Alberto Moravia

Der neugierige Dieb

Erzählungen
Cover: Der neugierige Dieb
btb bei Goldmann, München 2002
ISBN 9783442750825
Gebunden, 443 Seiten, 23,90 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Bruno Genzler. Ein literarischer Fund: Neunundsechzig neu entdeckte Erzählungen von Alberto Moravia. Wie der neugierige Dieb aus der Titelerzählung, der vom Treiben in dem Haus, in das er einbrechen wollte, so fasziniert ist, dass er darüber das Stehlen vergisst, verfolgt Moravia gebannt die Erlebnisse seiner Figuren. Ganz gleich, ob es nun kleine Ladenmädchen, unglückliche Ehepaare, rivalisierende Liebhaber oder ehrgeizige Buchhalter sind, immer durchdringt sein Blick die Fassade, enthüllt uns die Träume, Ängste und Gefühle der Menschen, lenkt er unsere Aufmerksamkeit auf die komischen, surrealen Aspekte einer Situation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2002

Wenn er den Mantel des modernen Klassikers auch ein klitzekleines bisschen zu groß findet für die hier versammelten kurzen Prosatexte aus den Jahren 1928-1951, so erkennt Winfried Wehle doch die Vorteile "dieser Miniaturen". Dass sie nämlich nicht unter "ästhetischer und ideologischer Aufsicht" stehen und "bereitwillig ihre elementaren Antriebe und ihre Machart" entblößen. Wie es sich damit verhält, sagt er uns auch. Stets treffen wir, so Wehle, auf ein Ich oder ein Er, auf jemanden, "der vorsätzlich, wie ein Voyeur, hinter einen anderen (oder sich selbst) kommen will". Das Thema der Entfremdung also, von Moravia, dem Moralisten, in "Ausschnittsvergrößerungen" abgetastet, vor dem Hintergrund "auffallend entschiedener genius loci", wie Wehle hinzufügt: in Zimmern, Cafes, Bussen, Gefängnissen, Irrenhäusern, "so dass seine 69 Geschichten etwas Demonstratives annehmen". Was Wehle veranlasst zu denken, hier "nicht unbedingt den besten, aber einen authentischen Moravia" angetroffen zu haben.
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