Aus dem Französischen von Marlies Ammann. Von 1991 bis 2000 war Charles Berthouzoz in zwei Westschweizer Bestattungsinstituten angestellt und hat für jene Würde gesorgt, die den Schrecken vor der eigenen Endlichkeit etwas dämpft. Davon lesen wir in seinen Texten aus dem Alltag eines Bestatters. Wir sind dabei, wenn eine Witwe zum offenen Grab geleitet wird, wo bereits die Geliebten des Verstorbenen stehen, als seien sie einer Szene aus einem alten französischen Film entsprungen; wir ballen mit dem verzweifelten Vater die Faust, dem mitgeteilt wird, am Wochenende sei die Gerichtsmedizin geschlossen, er könne seinen tödlich verunglückten Sohn nicht sehen.
All die Schicksale erschließen sich uns dank Berthouzoz' Gespür für die Macht der Sprache. Kurze, rhythmische Sätze waren eines seiner bevorzugten Stilmittel.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.08.2017
Berührend, bewegend, ja hinreißend nennt Martin Zingg dieses Buch, in dem der frühere Pfarrer und Seelsorger Charles Berthouzoz seine Erfahrungen als Bestattungsberater in Skizzen, Aphorismen und Gedichten festgehalten hat. Die Notate seien oft traurig, denn Berthouzoz werfe einen klaren Blick auf das "Zu-Ende-Gehen des Lebens", den Tod und die Trauer der Angehörigen. Aber trostlos werden die Texte nie, versichert Zingg, bei dem die sanften Erschütterung, die von diesem Brevier ausgehen, lange nachhallen.
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