China Mieville, Keanu Reeves

Das Buch Anderswo

Roman
Cover: Das Buch Anderswo
Gutkind Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783989410442
Gebunden, 528 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Jakob Schmidt. Ein Epos über einen unsterblichen Krieger, das alle Genregrenzen sprengt, inspiriert von der Welt der BRZRKR-Comics."Wir brauchten ein Werkzeug. Also bat ich die Götter um Hilfe."Schon immer hat es Gerüchte über ihn gegeben. Legenden. Tausende Zivilisationen hat er erstarken und fallen sehen. Ein Krieger, der nicht getötet werden kann. Er trägt viele Namen: Unute, Kind des Blitzes, sogar als Tod wurde er bezeichnet. Heutzutage kennen wir ihn als 'B'.Und er wünscht sich nichts sehnlicher, als sterben zu können.In einer Welt nah an unserer Realität lässt sich 'B' auf ein Angebot einer geheimen Einheit des US-Militärs ein, die verspricht, ihm dabei zu helfen, das Rätsel seiner Unsterblichkeit zu lösen. 'B' findet sich in einem Netz aus Intrigen wieder. Alles deutet auf eine Macht hin, die noch geheimnisvoller ist als der unsterbliche Krieger. Eine, die mindestens genauso stark ist - und eigene Ziele verfolgt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.12.2024

Interessant, aber auch ein bisschen ermüdend ist, was China Miéville hier im Auftrag Keanu Reeves produziert hat, findet Rezensentin Nadine A. Brügger. Der Schauspieler hat Miéville gebeten, einen Fantasyroman auf der Basis einer Idee Reeves zu schreiben, erfahren wir, einen Roman, in dessen Zentrum der unsterbliche Krieger Unute steht. Beziehungsweise schlüpft Unute, wenn er stirbt, stets wieder als Erwachsener aus einem Ei, erfahren wir, er selbst möchte allerdings aus diesem Zirkel ausbrechen und sterben, außerdem quälen ihn existentielle Menschheitsfragen zu Themen wie der Konsequenz menschlichen Handelns oder menschlichem Handeln als Selbstzweck. Es gibt dann noch, fährt Brügger fort, ein ebenfalls unsterbliches Schwein als Widersacher und überhaupt ist viel los in diesem Buch, das sich, aus der Perspektive diverser Weggefährten Unutes erzählt, durch die Weltgeschichte erzählt. Das ist zwar, meint die Rezensentin, durchaus abwechslungsreich, weil Miéville ständig den Tonfall wechselt, aber ein bisschen anstrengend ist das Ergebnis schon. Ein bisschen mehr Ordnung im kreativen Chaos hätte diesem Buch gut getan, so das Fazit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2024

Rezensentin Maria Wiesner staunt über den Tiefgang dieses Romans, den der Hollywood-Star Keanu Reeves zusammen mit dem Fantasy-Autor China Mieville geschrieben hat. Auch wenn sie sich eine Verfilmung gut vorstellen kann, glaubt Wiesner, dass sich die ganze Komplexität der Geschichte und ihres Helden zwischen zwei Buchdeckeln am besten entfalten kann. Den Protagonisten, einen unsterblichen Superhelden, der sich an vergangene Schlachten und Wunden erinnert und einen existenzialistischen Kampf führt, sieht Wiesner in einer Reihe mit olympischen Göttern: stark, aber nicht ohne Makel. Die vor Kampfszenen strotzende Story mit ihren vielen Erzählebenen ist virtuos gebaut und hat Humor, findet die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 02.08.2024

Keanu Reeves dürfte den meisten als Hollywoodstar bekannt sein, seit 2021 ist er außerdem Autor einer Comic-Reihe über einen mysteriösen Krieger namens Berzerker - eine Serien-Verfilmung mit Reeves in der Hauptrolle ist in Arbeit - nun versucht sich das Multitalent auch noch als Romanautor, fasst Rezensent Thomas Palzer zusammen, bemüht, alle Skepsis angesichts dieser offenkundigen und sehr erfolgreichen Marketing-Strategie, deren Teil "Das Buch Anderswo" ist, über Bord zu werfen. Und es lohnt sich! "Nicht schlecht", lautet Palzers Urteil über diesen durchaus packenden Roman, in dem Reeves und sein Co-Autor China Miéville das "Raunen", wie es Palzer ausdrückt, zu einem neuen, eigenen Genre veredeln. Mitunter fällt es zwar schwer, der rätselhaften und wendungsreichen Handlung zu folgen, lesen wir, doch das Wesentliche hat man schnell begriffen: Da ist ein Arzt, der angeregt durch einen seltsamen Patienten, beginnt über den Tod nachzudenken. Dieser Patient ist, wie sich bald herausstellt, ein Krieger und Halbgott namens Berzerker, der nicht unsterblich ist, aber unendlich viele Tode sterben kann - ein Wiedergänger Jesu' Christi also. Auch wenn so einiges unbegreiflich erscheint oder einfach ist in diesem Roman, so hat man am Ende doch überraschend viel verstanden, so der Rezensent.

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