Ilija Trojanow erzählt, wie die Menschen leben: in dem nicht zur Ruhe kommenden Afrika, in den alle Vorstellungen sprengenden Megacitys Indiens oder in anderen Ländern Asiens, die von Naturkatastrophen heimgesucht und von politischen Umwälzungen bedroht werden. Aber auch Bulgarien, das Land seiner Geburt, nimmt Trojanow unter die Lupe - seine Schilderungen der alten Seilschaften in neuer Verkleidung lesen sich wie moderne europäische Gruselgeschichten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.04.2008
Ilija Trojanow ist in der Welt zuhause und erstattet von unterwegs den Daheimgebliebenen Bericht. Versteht man den Rezensenten Christoph Bartmann richtig, dann ist die Welt von Bombay bis Nairobi dabei niemals Projektionsfläche von Exotismen, und zwar ganz programmatisch nicht: All jenen, die sich beim Fremden bedienen, ohne sich einzulassen, gilt, ganz im Gegenteil, Trojanows ausdrückliche Kritik. Er ist vielmehr für die Symmetrie der Verhältnisse und erkennt in einer überall, wenn auch jeweils anders, anzutreffenden Hybridisierung das Allgemeine einer global differenzierten Gegenwart. Christoph Bartmann vermag diese Einstellung zwar nicht als Allheilmittel für die Probleme zu begreifen. Daran, dass er lesend ausgesprochen gerne mit Trojanow in den unterschiedlichsten Weltgegend unterwegs ist, ändert das aber nichts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2008
Ilija Trojanow ist in Weltgegenden zuhause, die unsereinem nichts als Fremde ist. Wo wir uns nur als Touristen bewegen - staunend oder auch nicht -, in Afrika, Asien, in der Savanne und im Dschungel, da ist Trojanow, stellt Jakob Strobel y Serra fest, "mit größter Selbstverständlichkeit" unterwegs. Darum erscheint ihm nichts exotisch, der Autor versteht sich als "Empiriker" und "skeptischer Forscher". Im vorliegenden Band sind nun kürzere, bei Gelegenheit entstandene Texte, Essays und Reportagen versammelt, die zuvor meist anderswo erschienen sind. Die Qualität ist gemischt, so Strobel y Serra, ein wenig habe das Buch deshalb den Charakter eines "Resteessens". Und doch: Der Rezensent hat das offenkundig mit großem Interesse gelesen, bewundert die "Achtung vor dem Menschen", die Trojanow allermeist demonstriert. Immer und deshalb auch hier lasse sich bei ihm etwas lernen über Welten, von denen so genau und so frei vom Klischee man sonst so schnell nichts erführe.
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