Was geschieht in den letzten dreißig Tagen einer Beziehung? Wann ist der Moment zu gehen? Kann man den selbst bestimmen? Und kann man in der Liebe überhaupt irgendetwas selber bestimmen?Thomas und Eva, beide Anfang dreißig, sind seit acht Jahren ein Paar. Als Eva von einem Auslandsaufenthalt wiederkommt, könnten sie eigentlich den nächsten Schritt machen. Heiraten, Familie gründen. Doch Thomas merkt, er ist sich nicht mehr so sicher. Andererseits: Kann es richtig sein, einen Menschen zu verlassen, der so grundsympathisch und klug ist wie Eva? Ist sexuelle Anziehung nicht sowieso überbewertet? Eva kann das schwankende Verhalten von Thomas nicht deuten und denkt sich immer neue Sachen aus, um ihre Beziehung zu retten. Auch Thomas gibt nicht so schnell auf, und so ringen beide um ihre verschwindende Liebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.05.2021
Rezensent Jakob Maurer liest Anna Brüggemanns Debütroman als lose Fortsetzung von Brüggemanns Film "3 Zimmer/Küche/Bad" von 2013, nur dass die Autorin im Buch die Gefühlswelten ihres Berliner Protagonisten-Pärchens viel genauer unter die Lupe nimmt, wie Maurer feststellt. Der dramaturgische Kniff des Abzählens der letzten Tage der Beziehung gefällt Maurer ebenso wie die Perspektivwechsel zwischen den Figuren und das genaue Hinschauen auf Gesten und Gedanken, Missverständnisse und Verletzungen. Ein im Vergleich zum Film manchmal ein bisschen behäbiges, aber dafür intimes Paar-Porträt, findet der Rezensent.
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