Annie Veit, die in einem thüringischen Dorf aufwächst, spioniert ihrer schönen, extravaganten Mutter nach und verliebt sich in den gleichen älteren Mann, den auch die Mutter begehrt, Jan Pajak. Ihn und den abgelegenen Hof, die "Brandstatt", umgibt ein Geheimnis. Ist er Schuld am Verschwinden der Dorfschönheit Lydia? Doch auch Jan verschwindet. Annie studiert in Berlin, liebt komisch-verzweifelt und mit völlig ungerechtfertigter Hingabe Leo, den kühl-überheblichen Intellektuellen, bis es selbst Annie reicht. Sie findet Jan wieder und lebt nun aus, was der Mutter und ihr selbst als allzu junges Mädchen verwehrt war. Aber etwas ist wirklich ungut. In ihrem Debütroman erzählt Anousch Mueller von Liebe, Abhängigkeit und Gewalt und davon, wie man der Versagung entkommt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2013
Trotz einiger großartiger Szenen und einem neugierig machenden Auftakt kann dieser Roman von Anousch Müller den Rezensenten am Ende nicht überzeugen. Das Problem liegt laut Juan S. Guse darin, dass die Autorin ihrem anfänglichen Setting (obskures thüringisches Dorf) und einer zunächst eine Atmosphäre der Bedrohung schaffenden Sprache nicht allzu viel zutraut und ihre Geschichte um eine Studentin mit psychischen Problemen nach Berlin verlagert. Dass Müller sich sodann einer Sprache bedient, die Guse in ihrer anbiedernden Unaufrichtigkeit unerträglich erscheint, macht die Sache nicht besser. Ebenso der Versuch der Autorin, diese Mängel mit der mentalen Verfassung der Heldin zu rechtfertigen. Für Guse eine mehr als faule Ausrede.
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