Texts by and about / Texte von und über Jack Smith.
Alexander Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783895816222 Broschiert, 300 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Herausgegeben und mit einer Einleitung von Marc Siegel. Aus dem amerikanischen Englisch von Benjamin Dittmann-Bieber und Gregor Runge. Für John Waters war Jack Smith "der einzig wahre Underground-Filmemacher". Der Theatermacher Richard Foreman nannte ihn "die verborgene Quelle von praktisch allem, was im experimentellen amerikanischen Theater von Interesse ist" - Jack Smith inspirierte unter anderen Laurie Anderson, Robert Wilson, Cindy Sherman, Nan Goldin und die Transkünstlerin Anohni. Er arbeitete mit Musikern wie John Zorn und war eine Schlüsselfigur für die Entwicklung der New Yorker Queer- und Drag-Underground-Performances der 1960er- bis 80er-Jahre. Smiths Kunst und Lebensstil beinflusste auch die deutschen Experimentalfilmemacher Wilhelm und Birgit Hein oder Katharina Sieverding und Klaus Mettig; seine queere Performance-Ästhetik hat ihn zu einem wichtigen Bezugspunkt für kritische Schriften zum Phänomen des Camp gemacht, von Susan Sontag bis Diedrich Diederichsen und der Philosophin Juliane Rebentisch. Der größte Teil seines schriftlichen Werks, das Performance-Texte und Essays über Film und Kunst, pornografische Fantasien, Manifeste und Statements umfasst, erscheint nun erstmals auch auf Deutsch. Mit Beiträgen von Bertolt Brechts Sohn Stefan Brecht, dem Smith-Forscher Jim Hoberman, Jonas Mekas und Susan Sontag; ferner Fotos und Dokumente, die Smiths Aufenthalt im Köln der 1970er-Jahre und im Hamburg der frühen 1980er-Jahren dokumentieren, sowie einem einführenden Essay des Filmwissenschaftlers Marc Siegel.
Rezensent Frédéric Valin stellt in seiner Besprechung den Filmemacher Jack Smith vor, der besonders in den 1960er- und 1970er-Jahren für Aufsehen gesorgt hat: So zum Beispiel mit seinem Film "Flaming Creatures", den Valin kurzerhand als eine Art "asexuelle Orgie" bezeichnet. Zu sehen gebe es vor allem ein Gewimmel aus Körperteilen und glitzerigen Stoffen, dennoch habe es ein Verbot wegen Pornografie gegeben. Susan Sontag hat den Film gefeiert, lesen wir, Smith hat den Camp mitbegründet. Der Kritiker entnimmt den hier versammelten Texten von und über den Filmemacher auch, dass ihm das Konzept der "Moldiness", des Schimmlig-Patinahaften, wichtig war, um das er mit Methoden von Camp und Drag oszillierte. Für Valin ist das Filmverständnis Smiths, in dem es immer auch um Liebe und Spiel ging, gerade in unserer AI-durchtechnologisierten Welt besonders wichtig.
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