350 Fotografien. Katalog zur Ausstellung im Museum Ludwig Köln 2004 /2005. Herausgegeben von Bodo von Dewitz und Brooks Johnson. Der Amerikaner Abbe hat großartige Fotoreportagen veröffentlicht, aus Stalins Moskau, über die letzten Jahre der Weimarer Republik und von den Schauplätzen des Spanischen Bürgerkriegs. Besessen und unbekümmert näherte sich James Abbe den Diktatoren Europas - Hitler, Mussolini, Franco. 1932 bekam er als einziger Amerikaner die Erlaubnis, Stalin zu fotografieren. Bilder von den Beherrschern der Welt wurden zu seiner Spezialität - "Shooting Dictators is great fun", sagte er ironisch. Darüber hinaus knüpfte Abbe Kontakte zu russischen Filmregisseuren und Künstlern wie Sergej Eisenstein, Dziga Vertov und Vsevolod Meyerhold; seine Leidenschaft galt Film, Theater und dem Tanz, vor allem dem Geschehen hinter der Bühne. Viele seiner Aufnahmen, Porträts u.a. von Rudolph Valentino, Mae West, Josephine Baker und Charlie Chaplin, wurden zu Ikonen der modernen Bilderwelt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2004
Einen "ebenso klugen wie opulenten" Katalog hat der Göttinger Steidl Verlag begleitend zu der Ausstellung "Shooting Dictators" in Köln herausgegeben, schreibt Rezensent Holger Liebs. Darin sind die Arbeiten des Fotografen James Abbe zu finden, dem "rasenden Reporter", der neben Thomas Mann, Lillian Gish und den Tiller Girls 1932 auch als erster Fotograf Diktator Stalin porträtierte; es folgten Hilter, Mussolini, Franco. Diese "dankbaren" Motive und "entscheidenden Momente" der Weltgeschichte machten ihn "berühmt". So zum Beispiel das Bild einer Alltagsszene nach Hitlers Machtergreifung, das auf den Rezensenten zugleich "banal und gespenstisch" wirkt.
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