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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

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Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Am Ende als Helden gefeiert

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

19.03.2013. Vanity Fair erzählt, wie London zum sicheren Hafen der Oligarchen und Superreichen wurde. The Nation stößt bei jungen Griechen auf eine regelrechte Aufbruchsstimmung. The New Statesman fürchtet dagegen das wohlhabende und sichere Deutschland. Die LRB blickt auf die verfahrene Situation in Ägypten. In der New York Times graut Martin Caparros vor dem heiligen Geist, der nun noch kräftiger durch Argentinien wehen wird. Letras Libres hofft auf die heilsame Wirkung legalen Marihuanas in den USA. Der New Yorker stellt die meistgehasste Frau Australiens vor. Und Telerama wiegt sich zu den samtenen Klängen des kapverdischen Morna.

Vanity Fair (USA), 01.04.2013

Londons Appartementkomplex One Hyde Park wird gern die teuerste Adresse der Welt genannt, die Wohnungen stehen jedoch allesamt leer. Sie sind reine Investitionsobjekte irgendwelcher Offshore-Firmen. Nicholas Shaxson erzählt, wie London zum Zufluchtsort der Superreichen aller Welt wurde und die City of London zur größten Steueroase der Welt: "Als das britische Empire Mitte der fünfziger Jahre zerfiel, ersetzte London seine Politik der Kanonenboote und imperialer Handeslvorteile durch ein neues Modell: spekulatives Kapital durch laxe Regulierung und Überwachung anlocken. Es war eine heikle Balance, einerseits musste ein verlässliches britisches Rechtsfundament die britischen Regeln und Rechte aufrechterhalten, andererseits ein Auge zugedrückt werden bei ausländischen Rechtsbrüchen: Es war das klassische Angebot der Offshore-Steueroasen an ausländische Finanzleute: Wir nehmen Euch Euer Geld nicht weg, aber wir kümmern uns auch nicht darum, wenn Ihr es anderen stehlt." Außerdem weist Shaxson darauf hin, dass die größten Vermögen nicht mehr auf dem Finanzmarkt gemacht werden, sondern durch politische Insidergeschäfte in rohstoffreichen Ländern in Russland oder der Dritten Welt.

Weiteres: In einer ellenlangen Reportage erzählt Marie Brenner noch einmal die Geschichte der Schülerin Malala Yousafzai, die zur Ikone von Gleichberechtigung und Bildung in Pakistan wurde. Nancy Jo Sales porträtiert Taylor Swift.

Stichwörter: Empire, Geld

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Nation (USA), 01.04.2013

Der britische Historiker Mark Mazower untersucht, wie sich die Finanzkrise auf das griechische Kulturschaffen auswirkt, und kommt zu einem überraschenden Ergebnis: "Die Krise trifft Junge und Alte mit unterschiedlicher Wucht, und wenn man die Reaktionen derer betrachtet, die nicht während der Junta und ihrer Folgejahre aufgewachsen sind, sondern mit dem Fall der Berliner Mauer, findet man völlig andere und in gewisser Weise verblüffend energiegeladene Ansichten. Es klingt paradox, wenn man bedenkt, dass es gerade diejenigen, die neu auf den Arbeitsmarkt streben, am härtesten trifft, aber junge Menschen scheinen enthusiastischer und weniger gepeinigt vom Zerfall der alten Kategorien. Das lässt sich überall feststellen. Ein Beispiel wäre der Filmboom, der dem griechischen Kino internatioanle Aufmerksamkeit eingebracht hat durch die Arbeit junger Regisseure wie Athina Rachel Tsangari, Yorgos Lanthimos und Syllas Tzoumerkas."

"The Young Turks' Crime Against Humanity" des Historikers Taner Akçam ist eine der wenigen türkischen Studien, die sich mit dem Völkermord an den Armeniern beschäftigen. Holly Case beschreibt, wie sich das diskursive Klima in der Türkei entwickelt: "Kürzlich aufgenommene Verhandlungen zwischen Erdogan und dem inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan lassen viele Türken und Kurden hoffen, dass ein politischer Kompromiss bevorstehen könnte. In diesem Fall könnte sich die bestehende Denkweise gegenüber dem türkischen Souveränitätsstreben verändern und womöglich sogar auf den Umgang mit dem Armenischen Genozid auswirken. Akçam schlägt jedoch den umgekehrten, dem deutschen Modell der Vergangenheitsbewältigung entsprechenden Weg vor: Setze dich mit der Vergangenheit auseinander, um nicht verdammt zu sein, sie zu wiederholen."

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Telerama (Frankreich), 18.03.2013

In einer Reportage stellt Anne Berthod eine neue Künstlerszene vor, die das musikalische Erbe der Kapverden bewahren wollen, darunter auch das der bekanntesten Sängerin des Inselstaats, Cesaria Evora. Im Zentrum stehen eigenständige Formen der Musik und des Musizierens, wie etwa die Morna, das kapverdische Pendant zum portugiesischen Fado. Deren neuer Star ist inzwischen ein Mann, der durch das von Jose Da Silva gegründete Label Lusafrica nun auch international bekannt wird: Ze Luis (mehr hier), dessen Magie aus einem samtigen Timbre rührt: "'Für die Morna braucht man Erfahrung, um ein solches Niveau an Emotion zu erreichen, das schaffen nur sehr wenige Interpreten’', meint Jose Da Silva. Einige halten Ze Luis für eine männliche Cesaria. Er hat dabei interessanterweise die gleiche Trägheit auf der Bühne: die Pose des kleinen Jungen, die am Körper anliegenden Arme, der Blick ins Leere... Verwirrend, aber berührend.“"

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New Statesman (UK), 14.03.2013

Der Historiker Brendan Simms blickt auf die Geschichte Deutschlands in Europa zurück, das über Jahrhunderte entweder zu schwach oder zu mächtig war. Seit fünf Jahren, meint Simms, ist das europäische Gefüge aus dem Gleichgewicht: "Heute ist Deutschland zu stark und zu schwach, oder zumindest zu unengagiert. Es sitzt mit Unbehagen im Herzen einer EU, die vor allem dazu geschaffen wurde, Deutschlands Macht einzudämmen, die aber stattdessen dazu beigetragen, diese zu vergrößern; und schließlich hat ihre fehlerhafte Konstruktion unbeabsichtigt viele Europäer ihrer Souveränität beraubt, ohne ihnen eine demokratische Beteiligung in der neuen Ordnung zu gewähren. Nun stehen wir vor der Frage: Wie kann die Bundesrepublik, die wohlhabend und sicher ist wie niemals zuvor, überzeugt werden, die politische Initiative zu ergreifen und die notwendigen ökonomischen Opfer zu bringen, um das Werk der europäischen Einigung zu vollenden?"

Stichwörter: Brendan Simms

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Film Comment (USA), 11.03.2013

Mit größten Freuden schwelgt Grady Hendrix in Erinnerungen ans goldene Zeitalter der "Cahiers Du CinéMAD", der herrlich albernen Comic-Filmparodien, mit denen sich das Mad Magazine einst einen Namen gemacht hatte (hier eine Übersicht aller Veröffentlichungen). "Früher musste sich das Publikum, das Lust auf Parodien hatte, mit Großbritanniens relativ zahnlosen 'Ist ja irre'-Filmen, Bob Hopes freundlichen Genre-Persiflagen oder Abbott & Costellos dümmlichen Verhohnepiepelungen zufrieden geben. MAD hingegen war blutdürstig. Völlig meta und vollbeladen mit Insiderwitzen, verschmolzen sie ständig die Figuren mit den Darstellern (...) und legten mit größter Schadenfreude ihre Finger auf Plotlöcher. Als Roy Scheider in 'Der Marathonmann' etwa tödlich verletzt wird, schafft er es noch irgendwie in das Appartement seines Bruders, das sich 60 Blocks entfernt befindet. 'Guter Gott! Was ist denn mit dir passiert?', schnappt Dustin Hoffman in der MAD-Parodie. 'Man hat mich im Lincoln Centre niedergestochen, also habe ich mich bis zum Broadway geschleppt, den Uptown-Bus bis zur 72. genommen, bin dort in den Crosstown-Bus Richtung Riverside Drive umgestiegen, wo ich den 4er Bus bis zur 116. Straße genommen habe... dann noch den Hügel rauf... und nun, hier bin ich...', antwortet Scheider."

Außerdem stellt Holly Willis den Experimentalfilmemacher David Gatten vor, dessen Filme kürzlich in einer Retrospektive zu sehen waren. Diese stellen ein Werk dar, "das sich auf fundamentale Weise mit Wörtern und Dingen befasst, mit Sprache und Bedeutung, dem Wissen und Sein. Diese Filme bieten erleuchtende Expeditionen an die Ränder des Films als Medium dar. Sie verbinden die üblicherweise getrennten Tätigkeiten des Lesens und des Filmschauens." Auf Youtube finden wir ein Beispiel, wie man sich das vorstellen muss, sowie einen Vortrag des Filmemachers:

Stichwörter: Youtube

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Magyar Narancs (Ungarn), 19.03.2013

Vor einer Woche hat das ungarische Parlament die umstrittene Verfassungsänderung beschlossen. Diese baut nicht nur bisher von dem Verfassungsgericht abgelehnte Gesetze in die Verfassung ein, sondern verbietet dem Gericht auch, sich bei künftigen Urteile auf bisherige zu beziehen, womit dessen demokratische Tradition ausgelöscht wird. Eigentlich müsste der Titel dieser Änderung "Die Demütigung des Verfassungsgerichts und die Rache an demselben" lauten, findet die liberale Wochenzeitung Magyar Narancs in einem Beitrag, der erst jetzt online ging: Immerhin wurden die bisherigen Urteile nicht öffentlich verbrannt! "Jetzt könnte man über diese niederträchtige Borniertheit, diese unverhohlene Manifestation der Kleinkariertheit lachen und seine Scham darüber zum Ausdruck bringen, dass unser Land Mitglied jener nicht allzu zahlreichen Staatenfamilie wird, die das wichtigste und erhabenste Dokument, das ihre staatliche Existenz regelt und den allerletzten Schutz ihrer Bürger darstellt, dazu nutzt, bestimmte Menschengruppen ihrer Grundrechte zu berauben und die Bösartigkeit und Hartnäckigkeit ihrer aktuellen Führer zu legitimieren. Unsere Nation wird die einzige auf der ganzen Welt sein, die es Obdachlosen per Verfassung verbietet, in einer Unterführung zu übernachten."

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Atlantic (USA), 15.03.2013

"Es klingt vielleicht sonderbar, aber die Kopie eines digitalen Werks unter Unterwanderung des Kopierschutzes entspricht dem früheren Kauf eines Taschenbuchs für das Regal", schreibt Benj Edwards im Hinblick auf die Arbeit von Bibliotheken und Archiven, deren Arbeit zur Bewahrung des kulturellen Erbes heute wegen Kopierschutzmaßnahmen und der daraus resultierenden Abhängigkeit vom Wohlwollen einer Industrie signifkant erschwert wird. Wer heute Archivarbeit leisten will, wird seiner Ansicht nach regelrecht in die Illegalität getrieben: "Dank des Digital Millennium Copyright Acts hängt die Zukunft unserer Kulturgeschichte von der Arbeit derjenigen ab, die sich um das Gesetz nicht scheren, von jenen Leuten also, die viele Rechteverwerter wohl 'Piraten' nennen würden. Was für eine Ironie, dass die Piraten am Ende als Helden gefeiert werden, wo sie doch eigentlich die Bösen sein sollten. Wenn Bibliothekare sich genauso verhalten würden, würde man sie als Kriminelle bezeichnen."

Außerdem geht Megan Garber in einem interessanten kulturhistorischen Abriss der Frage nach, warum, vor allem aber: seit wann wir eigentlich Applaus spenden.

Stichwörter: Bibliotheken

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London Review of Books (UK), 21.03.2013

Hazem Kandil übermittelt einen Lagebericht aus Kairo, wo die politische Situation zwischen den kontrahierenden und taktisch-koalierenden Lagern heillos verkeilt ist. Insbesondere der alte Sicherheitsapparat profitiert von dieser Situation: "Er scheint willens, von einer kompletten 'Befriedung' abzusehen, bis es den Revolutionären dämmert, dass die einzige Alternative zu Polizeirepression Chaos ist. Doch vollkommen passiv haben sie sich auch nicht verhalten. Zu sorgfältig gewählten Zeitpunkten und Orten haben sie die Demonstranten aufgemischt, angegriffen und in kurze, brutale Scharmützel verstrickt und Dutzende von Toten zurückgelassen. Nach jedem Zwischenfall wurden Untersuchungen angestrengt, ungenannte 'dritte Parteien' dafür verantwortlich gemacht und die Sache zu den Akten gelegt. ... Für die Sicherheitsoffiziere war die Botschaft deutlich: Unter der Muslimbruderschaft konnten sie weitermachen wie bisher. Überraschend kam das nicht. Eine Organisation, die besessen ist von brodelnden Verschwörungen der 'Feinde des Islams' und Frömmigkeit in der Gesellschaft mehren will, ist praktisch vorprogrammiert dafür, eine Polizei mit ansehnlichem Durchsetzungsvermögen zu schätzen zu wissen."

Außerdem: James Meek macht sich Gedanken über die Wiederkehr des britischen Chauvinismus in der englischsprachigen Sphäre, nur um zu schließen, dass sich Großbritannien vielleicht doch eher der EU als einem globalen UK zuwendet. T. J. Clark besucht eine Ausstellung über die Kunst der Eiszeit. Michael Herbert Miller bespricht Tedy Waynes Roman "The Love Song of Jonny Valentine", der frappierende Parallelen zu Justin Biebers Biografie aufweist. Michael Wood hat sich nochmals Pasolinis "Das 1. Evangelium - Matthäus" angesehen, den British Film Institute im Rahmen einer Pasolini-Retro zeigt. Anne Enright erinnert sich in ihrem Tagebuch an die Zensur in Irland.

Stichwörter: Anne Enright

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Rue89 (Frankreich), 17.03.2013

Ist es in Ordnung, wenn Rapper sich ihre Texte von anderen schreiben lassen oder bedeutet dies das Ende des HipHop? Dieser Frage eines „künstlerischen Tabus“ geht Francois Oulac nach und zeigt: Fast alle tun es. Es gebe zwei widerstreitende Meinungen: „Für die einen ist ein Rapper ein 'Unternehmer’, eine Marke, der bald Zulieferer mit sämtlichen Aspekten seines künstlerischen Universums beauftragt (Musik, Texte, Image). Die Puristen dagegen sehen in Ghostwriting ein Sakrileg von Leuten, die vorgeben, ihre Musik sei persönlich. Für Jean-Claude Perrier, Autor von zwei Anthologien des französischen Raps, bedeutet der Einsatz von Textern schlicht und einfach den Tod der Gattung: 'Es ist beklagenswert, man nimmt dem Rap damit den letzten Rest Authentizität. Rap beruht auf Worten, auf der absoluten Übereinstimmung des Texts und dem, der ihn vorträgt. Wenn man sogar diese Authentizität fortnimmt, wird ein Song daraus. Da sehe ich dann keinen Unterscheid mehr zwischen einem Rapper und Johnny Hallyday."

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New York Review of Books (USA), 04.04.2013

Kenneth Roth, Direktor von Human Rights Watch, ist nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von Drohnen, erhebt aber Einspruch gegen die vom amerikanischen Justizministerium vorgelegten Richtlinien zum Einsatz von Drohnen durch die CIA. Seiner Ansicht verstoßen sie gegen das in der Genfer Konvention formulierte Gebot, Feinde nach Möglichkeit gefangen zu nehmen anstatt sie zu töten: "Wer dieses Gebot nicht einhält, animiert andere Regierungen dazu, es ebenfalls zu umgehen. Ohne dass ein tatsächlicher bewaffneter Konflikt bestünde, könnten sie einen 'globalen Krieg' ausrufen und Verdächtige einfach töten. Man stelle sich das Unheil vor, das Russland auslösen könnte, wenn es in Europa angebliche tschetschenische 'Kämpfer' töten würde, oder wenn China uighurische 'Kämpfer' in den USA töten würde."

Weiteres: In einem Essay zieht Daniel Barenboim aus den kompositorischen Werk Rückschlüsse auf Beethovens Weltanschauung und politische Orientierung und stellt fest: ein Marktliberaler war er jedenfalls nicht.

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New Yorker (USA), 25.03.2013

"Die Tochter des Bergmanns“" überschreibt William Finnegan sein Porträt von Gina Rinehart, die nicht nur die reichste Frau Australiens ist, sondern auch eine der meistgehassten. Aufschlussreich ist das Porträt vor allem deshalb, weil man darin etwas über Gepflogenheiten und Irrsinn eines Kontinents erfährt, auf dem ernsthaft darüber gestritten wird, ob jemand als „Erbe“ bezeichnet werden darf, und dessen Bevölkerung laut Finnegan „nicht gerade für seine Hochachtung gegenüber Reichen“ bekannt ist. Das beweist auch eine einigermaßen bizarre Website: „Sie gegen Gina Rinehart lautet das Banner von howrichareyou.com.au. Die Seite lädt dazu ein, sein Jahresgehalt einzugeben. Gibt man 60.000 Dollar ein, wird man darüber informiert, dass Rinehart diese Summe alle 1,7 Minuten verdient. Darunter berechnet eine schnell ansteigende Zahl, wie viele Hundertausende 'in Ginas Tasche geflossen’ sind, seit man auf der Website ist'. Schließlich: 'Schätzen Sie mal, wer heute 107.703 Dollar verdient hat, während er auf dem Klo saß?’ Sie nicht. Und unter den Schätzungen, was man mit ihrem geschätzten Jahreseinkommen 2011 kaufen könnte: drei nukleargetriebene Flugzeugträger der Nimitz-Klasse.“

Weiteres: Lena Dunham erzählt, wie sie auf den Hund gekommen ist, respektive wie sie sich ihren Lebenstraum nach einem Hund erfüllte. Zu lesen ist außerdem die Erzählung „The Judge’s Will“ von Ruth Prawer Jhabvala.

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Letras Libres (Spanien / Mexiko), 01.03.2013

Aus Anlass der Legalisierung von Marihuana in den amerikanischen Bundesstaaten Washington und Colorado, zeichnet Ioan Grillo nach, wie sich der Ruf der "weichen" Droge in den USA verändert hat: "Während in den 80ern viele Amerikaner Drogen als das Problem Nummer eins ansahen, mit dem das Land konfrontiert war, sind die neuen Generationen eher besorgt über die Wirtschaft, die Staatsausgaben, die Kriege und andere Angelegenheiten. Viele beklagen sich über die hohen Kosten die es bedeutet, so viele Menschen wegen Drogen ins Gefängnis zu bringen, insbesondere im Fall Marihuana: Die Vereinigten Staaten geben jährlich mehr als 40 Milliarden Dollar für den Kampf gegen Drogen aus." Selbst von den Kirchen käme inzwischen grünes Licht. So zitiert Grillo den rechten Prediger Pat Robertson: 'Es ist schockierend, wie viele jungen Leute im Gefängnis enden und so zu Kriminellen werden, nur weil man sie im Besitz einer kleinen Menge dieser illegalen Substanz aufgefunden hat.'"

Stichwörter: Washington

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New York Times (USA), 17.03.2013

"Gott ist ein Argentinier." In der New York Times zeigt sich der argentinische Schriftsteller Martín Caparrós "beunruhigt angesichts der Frage, welche Wirkung dieses unerwartete göttliche Geschenk auf mein Land ausüben könnte. Als Guillermo Vilas in Frankreich seinen ersten Grand Slam gewann, packte uns Argentinier die Tennisbegeisterung; als Manu Ginóbili sich in der NBA durchsetzte, brach bei uns das Basketballfieber aus; als eine Argentinierin den Kronprinzen von Holland heiratete, wurden wir über Nacht zu begeisterten Monarchisten. Daran, dass Jorge Luis Borges ein wirklich bedeutender Schriftsteller ist, zweifeln wir dagegen bis heute, weil er nun einmal nie den Nobelpreis bekommnen hat. Umso stärker könnte sich die Tatsache, dass auf einmal 'einer von uns' auf dem Stuhl Petri sitzt, auf den Einfluss des Katholizismus auf unseren Alltag auswirken. Und der Katholizismus hat sich nie dadurch ausgezeichnet, dass er Nichtgläubige so leben lässt, wie sie glauben, dass sie es tun sollten. Wie überall, so ist der Vatikan auch hierzulande einer der wichtigsten Lobbyisten in allen konservativen, ja reaktionären Fragen - ein argentinischer Papst könnte die Macht dieser Lobbygruppe in ungeahnte Höhen katapultieren. Vielleicht aber auch nicht. Ich hoffe jedenfalls, ich täusche mich, wie so oft - was die Unfehlbarkeit angeht, wenden Sie sich bitte an Papst Francisco."

Ben Ehrenreich schickt für das Sunday Magazine eine lange Reportage aus dem palästinensischen Dorf Nabi Saleh in der Westbank, dessen Bewohnern durch die Siedlung Halamish der Zugang zu ihrem Brunnen versperrt wurde. In der Book Review feiert unter anderem Stephen Kind Joyce Carol Oates "The Accursed" als "besten postmodernen Schauerroman der Welt".

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Archiv: Magazinrundschau

Wie mit weißer Tinte geschrieben

14.10.2014. Drei amerikanische Medien sehen schwarz in Afrika: Die Newsweek überprüft George Clooneys Engagement für den Südsudan. Der New Yorker schildert die von Frankreich gerade so gestoppte Selbstzerfleischung der Zentralafrikanischen Republik. In der New Republic bezweifelt Martha Nussbaum den Sinn westlichen Engagements. Ungarische Magazine beschreiben, wie Intellektuelle sich vom Regime glattschleifen lassen. Im New Statesman unterhält sich Grayson Perry mit Martin Amis. Télérama widmet sich der krisenhaften Beziehung von Truffaut und Godard. Mehr lesen

Sex ist Komödie

07.10.2014. Der New Yorker begleitet die Müllmänner von Kairo. Nepszabadsag fragt, warum die EU einen Mann zum Bildungskommissar ernennen will, der in Ungarn die Medien kastriert hat. In Perfil erzählt Martin Kohan, warum die Vergangenheit nichts Unverrückbares ist. In Slate.fr erklärt Luc Dardenne, warum seine Filme mehr Intuition als Moral haben. Das New York Magazine lässt Drohnen fliegen. Der Mars ist die Grenze, ruft Elon Musk in Aeon. Mehr lesen

Silber unter das Blau

30.09.2014. Vice erzählt, wie die internationale Frauenbrigade Al-Khansa-Brigade des IS die Frauen im syrischen Raqqa inspiziert. Der New Yorker schildert, wie geschickt die Kurden für einen eigenen Staat kämpfen. Außerdem bewundert er die Schattierungen von Blau des Malers Chris Ofili auf Trinidad. Fortune stellt die ENIAC-Frauen vor, die das Programmieren erfanden. Bloomberg erzählt, warum die USA längst ein Mittel gegen Ebola haben könnten. Linkiesta staunt, wie gut die chinesische mit der italienischen Mafia kann. Die BBC porträtiert den erfolgreichen griechischen Bankräuber und Volkshelden Vassilis Paleokostas. Mehr lesen

Aurale Zwischenposition

23.09.2014. Vanity Fair erklärt, warum gerade die schnelle Hilfe die Verbreitung des Ebola-Virus begünstigt hat. La vie des idees schildert die ungleiche Behandlung von Muslimen und Juden in Frankreich. Medium begleitet freiwillige Rettungshelfer durch Aleppo. Der Guardian versinkt in der Korruption Timbuktus. IndieWire analysiert den komplexen Signifikanten in Steven Soderberghs Mini-Serie "The Knick". Die Financial Times fragt sich, ob Firmen-PR der neue Journalismus ist. Die New York Times weiß, wann Politiker zu Promis wurden. Mehr lesen

Dieser Ahhhhhhh-Moment

16.09.2014. In El Pais Semanal erklärt Javier Cercas, warum Katalonien nicht Schottland ist. Im Guardian lehnt Howard Jacobson den totalen Sieg im Diskurs ab. Mehr erhabene Kunst fordert in Nepszabadsag der neue Direktor der Budapester Kunsthalle. Der New Statesman porträtiert den Bürger als Kriegsberichterstatter. The Atlantic besucht einen afghanischen Jungen, der ein Mädchen ist. Die Hudson Review trauert mit Berlioz um Hamlet. Der New Yorker sucht Wonder Women. Mehr lesen

Maoistische Synthese der Oppositionen

11.09.2014. Diese Woche war die Magazinrundschau so riesig, dass wir sie geteilt haben. Heute also der zweite Teil mit einem sehr lesenswerten Artikel von Assaf Sharon in der NYRB über die verfehlte Politik Netanjahus. Bookforum stellt eine Geschichte Gazas vor. Im Guardian gerät AL Kennedy über einen goldenen Ferrari ins Grübeln. In Eurozine beschreibt der Soziologe Boris Dubin die Machtlosigkeit der russischen Gesellschaft. Und das New York Magazine stellt die CEO Martine Rothblatt vor, die ihre Ehefrau als Computer hat nachbauen lassen. Mehr lesen

Zentrum und Peripherie

09.09.2014. Die London Review besucht die Ostukraine und stellt fest: alles Übel begann auf der Krim. Im Mittelweg 36 streitet Reinhard Merkel das ab: die Krim hat die Seperation doch gewählt. Die Blätter machen die Lösegeldzahlungen der EU verantwortlich für den Gewaltmarkt im Nahen Osten. Das Schreibheft erinnert an den Lyriker Uwe Greßmann. Pitchfork und Telerama trauern den analogen Zeiten nach. Und der New Yorker fragt, warum ein Arbeiter bei McDonalds so wenig verdient, dass er auf staatliche Essensmarken angewiesen ist. Mehr lesen

Allein die Schrift!

02.09.2014. Bloomberg Businessweek macht sich jung und guckt AwesomenessTV. Der Merkur staunt über die Textlastigkeit der Suhrkamp-Kultur. Das Chicago Magazine erinnert daran, wer zuerst Handys wollte: die Polizei. The Verge schildert den Titanenkampf zwischen Uber und Lyft. In HVG denkt Péter Esterházy über Kleinkariertheit nach. Die Poetry Foundation bewundert den "Emperor of Ice-Cream". Mehr lesen

Kompass des Bösen

26.08.2014. Im Spectator gibt der Historiker Tom Holland einen Einblick in die religiösen Vielfalt Mesopotamiens, die die Isis gerade zerstört. Vanity Fair erzählt die Geschichte der Madame Claude. Dawn stellt ein Buch über den muslimischen Zionismus in Pakistan vor. Kathrin Passig denkt in Funkkorrespondenz über die Nützlichkeit irrationaler Argumente nach. Die Public Domain Review erzählt, wie das Lachgas den Schriftstellern und Wissenschaftlern die Sprache verschlug. Das TLS liest eine neue Brecht-Biografie. Mehr lesen

Düster, aber gesund

19.08.2014. In Wired erklärt Edward Snowden, wie die besten Absichten direkt in die Hölle führen. Nepszabadsag fragt: Soll Imre Kertesz den selben Orden annehmen wie Göring? In Film Comment  will Alexander Sokurow dem Kino mit Literatur aus den Kinderschuhen helfen. Soziale Mobilität gibt es nicht, verkündet der Soziologe Jules Naudet in Les inrockuptibles. The Dissolve freut sich auf den Pepys aus Hollywood. Mehr lesen

Ein weiterer Pfannkuchen

12.08.2014. The Nation porträtiert Alessandro Spina, Chronist des Untergangs des italo-arabisch-ottomanischen Universums. Die London Review wird von einem Stalker verfolgt. Al Ahram fragt: Was wollen die Palästinenser? Im New York Magazine schildert Werner Herzog seine einzige Drogenerfahrung mit Marmelade von Popol Vuh. Bloomberg Businessweek erzählt, wie Tony Blair versuchte, Gaddafis Geld zu verwalten.
Mehr lesen

Der Wille zur Jacht

04.08.2014. Telerama und der New Yorker suchen den Aufstieg über den krummen Pfad. Elet es Irodalom und das San Francisco Magazine freuen sich über die Demokratisierung der Kritik durch das Internet. Harper's Magazine beantwortet die Frage, ob James Joyce Syphilis hatte. MicroMega porträtiert den linken uruguayischen Staatspräsidenten Pepe Mujica als Franziskaner. Medium begleitet Obdachlose zu Tests für die Pharmaindustrie. Pitchfork feiert die Renaissance des Vinyl. Mehr lesen

Der Leser, den ich liebe

29.07.2014. The New Republic jagt einen Sturm namens William T. Vollmann. In der New York Review of Books lernt Jonathan Freedland von Ari Shavit, was linker Zionismus ist. Die London Review of Books porträtiert einen doppelt impotenten Alain Robbe-Grillet. Hairpin porträtiert eine Giftmörderin des 17. Jahrhunderts, die Marquise de Brinvilliers. Pacific Standard fragt: Was ist Ihre DNA wert? Der New Yorker sucht das weibliche Hirn bei Radikalfeministinnen und Trans-Frauen. Mehr lesen

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

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