Enrique Metinides

101 Tragödien des Enrique Metinides

Cover: 101 Tragödien des Enrique Metinides
Kehrer Verlag, Heidelberg 2012
ISBN 9783868283334
Gebunden, 192 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und mit einer Einleitung von Trisha Zeff. Zum ersten Mal präsentiert dieser Band Enrique Metinides' persönliche Auswahl von 101 Schlüsselbildern aus seinem Leben als Fotojournalist in Mexiko: Tatorte und Unfallszenen, aufgenommen für Lokalzeitungen und die wegen ihres blutigen Inhalts als "Nota Roja" (rote Seiten) titulierte Boulevardpresse. Seine Fotografien, die gelegentlich mit denen von Weegee verglichen wurden, sind packend, direkt, manchmal schockierend und immer authentisch. Jedem Bild ist ein Text beigestellt, in dem Metinides das Dargestellte aus seiner Sicht erläutert. Seine Schilderungen des Lebens in den Straßen und seiner Protagonisten, der Trauer der Familien, der Kriminellen und der heroischen Helfer offenbaren viel von dem Menschen hinter der Kamera. Das Buch zeigt auch zahlreiche, von Metinides gesammelte, originale Zeitungsseiten mit seinen Aufnahmen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2013

Der Fotoreporter Enrique Metinides hat fünfzig Jahre lang für die Zeitung "La Prensa" in Mexiko-Stadt Unfälle, Brände und Tatorte abgelichtet, berichtet Freddy Langer. Die Fotografien in "101 Tragödien" sind eigentlich nur deshalb erträglich, weil sie unheimlich artifiziell wirken, erklärt der Rezensent, man habe das Gefühl, einen Kinofilm im Standbild zu sehen. Metinides geht es nicht so sehr um Detailaufnahmen von Leichen, Wundern oder Metallschrott, sondern er versucht, das Geschehen in seinen Kontext einzubetten, damit das Foto selbst Hinweise über den Hergang des Unglücks geben kann, beschreibt Langer. Dem Rezensenten drängt sich die Frage auf, wo die Grenze zwischen Informationspflicht und Schaulust verläuft und ob nicht auch Tote ein Recht auf eine gewisse Privatsphäre haben. Bei einem der letzten Bilder des Bandes schlägt bei einem Brand den Feuerwehrleuten eine Stichflamme entgegen, in der man deutlich Augen, Nase und Mund zu erkennen meint - der Schritt "von der Sensation zur Sinnfrage" ist nicht weit, findet der Rezensent.
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