120 Minuten. Sprecher: Maria Becker und Will Quadflieg. Heinrich von Kleists "Penthesilea" hat lange Zeit Ratlosigkeit, Abwehr und gar Abscheu hervorgerufen. Nicht nur Goethe, dem Kleist sein Trauerspiel "auf den Knien (s)eines Herzens" andiente, mokierte sich über das Stück und teilte höflich abwehrend mit, dass er sich damit "noch nicht anfreunden" könne. Selbst in Kleists Freundeskreis gab es wenig Verständnis für dieses Drama, das alle guten Sitten und überlieferten ästhetischen Maßstäbe sprengte. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, mit dem Eintritt in den Expressionismus, wendete sich das Blatt. Penthesilea erschien als ein "Muster titanischen Ringens", Kleist als ein Vorläufer der Moderne. Es dauerte fast 70 Jahre, bis das Stück zum ersten Mal auf die Bühne kam.
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