Herausgegeben, aus dem Italienischen übersetzt und kommentiert von Irene Schrattenecker. In den Archiven Venedigs liegt ein handgeschriebenes Tagebuch über eine Reise von Bassano Di Grappa über Tirol nach Deutschland, dort kreuz und quer bis in den Norden und sogar nach Dänemark und Schweden hinein. Entdeckt hat diese kulturgeschichtliche Kostbarkeit die Romanistin und Kunsthistorikerin Irene Schrattenecker, die den Text aus dem alten Venezianisch übersetzte und aus heutiger Sicht erläutert und kommentiert. Sinn und Zweck der Reise bleiben ebenso unklar wie die Person des Autors, wahrscheinlich begleitete er einen Kaufmann. Doch von Geschäften ist kaum die Rede, dafür von Sehenswürdigkeiten und Bräuchen, von den - oft sehr tristen - Bedingungen einer solchen Reise, von Straßen und Wirtshäusern, von Empfängen in Adelspalais, von Frauen am Pranger, von Kanalisation und - sehr viel - von Befestigungsanlagen (war der Autor ein Spion der Serenissima?), von Obst- und Gemüsegärten vor den Toren der Städte und den Galgen daneben, an denen die Gehenkten verfaulten.
Entzückt zeigt sich Benedikt Erenz von dem Reisetagebuch des anonymen Venezianers. In Superlativen lobt er die Herausgeberin Irene Schrattenecker, die das Buch "auf das ausschweifendste, liebevollste und leidenschaftlichste" ediert habe. Erenz ist gefesselt von dem Blickwinkel des italienischen Reisenden auf Deutschland und freut sich an dessen oft skurrilen Interessen. Dass es im Textfluß schon mal zu einer "gewissen Faktenpulerei" kommt, sieht er der Tradition der Reisebeschreibungsliteratur der Zeit gezollt und mag es dem Autor nicht ankreiden. Das Reisetagebuch sei ansonsten ein "ganz eigenartiges Protokoll europäischen Lebens in den Zeiten des Barock".
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