 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Vor 2500 Jahren war Syrakus auf Sizilien für die Griechen das New York des Mittelmeers: Aischylos brachte hier Stücke zur Uraufführung, Platon reiste aus Athen gleich dreimal an, der Tyrann Dionysios ersteigerte die Lyra des Euripides, und die schmachtende Nymphe Arethusa versteckte sich im Papyrushain. Dass all das heute noch präsent ist, erfuhr Joachim Sartorius, als er Syrakus zu seinem zweiten Lebensmittelpunkt machte. An seiner Seite wandern wir mit Nymphen und Zyklopen durch Ortigia, die auf einer Insel liegende Altstadt, und treffen ganz heutige Barone, Polizisten, Künstler und Barbiere. Vor unseren Augen entfaltet Sartorius die Tiefe der sizilianischen Geschichte, das Neben- und Übereinander von Kulturen, Stilen und Lebenshaltungen und fügt Details der modernen und antiken, der barocken und der zeitgenössischen Welt zu einem impressionistischen Stadtbild von großer Leuchtkraft.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 15.07.2023

Sehr gern schlendert Rezensentin Elke Schlinsog mit Joachim Sartorius durch das sizilianische Syrakus. Schon lange ist der teilweise in Italien wohnhafte Autor Fan der Stadt, und in seiner literarischen Huldigung umarmt er einfach alles an ihr, erkennt die Kritikerin. Die Bewohner des gegenwärtigen Syrakus stellt er in exemplarischen Porträts vor und auch Syrakus-Fans der Vergangenheit, von Pindar bis Ernst Jünger, finden Erwähnung, so Schlinsog. Sartorius' liebendes Auge übersieht zwar gewisse Verfallserscheinungen des realen Syrakus; als kluge und assoziationsreiche Begleitlektüre legt die Rezensentin sein Buch gleichwohl jedem Sizilenbesucher ans Herz.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.07.2023

"Ansteckend" wirken Joachim Sartorius' Schilderungen über die italienische Insel Syrakus, meint der hier rezensierende Dichter Nico Bleutge. Mit den Augen "eines staunenden Kindes" streift der Autor durch die Stadt Syrakus, wo er nach dem Erhalten einer kleinen Erbschaft eigentlich eine geeignete Immobilie sucht, fasst Bleutge zusammen. Schnell, so Bleutge, taucht der Autor in die Geschichte der Stadt ab, welche in der Antike eine Metropole war, und kommt mit den Bewohnern der Stadt ins Gespräch. Bleutge wundert sich ein wenig, dass Sartorius nicht auf die Pandemie eingeht, die während seiner Reise den Tourismus in der Stadt einschränkte oder über seine eigene finanzielle Lage reflektiert, die ihm diese Reise erst ermöglicht, während die Armut der Insel beschreibt. Letztendlich wirkt es aber doch so, als hätte der Kritiker Sartorius gerne auf dieser Reise begleitet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023

Rezensentin Angelika Overath lässt sich durch Joachim Sartorius gerne von der süditalienischen Stadt Syrakus verführen. Kulturell wie historisch gibt es dort einiges für sie zu entdecken: Sizilianische Paläste, die Spuren des Stauferkönigs Friedrich II. und das in vielfältigen Blauschattierungen aufleuchtende Meer rund um die Altstadt Ortigia. Der Autor schwärmt so von seinem Gegenstand, dass die Kritikerin schon dabei ist, sich Reiserouten nach Syrakus rauszusuchen, doch auch negative und traurige Aspekte schildert er, Bausünden und die Gräber jener Kinder, "deren Geburt in ihr Todesjahr fiel." Trotzdem bleibt Sartorius "glücksanfällig" in der Schilderung von Menschen wie Kunstgegenständen und kann sich an diesem Ort erfreuen - wie auch die Rezensentin, die sich von der Lektüre mit Begeisterung anstecken lässt.
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