Eigentlich wollen Kayankaya und Slibulsky dem Gastwirt Romario nur helfen, zwei Schutzgelderpresser zu vertreiben. Doch dann liegen auf einmal zwei merkwürdig weiß gepuderte Leichen in Romarios Restaurant. Die Toten lassen Kayankaya keine Ruhe, und er macht sich auf die Suche nach ihrer Identität ? bis er selbst gesucht wird. Von einer Mafia, von der niemand weiß, woher sie kommt und wer ihr Chef ist. Sicher ist nur, dass es sich um die brutalste und kompromissloseste Gangstertruppe handelt, die sich über das Frankfurter Bahnhofsviertel je hergemacht hat. Und schließlich bekommt Kayankaya noch einen richtigen, das heißt: bezahlten Auftrag. Er soll eine Frau finden, die er in einem Videofilm sieht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2001
In Jakob Arjounis "Kismet", einem Wiederbelebungsepos seiner Erfolgsfigur Kemal Kayankaya, ist die frühere Qualität der Kayankaya-Romane einem soliden, aber auch austauschbaren Mainstream gewichen, findet Manfred Papst. Teilweise seien TV-Krimi-Elemente an die Stelle der einstigen Arjouni-Spezifika getreten: Schnoddrigkeit, Rhythmik und Genreparodie. In "Kismet" gerate der türkische Privatdetektiv, Verwandter von Philip Marlowe und Sam Spade, in die Fallstricke der organisierten Kriminalität und müsse sich mit viel Alkohol, coolen Sprüchen und Selbstironie durch einen rhapsodischen Plot wursteln. Der Handlung wegen braucht man "Kismet" aber nicht zu lesen, so der Rezensent. Wenig plausibel sei die Konstruktion, allzu lässig behandle Arjouni die Regeln der Logik, zu unverfroren setze er auf Effekte, Actionelemente und Klischees. Obzwar: Hohes Vergnügen bereitet dem Rezensenten der flapsige Arjouni-Sound, auch als treffender Situationsschilderer sei der Autor unterhaltsam. Auch die Milieuschilderungen findet der Rezensent meistens exakt geraten und die Dialoge zeigen, solange sie nicht Handlung zu transportieren hätten, viel Witz.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2001
Der Autor, meint Elke Schubert, beherrscht nahezu alles, was es zu einem guten Kriminalroman braucht: die packende Story, Situationskomik, eine liebevolle Skizzierung des Personals und die scheinbar beiläufig daherkommenden polemischen Kommentare. Auch in seinem vierten Krimi um den Privatdetektiv Kayankaya scheint der Autor die Zügel fest in der Hand zu haben. Dem Helden, so Schubert, widerfahre so ziemlich alles, was einem erfolglosen Detektiv mit einer Portion Ehre im Leib nur widerfahren könne. Und obgleich die Rezensentin das viele Blut (viel mehr als in den anderen Kayankaya-Romanen) in "Kismet" als Zugeständnis an veränderte Zeitumstände erkennt und den Helden sich auf dem schmalen Grat zwischen Gut und Böse balancieren sieht, will sie diesen keinen Nihilisten und den Roman einen "im guten Sinne klassischen Krimi" nennen.
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