Das Buch beschreibt die Entstehung und Gestalt dessen, was als "deutscher Orientalismus" in der Forschung seit längerem diskutiert wird. Mit historischem Fokus auf dem frühen 19. Jahrhundert werden die literarischen, wissenschaftlichen und politischen Bedingungen skizziert, unter denen sich das deutsche Orientbild der Neuzeit konstituiert hat. Das Schlüsselwerk der Orientalismus-Forschung, Edward Saids Orientalism, erfährt dabei eine grundlegende theoretische Revision, die den analytischen Blick auf die Regeln orientalistischer Imagination frei macht. Die Studie zeigt den Paradigmenwechsel des deutschen Orientalismus um 1800 auf und zeichnet das diskursive Spielfeld nach, auf dem er sich seither bewegt. Detaillierte Einzelstudien zu Goethes West-östlichem Divan, zu Hauffs Märchen und zu orientalischen Phantasien des preußischen Hofes loten die Möglichkeitsräume orientalistischer Ästhetik aus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.07.2006
Lust zu stöbern macht Wolfgang G. Schwanitz Andrea Polascheggs Dissertation schon. Den orientalistisch-literaturwissenschaftlichen Ansatz findet er bemerkenswert, die Ausführung weniger: Dichter wie Goethe auf ihren imaginären, textbezogenen Zugang zum Orient festzulegen, findet Schwanitz schwierig. Die Unterschiede zwischen Kunst und Wissenschaft sieht er woanders. Das entstehende Bild vom Orientalismus bleibt ihm "zu wenig ausdifferenziert". Auch in der, wie er anerkennt, berechtigten Kritik an Saids "Orientalismus" kann Schwanitz das ablesen. Den Orient als bloßes Konstrukt zu sehen, ist ihm einfach zu wenig: War da nicht eine ganze Zivilisation?
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