Technologie, Innovation und das Schicksal der Nationen
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2026
ISBN
9783593521862 Gebunden, 548 Seiten, 34,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Von der Bodenkartierung bis zur KI: Historische Schlüsselmomente aus 1000 Jahren Weltgeschichte veranschaulichen, warum auf technologischen und wirtschaftlichen Fortschritt oft Stagnation und sogar Zusammenbruch folgen und was dies über die heutige Wirtschaftsflaute aussagt. Selbst die größten und fortschrittlichsten Volkswirtschaften der Welt - die USA und China - bleiben hinter den Erwartungen zurück. In seinem neuen Buch stellt der Arbeitsforscher und Wirtschaftshistoriker Carl Benedikt Frey die gängige Meinung infrage, dass ökonomischer Fortschritt unvermeidlich sei. Er unternimmt eine faszinierende Reise quer über den Globus, um zu erklären, wann welche Gesellschaften im Zuge raschen technologischen Wandels florieren und wann nicht. Eine augenöffnende Zeitdiagnose.
Für den Rezensenten Martin Hubert ist es schade, dass Carl Benedikt Freys Buch über den technischen Fortschritt und seine Bedingungen letzten Endes an einem schwachen Theoriegerüst Schaden nimmt: Sein Begriff von Fortschritt ist zu technokratisch und zu wenig ökologisch gedacht. Dabei kann der Materialreichtum seiner Überlegungen durchaus überzeugen: Er zeigt Hubert, dass Großbritannien im 19. Jahrhundert deshalb die Nase vorn hatte, weil das Königreich zwischen Privateigentum und öffentlichem Nutzen zu verhandeln wusste, etwas was die Ausweitung des Wegenetzes anging. Durch Spionage fanden britische Ideen zu Zöllen und Subventionen beispielsweise auch in Deutschland oder Frankreich Gehör, die Sowjetunion im 20. Jahrhundert krankte aber am bürokratischen Wahn, schildert der Kritiker. Ihn überzeugt aber nicht, wie hörig der Autor dem Silicon Valley gegenüber auftritt und wie sehr er den Glauben an den Fortschritt preist. Als historische Abhandlung kann Hubert dem Buch einiges abgewinnen, als Theorie zum Fortschritt hingegen findet er es defizitär.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 07.03.2026
Rezensentin Vera Linß findet es sehr hilfreich, was Carl Benedict Frey über technologischen Fortschritt und dessen Bedeutung schreibt. Um sich diesem Thema zu nähern, blickt Frey zurück in die Geschichte und zeichnet nach, unter welchen Bedingungen technische Innovationen von verschiedenen Nationen gewinnbringend verwertet wurden. Entscheidend ist dabei Frey zufolge eine Spannung zwischen dezentraler Entwicklung von Technologien und einer zentralen Steuerung, die irgendwann übernehmen muss. Gut geklappt hat das historisch zum Beispiel zeitweise in Großbritannien und Deutschland, zwei Ländern, die heute allerdings nicht mehr an der Spitze des Fortschritts stehen. Wie es in der Zukunft aussehen wird, ob wir beispielsweise vor einem asiatischen Zeitalter stehen, steht für den Autor des Buches noch in den Sternen. Dennoch fühlt sich Linß nach der Lektüre besser gerüstet für die Herausforderungen - wie etwa die von Frey als eher minderrelevant angesehenen KI-Technologien -, die da kommen mögen.
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