Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.12.2000
Nikolaus Piper stellt in seiner Rezension klar, dass dieses Buch "ideologisch voreingenommen ist und daraus auch gar keinen Hehl macht", weil hier für die "radikalliberale" amerikanische Marktwirtschaft eingetreten wird und nicht für die in Deutschland favorisierte soziale Marktwirtschaft. Das findet Piper jedoch nicht weiter schlimm, solange sich der Leser dessen bewusst bleibt, und dann erwarte ihn durchaus eine "spannende und wichtige Lektüre". Gut gefällt dem Rezensenten, dass hier zu vielen Stichworten etwas zu erfahren ist, über die man hierzulande nur selten etwas lesen kann, etwa über die "radikal-kapitalistische Philosophin" Ayn Rand oder auch über den deutschen Ökonomen Franz Oppenheimer. Aufschlussreich findet Piper auch das, was in diesem Lexikon weggelassen oder nur knapp behandelt wurde (als Beispiel dafür nennt der Rezensent u.a. Karl Marx, John Maynard Keynes oder den Nobelpreisträger Paul Samuelson). Allerdings wird so manche Lücke - gerade was die deutsche Wirtschaftsgeschichte betrifft - vom Herausgeber der deutschen Fassung, Detmar Döring, wiederum geschlossen, so Piper. Insgesamt eine "Fundgrube für Ökonomen" - sofern man das Buch mit der gebotenen Distanz in die Hände nimmt, lautet das Fazit des Rezensenten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2000
Otto Graf Lambsdorff hält diesen Band für ein mutiges Buch und begrüßt es sehr, dass es nun auch in Deutschland erhältlich ist. Mutig deswegen, weil Foldvary hier mit ansteckender Begeisterung nicht einschränkend von "sozialer" Marktwirtschaft spricht, sondern von der "freien" Marktwirtschaft - ohne dabei jedoch ethische Aspekte unberücksichtigt zu lassen. Dass der Autor bisweilen subjektiv argumentiert, tut nach Ansicht des Rezensenten der Qualität des Buchs keinen Abbruch. Der Band sei "sachlich und zugleich engagiert" und helfe mit Argumenten, die Vorteile der Marktwirtschaft plausibel zu machen. Als Nachschlagewerk findet es Lambsdorff sowohl für Laien als auch für Fachleute durchaus empfehlenswert. Lambsdorff betont, dass der Herausgeber sinnvollerweise ergänzende Beiträge angefügt hat, da sich die ursprüngliche Fassung an amerikanische Leser richtete, die "radikalere Thesen gewöhnt sind" als das deutsche Publikum. So finden sich Einträge über Wilhelm Röpke, über Ludwig Erhard bis hin zu den Thesen des Ordo-Liberalismus. Eine Besinnung auf die "liberale Tradition" in Deutschland findet Lambsdorff durchaus wünschenswert, weil dies den "Mut zur Marktwirtschaft hierzulande beflügeln könnte.
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