Eberhard Rathgeb

Unser Alter

Roman
Cover: Unser Alter
Droschl Verlag, Graz 2022
ISBN 9783990591147
Gebunden, 112 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

"Wann beginnt das Alter?" - Eberhard Rathgeb wirft in "Unser Alter" einen schonungslosen und zugleich empathischen Blick auf das Altwerden und verkneift sich dabei nicht das ein oder andere Augenzwinkern. Philosophisch und realitätsnah beschreibt er den Alltag eines Jedermanns. Der weite Denkhorizont des namenlosen Mannes hängt über seiner kleinen, beschaulichen Lebenswelt: Er lebt allein, hat eine Freundin, mit der er Nachrichten schreibt, sich zum Spazierengehen verabredet und zu Gesprächen trifft; er denkt über den Vitalismus und das Stürmen und Drängen der jungen Tiere nach und wird sich der eigenen Fragilität und Endlichkeit bewusst. So wie es körperlich zwickt und ächzt, so knarzig ist seine Art. Der geistige Widerstand, das Aufbegehren und Festhalten am Leben bestimmen seine Denkweise. Es entsteht bei uns Leser*innen eine Nähe und Intimität, die das Miterleben zu einem Mitfühlen werden lässt. Mit Klarsicht und Scharfsinn, Ernst und Humor sieht er auf das Vergangene und Kommende. Existentiell, aber nicht fatalistisch.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2022

Rezensentin Kim Maurus meint zunächst, "Erhellendes" übers Älterwerden aus Eberhard Rathgebs Roman zu erfahren. So scheint ihr die Geschichte um einen Mann im Rentenalter, der nicht mehr viel macht, außer zur Physiotherapie zu gehen und selten Freunde zu treffen, anfangs manchmal noch "belustigend tiefsinnig" - etwa, wenn der Protagonist über das Recht seiner Physiotherapeutin auf frische Socken sinniert. Doch dann geht ihr das Buch schnell in eine zu "pessimistische" Richtung: Wie der Protagonist langsam einen Hass auf alle jungen Menschen entwickle und sich ausgiebig darüber auslasse, was für eine "intellektuelle Zumutung" sie seien, sei vielleicht authentisch, macht der Kritikerin aber keinen Spaß zu lesen. Letztlich erzähle Rathgeb das Klischee des alten, dauerunzufriedenen Mannes - genau so wolle man nicht werden, schließt sie.
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