Mit Illustrationen von Rotraut Susanne Berner. Die Oper spielt auf einem Hühnerhof. Dort gibt es ein Hühnchen mit einem großen Freiheitsdrang und allen möglichen Flausen im Kopf: schwimmen möchte es lernen (wie die Enten), fliegen (wie der Adler) und, wenn es groß ist, goldene Eier legen. Lächerlich, finden die Alten. Aber das Hühnchen lässt nicht locker, gräbt sich ein Loch unterm Zaun hindurch ins Freie, und irgendwann sind die Alten soweit: sie wollen auch die Freiheit ausprobieren. Von da an wird es auf dem Hühnerhof nie wieder sein wie früher. Kein Huhn wird sich mehr einsperren lassen. Das haben sie alles dem Hühnchen zu verdanken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 24.11.2004
Eine Hühneroper mit eintausenddreihundertdreiundreißig mitwirkenden Federviechern, das gab's wohl noch nie, und die Rezensentin Sigrun Beck ist derart angetan von diesem Bilderbuch, dass sie sogleich eine musikalische Realisierung des Werks einfordert. "Ganz märchenhaft", aber auch tragisch und lehrreich ist die Geschichte, die das Leben auf einer Hühnerfarm zum Ausgangspunkt hat. Die eingesperrten Hühner möchten endlich in Freiheit scharren und auf einer Stange schlafen. Einem kleinen Hühnchen gelingt die Flucht, kehrt nach allerlei Abenteuern zurück zu den Mithäftlingen und am Ende schaffen es die Hühner, ihr Leben zu verändern. "Stimmig und nicht ohne Witz" erzählt die Autorin, die auch die negative Realität des nicht eben lustigen Lebens auf einer Hühnerfarm schildert. Ach ja, die gewünschte Opernfassung ist derzeit in Arbeit, weiß die damit letzten Endes rundum zufriedene Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2004
Die Rezensentin Christina Thurner ist gerührt von dieser unaufdringlichen, schönen und utopischen Geschichte über ein Huhn, das hoch hinaus will - auch wenn die Geschichte auf kritische Leser ihrer Meinung nach etwas an den Haaren herbeigezogen wirken kann. Die eigentliche Geschichte ist zwar nicht neu, die hat die Autorin Hanna Johansen schon 1998 in einem Bilderbuch erzählt. Was diesmal jedoch anders ist: Das Märchen wird als Geschichte in der Geschichte erzählt, den Rahmen liefert eine Aufführung in der Hühneroper. Das führt nach Meinung der Rezensentin zu unterhaltsamen Resultaten, denn durch die "theatralische Inszenierung" wird die Kernhandlung "immer wieder lustvoll durchkreuzt, raffiniert überlagert und witzig kommentiert."
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