Anton G. Leitner (Hg.)

SMS-Lyrik

160 Zeichen Poesie. (Ab 13 Jahre)
Cover: SMS-Lyrik
dtv, München 2002
ISBN 9783423621243
Broschiert, 100 Seiten, 6,00 EUR

Klappentext

Das pralle Leben in seiner ganzen Fülle hat Einzug gehalten auf 160 Zeichen. Da aber nicht jeder, der will, bekanntlich auch kann, findet er/sie viele Möglichkeiten, die eingefahrenen SMS-Pfade zu verlassen, und originelle, witzige, überzeugende, anregende, aufregende Mitteilungen zu verschicken, die nicht schon zum eintausendundsten Mal auf dem Display aufgetaucht sind. Vom ehrenwerten Catul bis zu rotzfrechen, jungen Poeten kann man sich anregen lassen, seine Mitmenschen (wenn, dann wenigstens) geistreich zu nerven.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 21.05.2003

"Völlig aus dem Zusammenhang gerissen" sind die SMS-kompatiblen lyrischen Botschaften nach Meinung des Rezensenten mit dem Kürzel tin., die Anton G. Leitner hier zusammen getragen hat. Das einzig einigende Kriterium ist, dass die Texte nicht länger als 160 Zeichen lang sind und so kommt es zu einem bunten Sammelsurium: "raffinierte Sprachspiele stehen neben traurigen Exilgedichten, poetische Perlen neben lyrischen Fingerübungen" - so lautet die leicht befremdete Beobachtung des Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.05.2003

"Dem Herzen allernächstes Fernmedium" sei nicht mehr die E-Mail, geschweige denn ein papierner Brief - nein, der "Short Message Services (SMS) der Handys hat auch den Liebesdienst übernommen, meldet der mit "rik" zeichnende Rezensent. Streng formal begrenzt sei das Genre durch die "Umständlichkeit der Eingabe und die durch Speicherknappheit bedingte Kürze" und natürlich durch die Flüchtigkeit ihres nicht festzuhaltenden Daseins. Die von Anton G. Leitner herausgegebene Anthologie enthält neben Tanja Dückers "Urszene der Kurznachricht" ("denke so oft an dich / schreibend schreibend / einmal pro stunde ein leises / stolpern der finger") auch Klassiker wie Goethe, Brecht und Fried. Verbunden in einem Büchlein seien so "Wortwitz mit ewiggültigen Einsichten in das Wesen der Liebe", findet "rik", und Lebensweisheiten findet des öfteren auf den Punkt gebracht, zum Beispiel Richard Doves "Die Liebe ist lang / der Akku ist leer."
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