Von Adrian von Buttlar, Gabi Dolff-Bonekämper, Michael Falser, Achim Hubel, Georg Mörsch u.a. Das öffentliche Interesse an der Debatte über die Rekonstruktion von Baudenkmalen könnte erlahmen, nachdem es konservativen Politikern, Sprechern von konservativen pressure groups und Tourismusmanagern gelungen zu sein scheint, sie als müßigen Prinzipienstreit unter Denkmalpflegern zu marginalisieren. Wozu, könnte die Rekonstruktionslobby fragen, eine Debatte fortsetzen, nachdem doch weithin Einverständnis darüber zu herrschen scheint, dass die Rekonstruktion untergegangener Bausubstanz einfach eine Selbstverständlichkeit ist? Die in der Reihe "Bauwelt Fundamente" erscheinende Publikation gegen das Rekonstruieren von Baudenkmalen tritt dem Mainstream in streitbarer Absicht entgegen. Als Plädoyer gegen die Simulation historischer Bausubstanz will sie die Rekonstruktionsdebatte in der Bundesrepublik inhaltlich beleben.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.12.2010
Soll man zerstörte Gebäude im alten Stil wieder aufbauen? Rekonstruktion ist derzeit mächtig in Mode (man denke nur an das Berliner Schloss). Die Texte in dem hier vorliegenden Sammelband stemmen sich dagegen, erklärt Rezensent Jürgen Tietz und fasst einige wesentliche Argumente zusammen: Der Zürcher Denkmalpfleger Georg Mörsch weist darauf hin, dass die Entstehung in der Vergangenheit für ein Denkmal unabdingbar ist. Das neue ist kein Denkmal. Andere sehen in der Rekonstruktion eine "Flucht aus der Verantwortung" und einen Trend zur Restauration. Der ehemalige schleswig-holsteinische Landeskonservator Johannes Habich formuliert es, von Tietz zitiert, am schärfsten: Es gehe bei vielen Rekonstruktionen in erster Linie "um die Herstellungen von Symbolen kultureller und nationalpolitischer Identität - und zwar (...) durch eine Rückbindung, die sich als Brückenschlag über die nationale Katastrophe der Nazizeit und deren Folgen (...) darstellt". Tietz findet das lesens- und bedenkenswert.
Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…