Anthony Horowitz

Der Fall Moriarty

Eine Geschichte von Sherlock Holmes' großem Gegenspieler. Roman
Cover: Der Fall Moriarty
Insel Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783458176121
Gebunden, 341 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Lutz Werner Wolff. Der berühmte Detektiv und sein genialer Gegenspieler Moriarty sind in den Abgrund des Reichenbachfalls gestürzt. Nur wenige Tage später trifft der Pinkerton-Detektiv Frederick Chase aus New York in Europa ein, denn Moriartys Ableben hat in Londons Unterwelt ein gefährliches Vakuum hinterlassen, das nur allzu schnell von einem neuen König des Verbrechens gefüllt wird: Ein mysteriöser Mann namens Devereux macht sich daran, Moriartys Platz einzunehmen und London in ein Chaos aus Mord und Totschlag zu stürzen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.12.2014

Christoph Schröder liest Anthony Horowitz' Holmes-Geschichte als Fan. Aber auch Neueinsteigern prophezeit er Freude an diesem Krimi. Für Schröder liegt das an der Fähigkeit des Autors, klar und ohne Attitüde zu schreiben, Spannung und Unterhaltung und überraschende Wendungen zu erschaffen. Darüber hinaus gelingt dem Autor laut Rezensent das wahnwitzige Unternehmen, in die Fußstapfen Arthur Conan Doyles zu steigen. Nicht nur erweist er sich für den Rezensenten als "bibelfest" in Sachen Holmes und Viktorianismus. Er scheint auch noch großen Spaß an seiner Aufgabe zu haben, Sherlock Holmes in eine spektakuläre literarische Zukunft zu führen, meint Schröder.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.12.2014

Martin Halter ist nicht restlos überzeugt von Anthony Horowitz als Erbe Arthur Conan Doyles. Was seinem Buch fehlt, sind laut Halter Drogen und vor allem Ironie. Abgesehen davon jedoch bietet der Autor dem Rezensenten eine ganze Menge dessen, was Holmes-Aficionados schätzen, darunter Deduktionen, die einem den Hut hochgehen lassen, Gimmicks wie einen Schießstock, bizarre Morde und natürlich eine überraschende Lösung. Dass der Autor den Segen der Doyle-Erben hat und nach zwei Holmes-Folgen nun den ersten Holmes-Roman ohne Holmes schreiben durfte, geht für Halter insofern in Ordnung. Vielleicht auch, weil der Ersatzholmes ebenso gut im Lesen von Zigarrenasche ist wie das Original, wie Halter feststellt, und sein Widersacher in diesem Buch mindestens ebenso gerissen ist wie der "Napoelon des Verbrechens", der Holmes dereinst in den Tod riss.
Stichwörter