4 CDs mit 297 Minuten Laufzeit. Der Briefträger Henry Chinaski alias Charles Bukowski bleibt unsittlich: Trotz zahlreicher Auseinandersetzungen mit seinem Chef frönt er seinem exzessiven Leben; er raucht, trinkt und versucht erfolglos, eine dauerhafte sexuelle Beziehung aufzubauen. Zunächst als Briefträger nicht nur bissigen Hunden ausgesetzt, verbringt er später seine Nächte an der Sortiermaschine. Schließlich quittiert er den Dienst, um einen Roman zu schreiben. Der Klassiker der Untergrundliteratur hat nichts von seinem anarchischen Witz und seiner rauen Wirkung eingebüßt. "Der Mann mit der Ledertasche" ("Post Office") ist Bukowskis erster und wichtigster Roman, mit dem er 1971 den Sprung von Dichtung zu Prosa vollzog und der ihn weltberühmt machen sollte. Vierzig Jahre nach der Erstveröffentlichung in den USA erscheint der Roman nun erstmals als Hörbuch, gelesen von Matthias Brandt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2011
Gut, ein bisschen an Glanz hat Charles Bukowski, jener "Zart-und-schmutzig-Poet der Generation Sechzig-plus" verloren, meint Rezensent Oliver Jungen mit Blick auf dessen ersten, 1971 erschienenen Roman "Der Mann mit der Ledertasche". Die Geschichte um einen unangepassten Aushilfsbriefträger, der seine Tage damit verbringt, seine "Puppe zu vögeln" erscheint dem Rezensenten doch etwas überholt. Dennoch kann er das nun erschienene Hörbuch nur empfehlen: zum einen, weil ihn Bukowskis Erzählung über diesen Anarchisten mit Hang zur Selbstzerstörung, der sich, verloren in einer von Arbeit und Betäubung bestimmten Gesellschaft, seine Würde bewahrt, schließlich doch in den Bann gezogen hat. Insbesondere aber, weil niemand diese Einsamkeit so glaubwürdig und stimmig vortragen kann wie der Schauspieler Matthias Brandt, meint der Kritiker.
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