Aus dem Italienischen von Percy Eckstein und Wendla Lipsius, bearbeitet von Julika Brandestini. Mit einem Nachwort von Maike Albath. Der junge Offizier Giovanni Drago verwartet auf einer abgeschiedenen Festung in der Tatarenwüste sein Leben, sie wird ihm Sinn und sie wird sein Schicksal... Am Vortag von Mussolinis Kriegserklärung im Juni 1940 erschienen, damals ein von Albert Camus bewundertes Kultbuch, ist "Die Tatarenwüste" Dino Buzzatis überwältigende existenzialistische Lebensparabel. Deren magisch reale Bilder entfalten einen Sog, der die absurde Fatalität dieser tatarischen Fata Morgana, wo sich die Jahre entleeren, Wirklichkeit werden lässt. Die Wiederentdeckung eines vergessenen italienischen Autors: Die Meditation eines Moralisten über die Vergänglichkeit des Lebens.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2013
Hubert Spiegel freut sehr sich über diesen Versuch der Anderen Bibliothek, Dino Buzzatis Roman "Die Tatarenwüste" dem deutschsprachigen Publikum doch noch nahezubringen - gerade weil schon viele daran gescheitert sind. Eine kleine Warnung spricht der Rezensent allerdings aus: wer männlich und im mittleren Alter ist, für den sei Buzzatis Buch eine "gefährliche Lektüre", da es schlafende Sinnkrisen-Hunde wecken könnte. Der junge Leutnant Giovanni Drogo tritt darin seine erste Dienststelle an einem Ort an, der abgelegener nicht sein könnte; gemeinsam mit vielen anderen bewacht er in der "legendären Festung Bastiani" einen Pass, der keine Bewacher braucht, fasst Spiegel zusammen. Unterordnung, monotoner Alltagsbetrieb und Selbstzweifel stehen auf der Tagesordnung. Dennoch, nicht alles an Dino Buzzati ist derart kafkaesk, meint Spiegel. Als die Feste wider Erwarten doch noch angegriffen wird, ist Drogo zwar zu alt und krank, um mitzukämpfen, aber wenigstens öffnet der Autor so etwas wie einen Weg aus der Sinnlosigkeit heraus, erklärt der Rezensent.
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