Andre Schiffrin

Verlage ohne Verleger

Über die Zukunft der Bücher
Cover: Verlage ohne Verleger
Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2000
ISBN 9783803123879
Taschenbuch, 128 Seiten, 9,10 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Gerd Burger.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.11.2000

Schiffrin ist einer, der ordentlich schimpft und der guten alten Zeit des Verlagswesens und der eigenen Zeit als Lektor und Verleger hinterhertrauert. Dem Neuen kann er nichts abgewinnen, bedauert Michael Krüger, selbst deutscher Verleger. Der Name Schiffrin bedeutet viel in der Verlagswelt: schon der Vater, Jacques Schiffrin, übersetzte für die französische Pléiade, emigrierte dann in die USA, wo er mit dem Verlegerehepaar Wolff den Pantheon Verlag gründete, der sich um europäische Autoren verdient machte. Wie dann Pantheon schließlich bei Bertelsmann landete, das liest sich in Krügers Rezension schon sehr spannend: die Medienkonzerne auf dem Vormarsch. Dennoch stimmt Krüger mit Schiffrins Kritik nicht in allen Punkten überein: weder sei es richtig, dass nur kleine unabhängige Verlage ein Risiko mit innovativer Literatur eingingen; noch möchte er die Rolle der kleineren Universitätsverlage unterschätzt wissen, die sich zur Zeit gerade in den USA um europäische Autoren bemühten. Aber auch Krüger glaubt, dass die Überfütterung des Buchmarkts mit Ratgeber-, Memoiren- und Bestsellerliteratur eine "Verstopfung" zur Folge hat, die den Büchern der kleineren Verlage den Weg in die Buchhandlung verbaut. Schiffrins Appell an den Staat, diesbezüglich schützend einzugreifen, hält Krüger dennoch für naiv.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 17.10.2000

“Es wird abgerechnet in diesem Buch”. Und Joachim Günter referiert durchaus zustimmend die knackigsten Vorwürfe: Dass in den Verlagen die “Marktzensur” um sich greift. Dass Großverleger wie S.I. Newhouse und Ruppert Murdoch ihre Konzerne einsetzen, um Politik zu machen. Dass es keinem mehr um Wissensvermittlung geht. Logischerweise hat Wagenbach die deutsche Version dieses aus einem viel beachteten Essay hervorgegangenen Buches publiziert. Und Günter freut sich, dass der ein Nachwort geschrieben hat, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der angelsächsischen und der deutschen Situation zu markieren. Aber natürlich: Die Buchpreisbindung muss bleiben.

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