Eui-kyung Kim
Hello Baby
Roman

Blumenbar Verlag, Berlin 2025
ISBN 9783351051280
Gebunden, 223 Seiten, 22,00 EUR
ISBN 9783351051280
Gebunden, 223 Seiten, 22,00 EUR
Klappentext
Aus dem Koreanischen von Inwon Park. Sechs Frauen, ein Kampf: Munjeong und ihre fünf Mitstreiterinnen lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen. Sie alle sind getrieben von dem Wunsch nach einem Baby, der sich auf natürliche Art nicht erfüllen will. "Hello Baby" heißt der Gruppenchat, in dem sie sich gegenseitig beistehen. Bis eine von ihnen, die 46-jährige Jeonghyo, plötzlich offline geht und spurlos verschwindet. Ein Jahr später taucht sie auf mysteriöse Weise mit einem Baby wieder auf ...Sechs unfruchtbare Frauen finden sich im blinden Fleck der Gesellschaft wieder, ihr Kampf schweißt sie in einer Freundschaft wider Willen zusammen.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.11.2025
Kim Eui-kyung hat, findet Rezensent Steffen Gnam, einen vielschichtigen Roman über ein komplexes Thema geschrieben, nämlich über Mutterschaft in Südkorea, dem Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt. Der Name des Romans ist auch der einer fiktionalen Chatgruppe im Roman, lesen wir bei Gnam, darin unterhalten sich Patientinnen einer koreanischen Kinderwunschklinik, die Geschichte von sechs dieser Patientinnen lernen wir näher kennen. Eui-kyung thematisiert hier kulturelle Tabus und patriarchale Zwänge in der koreanischen Gesellschaft, gelegentlich gibt es auch humoristische Einsprengsel. Feministisch ist dieses starke Buch in jedem Fall, meint der Rezensent, das Motto ist "weibliche Schicksalsgemeinschaften, Solidarität und Schwesternschaft" - außerdem gibt es für einige der Figuren durchaus Hoffnung auf ein besseres, freieres Leben.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 30.05.2025
Rezensentin Marie Schoeß lässt sich von Kim Eui-Young in eine Kinderwunschklinik in Seoul entführen, in der Frauen zwischen 37 und 44 versuchen, schwanger zu werden. Das Thema findet die Kritikerin durchaus interessant, gerade wenn die Autorin die "Widersprüchlichkeit moderner Familienplanung" bildgewaltig fasst: Etwa, wenn sie eine ganze Armee von Frauen mit Laptop auf dem Bauch die Nächte in der Klinik durcharbeiten lässt. Auch die Verbindung von privaten Schicksalen und gesellschaftlichen Fragen, die Eui-Kyung mit der Vielzahl ihrer Figuren aufwirft, funktioniert für Schoeß. Sprachlich reißt der Roman die Rezensentin allerdings nicht vom Hocker: Viele Sätze und Bilder hat sie einfach schon "100-fach gelesen".
Kommentieren
