Herausgegeben von M. Boeckl. Günther Domenig ist einer der bedeutendsten lebenden Architekten Europas. Bei der 9. Internationalen Architekturbiennale 2004 in Venedig wurde sein Nürnberger NS-Dokumentationszentrum mit dem Preis für das beste Projekt seiner Kategorie ausgezeichnet. Sein T-Mobile-Bürohaus in Wien erregte wegen seiner eruptiv aufbrechenden Baukörper ebenso große internationale Aufmerksamkeit. Und sein legendäres "Steinhaus", ein privates Idealprojekt eines Künstler- und Architektenhauses am Kärntner Ossiachersee, ist in Insiderkreisen längst als einer der konsequentesten und aufwendigsten Demonstrativbauten einer dynamischen Architekturauffassung bekannt geworden. Das Buch bietet erstmals einen Überblick über Domenigs gebautes Werk der vergangenen Jahrzehnte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2005
Vor kurzem erst habe Günther Domenig mit einem "beinahe schwebenden" Bürohaus eines der wichtigsten Wiener Gebäude der letzten Jahrzehnte geschaffen, weiß Rezensent Paul Jandl. "Recent works" dokumentiere Domenigs "allmählich klassisch" werdende Phase bis zur Gegenwart, vergesse aber nicht seine Anfänge als Kopf der avantgardistischen "Grazer Schule" in den sechziger Jahren. Jandl sieht gerade in dieser frühen Architektur wie dem Sparkassenbau in Wien den Beweis für die "Haltbarkeit" von Domenigs Formensprache, "postfunktionalistisch und expressiv". Der Herausgeber Matthias Boeckl weise in einem "klugen Essay" auf die unverwechselbaren und wiederholungsfreien Qualitäten von Domenigs Architektur hin. Sie sei, so der Rezensent, immer frei von "postmodernen Tändeleien und Schwindel mit dem Symbolischen" gewesen. Wenn Domenig überhaupt "dekonstruiere", dann zum Beispiel im "Steinhaus" am Ossiacher See, wo die Natur die Konstruktion vorgebe. Für Jandl offenbart sich bei dieser "Hausskulptur" die "leichte Kunst der Stein".
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