Snuff Porn. Wahnsinn. Ketamin. Furries. Hormone. UFOs. Erleuchtung. Schlaf. - Was bedeutet es, wenn Queerness zur Allegorie wird? Was, wenn wir die ekstatische Überschreitung der Realität, die mit der "Ontologie" des Transsexuellen verbunden ist, nicht als bloße Metapher, sondern als Aufgabe betrachten? R-O-N=O erzählt vom harten Sich-selbst-finden und -erfinden, von Menschen, die im transformativen Dunst von Poppers, bei entfernten Freunden und Doppelgängerinnen digitaler Gemeinschaften Zuflucht suchen. Zwischen Eskapismus und künstlerischer Invention, in Supermärkten und quasi-religiösen Chatforen treffen wir Charaktere, die in der Fremdheit des Tier-Seins Schutz finden, deren Fursuits und Personas die Faktizität der Wirklichkeit negieren und überschreiten, als würde dich die Finsternis wie ein schützender Mantel umgeben.
Rezensent Maximilian Mengeringhaus fragt sich, warum der Roman von I. V. Nuss eigentlich noch als Roman firmiert. Alles im Text schreit doch nach fluiden Grenzen, vor allem nach der Vermengung von Fakt und Fiktion, findet er. Die Protagonistin, gefangen im Transpessimissmus, zwischen Gewaltfantasien und finsterem Humor, Drogen und Schulden, macht einen Transformationsprozess durch, der es in sich hat, erklärt Mengeringhaus. Die kurzen Kapitel berichten davon in Form der Selbstanrede, so der Rezensent, der sich auch über auftauchende Geister und UFOs nicht wundert. Allerdings erkennt Mengeringhaus mehr darin als einen verspielten Schlüsseltext, da aktuelle Themen wie Wohnungsnot, Selbsthass und queere Subkulturen verhandelt werden.
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Christine Wunnicke: Wachs Schauplatz ist Frankreich im 18. Jahrhundert, das vorrevolutionäre und das überaus revolutionäre. Und es lieben sich zwei Frauen, die verschiedener nicht sein könnten: Marie…