Hermann Härtel, Maria Rennhofer (Hg.)

Mit dem Zweirad um die Welt

Die sensationelle Reise des Gustav Sztavjanik 1924-1931
Haymon Verlag, Innsbruck 2000
ISBN 9783852183275
                         , 160 Seiten, 29,65 EUR

Klappentext

Mit zahlreichen s/w-Abb. Seit Jahren beschäftigt sich der Wiener Maler Hermann Härtel mit einem voluminösen Nachlass, den ihm der Burgschauspieler Edd Stavjanik anvertraut hat. Dessen Onkel Gustav lernte 1924 auf der Straße einen Inder kennen, Jamsetjie Davar, der mit dem Fahrrad nach Wien gekommen war, und schloß sich ihm an. Die beiden fuhren zuerst kreuz und quer durch Europa, dann durch Afrika, Süd- und Nordamerika, Asien, um sieben Jahre später als gefeierte Helden zurückzukehren. Sztavjanik verstand es, die Öffentlichkeit durch eigene Berichte für Radio und Zeitungen sowie Interviews auf dem laufenden zu halten. Er dokumentierte alle Stationen in Fotografien, Bestätigungen von Konsulaten und Ämtern sowie Grußadressen und signierte Fotos von Prominenten. Maria Rennhofer wählte für dieses Buch die besten Schilderungen Sztavjaniks aus und ergänzte sie durch informative Beiträge über die Welt in den zwanziger Jahren, das alles umspannende Netz von Fahrradvereinen, von denen die beiden Weltenradler weitergereicht wurden, die Nachrichtentechnik, derer sie sich bedienten und anderes Wissenswerte.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 29.06.2000

Friedhelm Rathjen bespricht in einer Doppelrezension zwei Bücher, die frühe Zeugnisse von Weltumradelungen sind und jetzt neu herausgegeben wurden.
1) Heinrich Horstmann: "Meine Radreise um die Erde"
Der Rezensent bemerkt vor allem die Sorge des Autors, an jedem Ort an deutsches Bier zu gelangen, was anscheinend nicht immer leicht war. Obwohl sich Rathjen mitunter an den "deutschtümelnden" Phrasen Horstmanns stört, findet er manche "hübsche" Anekdote, die den Bericht unterhaltsam macht. Allerdings hätte er sich mehr Kommentare und Bilddokumentationen des Herausgebers gewünscht, um das Additive des Textes aufzulockern.
2) Hermann Härtel, Maria Rennhofer: "Mit dem Zweirad um die Welt"
Rathjen lobt die Herausgeber für die dem Bericht Sztavjaniks beigegebenen "verbindenden Hintergrundtexte und üppigen Bildbeigaben". Dadurch sei es ein spannendes Buch geworden, welches herausstelle, dass der wichtigste Besitz des ansonsten ziemlich mittellosen Radlers Zeit gewesen sei, schließlich habe er sieben Jahre für die Weltumrundung gebraucht, so der beeindruckte Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2000

Ganz begeistert ist "str." über diesen Band, der die abenteuerliche Weltreise per Fahrrad eines Österreichers und eines Inders in den 20er Jahren dokumentiert. Aus dem Nachlass des Wieners Gustav Sztavjanik ist dieses Buch entstanden, das von "zahllosen Fotografien, Pässen, Beglaubigungsschreiben, Gratulationen" und anderem illustriert wird. Die Aufzeichnungen von Sztavjanik, der beispielsweise davon berichtet, wie er "einer Tuareg-Königin das Fahrradfahren beizubringen sucht", haben den Rezensenten mit ihrem "staubtrockenen Humor" gut unterhalten. Erfreut weist er darauf hin, dass Neugier und Unvoreingenommenheit des jungen Wiener Abenteurers immer auch die Achtung vor dem Fremden einschließt: dabei herausgekommen ist ein unprätentiöses Weltwanderbuch ohne Arroganz.
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