Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 12.02.2012, 21.04 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Das Ideal der Jugend

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

21.04.2009. Im Espresso ruft Suketu Mehta seinen Schriftstellerkollegen zu: Rettet die Sprache vor den Bankern! Im Guardian liest Julian Barnes das einzige bezahlte Gedicht von Arthur Hugh Clough, "Amours de Voyage". Die polnische Sprache ist ein einziger Ausdruck des Misstrauens, klagt Tygodnik Powszechny. In Commonweal beschreibt Terry Eagleton den Kampf von Kultur und Zivilisation. Google kann hellsehen, stellt der Economist fest. Die Finanzelite verhindert genau jene Reformen, die sie retten soll, erklärt The Atlantic.

L'Espresso (Italien), 16.04.2009

Bild zum ArtikelDer in New York lebende Autor und Journalist Suketu Mehta appelliert an den eigenen Berufsstand, die Welt vor den Bankern zu retten. Wir müssen uns die Begriffe zurückerobern, erklärt Mehta. "Wenn der Wirtschaftsteil einer Zeitung so unverständlich wird wie eine wissenschaftliche Publikation, dann sollte uns das stutzig machen. George Orwell hat in 'Politics and the English Language' auf die Ausbreitung des Fachjargons hingewiesen, der benutzt wird, um Übeltaten und Tyrannei zu verschleiern. 'In der heutigen Zeit werden politische Diskurse vor allem dazu benutzt, das Unhaltbare zu verteidigen', schreibt Orwell. Wenn wir heute das Wort 'politisch' durch finanziell' ersetzen, erhalten wir eine Analyse der Sprache unserer modernen Wirtschaft (...). Wie Tolstoi über die napoleonischen Kriege geschrieben hat, so müssen unsere heutigen Romane die Finanzkriege des 20. Jahrhunderts verstehen und vermitteln. Unsere Demokratie hängt davon ab, dass normale Leute die Sprache der Elite verstehen."

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The Guardian (Großbritannien), 18.04.2009

Bild zum ArtikelJulian Barnes empfiehlt wärmstens, den Dichter Arthur Hugh Clough (1819-1861) zu lesen, der zu Lebzeiten wegen seines Sarkasmus', seiner Ehrlichkeit und seiner Kritik am modernen Leben gering geschätzt wurde. Diesen Monat gibt Persephone Books Cloughs "Amours de Voyage" neu heraus. "In diesem großen Langgedicht, das zugleich eine großartige Novelle ist, geht es im Grunde ums Scheitern, darum, den Tag nicht zu nutzen, um Missdeutungen und Überinterpretationen, um Feigheit. Feigheit ist generell für den Autor interessanter als Mut, ebenso wie das Scheitern spannender als der Erfolg; und vielleicht, wie [der Protagonist] Claude kühl beobachtet, schließt das Verlangen nach Güte ihr Empfangen aus. Und zum Erfolg: 'Amours de Voyage' wurde zuerst im Atlantic Monthly 1858 veröffentlicht; vielleicht sollten Autoren, die sich so um Honorare, Vorschüsse, Nutzungsrechte, Verwertungsrechte, Urheberrechte, um Agenten und um ihren Status sorgen, einmal darüber nachdenken, dass dies das einzige mal in Coughs gesamtem Leben war, dass er für eines seiner Gedichte überhaupt etwas bezahlt bekam."


Weiteres: Anlässlich der Londoner Buchmesse, die sich in diesem Jahr der indischen Literatur verschrieben hat, versammelt der Schriftsteller Amit Chaudhuri einige lose Gedanken zur Frage, was K. Satchidanandan, Tarun J. Tejpal und William Dalrymple zu indischen Autoren macht. Adam Thirlwell schreibt über die Nouvelle Vague: "Die Nouvelle Vague brachte das Kino auf die Straße. Dann betrat sie das Schlafzimmer, das Badezimmer - die Welt des Zensierten und Verborgenen. Das Ideal der Jugend war absolute Wahrhaftigkeit." Und James Campbell porträtiert den amerikanischen Dichter August Kleinzahler.

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Tygodnik Powszechny (Polen), 19.04.2009

Bild zum ArtikelEin Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe ist der Zustand der polnischen Sprache. Für den Literaturkritiker Piotr Sliwinski tragen die Medien durch eine vorgebliche Jugendlichkeit und Lockerheit zu einer Vulgarisierung der Sprache bei. Zugleich liege das Problem tiefer: "Die Sprache wurde zum Ausdrucksmittel eines Tiefpunkts an gegenseitigem Vertrauen. Wir trauen anderen weder Kompetenz noch guten Willen zu. Wir glauben auch nicht mehr an die Möglichkeit der Verständigung durch Sprache. Verständigen - nein, demütigen - ja."


Während die Sprachwissenschaftlerin Krystyna Waszakowa im Gespräch mit dem Magazin zu beschwichtigen versucht - in der historischen Perspektive ist die gegenwärtige Invasion von Anglizismen nichts Außergewöhnliches, und Hauptsache, das Polnische bleibt eine lebendige Sprache - macht sich der Schriftsteller Eustachy Rylski doch Sorgen: "In der öffentlich gesprochenen Sprache irritiert mich prinzipiell nur eines, das dafür aber sehr - es geht um die Betonung. In vielen Sprachen, zum Beispiel im Russischen, ist sie etwas Grundlegendes, im Polnischen wird sie ignoriert. Ich kriege Zahnschmerzen, wenn ich Vorleser, Ansager und Journalisten höre - alles Leute, die vom Polnischsprechen leben. Die Betonung ist die Seele der Sprache. Eine falsche Betonung beraubt die Sprache ihrer Natur, ihrer Gestalt."

Marcin Wicha porträtiert Feliks Topolski - den "wohl berühmtesten der vergessenen Künstler". Zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde sein Monumentalgemälde "Memoir of the Century" im früheren Atelier am Londoner Waterloo-Bahnhof restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. (Hier ein englischsprachiger Blogeintrag zu diesem Thema). Obwohl Topolskis Rang in der Geschichte der Zeichnung wichtig ist, konstatiert Wicha: "Heute kann man sein Gemälde kaum als große Kunst anerkennen. Was bleibt, ist die Geschichte eines Mannes der ein Dreivierteljahrhundert lang den Bleistift nicht aus der Hand gelegt hat, zeitlebens Karriere machte und dabei wohl ziemlich viel Spaß hatte."

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Commonweal (Großbritannien), 01.04.2009

Der linkskatholische Literaturtheoretiker Terry Eagleton schreibt über die Renaissance der Religionen, die er durchaus auch kritisch sieht. Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Kultur stellt er als Antwort auf die Globalisierung und den Relativismus des Kapitalismus dar. Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen sieht er nicht so sehr als Kampf der Kulturen, oder Kampf von Zivilisation und Barbarei, sondern als Kampf von Kultur und Zivilisation. "Zivilisation meint in dieser Entgegensetzung Universalität, Autonomie, Wohlstand, Individualität, Rationalität, Selbstzweifel und Ironie. Kultur bedeutet Tradition, Kollektivität, Leidenschaft, unreflektiertes Denken, Abwesenheit von Ironie, Irrationalität. In dem Begriff Kultur schießen alle jene unreflektierten Loyalitäten und Zugehörigkeiten zusammen, für die Männer und Frauen in Extremsituationen auch töten würden. In den meisten Fällen sind die ehemaligen Kolonisatoren Zivilisationen und die ehemaligen Kolonien Kulturen."

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The Economist (Großbritannien), 17.04.2009

Bild zum ArtikelGoogle kann bekanntlich alles, weiß alles und schluckt alles. Jetzt kann die Suchmaschine auch noch hellsehen: "Hal Varian, ein Wirtschaftsprofessor in Berkeley, der zufällig auch noch der Chefökonom von Google ist, glaubt, dass aus Internet-Such-Statistiken gewonnene Daten dabei helfen können, bestimmte ökonomische Entwicklungen vorherzusagen, bevor sie statistisch nachweisbar sind. In einem Artikel, den er mit seinem Google-Kollegen Hyunyoung Choi geschrieben hat, kommt er zum Schluss, dass die Fluktuationen in der Häufigkeit, mit der die Leute online nach bestimmten Worten oder Wendungen suchen, dabei sehr nützlich sind. Mit ihrer Hilfe lasse sich die Genauigkeit der ökonometrischen Modelle verbessern, mit denen sich zum Beispiel die Verkaufszahlen im Einzelhandel oder auf dem Immobilienmarkt voraussagen lassen. Die realen Zahlen auf diesen Gebieten haben immer Verspätung. Googles Suchdaten dagegen werden täglich aktualisiert, so dass sie theoretisch Veränderungen im Konsumenten-Verhalten vor der Veröffentlichung offizieller Zahlen abbilden können."


Vorgestellt wird ein Buch des ehemaligen irakischen post-saddamitischen Regierungsbeamten Ali Allawi, in dem er die "Krise der islamischen Zivilisation" beschreibt: "Ruhig und gründlich dekonstruiert Allawi die Idee eines Erstarkens des Islam. Die islamistischen Bewegungen und säkularen Regierungen haben zwar reichlich Lippenbekenntnisse zum Islam abgelegt, aber seien alle miteinander grandios gescheitert bei ihren Versuchen, sich auf authentische islamische Prinzipien zu stützen - Prinzipien, die für Allawi mit innerer Spiritualität genausoviel zu tun haben wie mit äußerer Religiosität. Die Ergebnisse kann man überall sehen. Autokratische Regierungen verletzte Menschenrechte, im Iran, in Saudi-Arabien, im Sudan oder auch in säkularen Staaten wie Ägypten und Syrien. Die Wirtschaft ist korrupt und dilettantisch, die angeblichen ethischen Prinzipien - wie ein islamisches Bankwesen - sind reine Fassade."

In weiteren Artikeln geht es um schlechte Verkaufszahlen für Nintendo, die das Unternehmen durch Erweiterung seines Sortiments zu kontern versucht und um das aufgeschobene, aber nicht aufgehobene Internet-Zugangs-Sperrgesetz in Frankreich. Die Titelgeschichte, die dem zukünftigen Präsidenten Südafrikas Jacob Zuma gewidmet ist, wird ergänzt durch die Besprechung von gleich drei Sachbüchern zur jüngsten Geschichte des Landes. Besprochen wird außerdem unter anderem eine "meisterhafte" Studie von Richard A. Goldswaite über die "Ökonomie der Renaissance in Florenz". Einen Nachruf gibt es auf den Filmkomponisten Maurice Jarre.

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MicroMega (Italien), 17.04.2009

Bild zum ArtikelEin weiteres Beben erschüttert Italien, aber diesmal ist es ein journalistisches. Michele Santoro moderiert "Annozero", ein wöchentliches Magazin auf dem Staatssender RAI 2. Jetzt hat er Ärger bekommen, weil er kritische Fragen zu den Schutzmaßnahmen vor und den Hilfsmaßnahmen nach dem Erdbebens stellte, das die Gegend um L'Aquila am 6. April traf. Auch den Kollegen Vauro Senesi traf deshalb der Bannstrahl des Intendanten. Die heldenhaften Rettungskräfte zu kritisieren, das ist in Italien derzeit verboten. Auch viele Medien brandmarken die Kollegen als "Nestbeschmutzer". Am Dienstag nach Ostern titelte die Tageszeitung Il Giornale: "Santoro steht jetzt mit dem Rücken zur Wand". MicroMega aber leistet den Bedrängten Schützenhilfe, zum Beispiel in Gestalt von Giovanni Perazzoli. "Die Bestrafung von Santoro diente einzig und allein dem Zweck, zu zeigen, wer das Sagen hat. Santoro wird in einer der nächsten Sendungen Abbitte leisten müssen, und Vauro wird suspendiert, für eine Sendung. Das ist keine Retourkutsche innerhalb der Rai. Was zählt, ist der Öffentlichkeit zu zeigen, dass der Chef die Hosen anhat. Es gibt einen Freundeskreis im Hintergrund, so die Botschaft, der alles im Griff hat. Selbst, wenn das Unrecht zum Himmel schreit. Je deutlicher es sich manifestiert, desto stärker erscheint der Chef, wenn er die sinnwidrige Bestrafung ausspricht. Darüber regt sich dann maximal die eine oder andere Edelfeder auf - das Spiel ist gewonnen, die Würfel gefallen. Italien ist wieder ein bisschen weniger demokratisch."

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Polityka (Polen), 20.04.2009

Bild zum ArtikelRyszarda Socha schildert die Versuche Ulrich von Krockows, den Besitz der Familie in Pommern wiederzuerlangen. Es ist eine sehr verwickelte Geschichte: "Im Danziger Staatsarchiv reichen Dokumente, die das Geschlecht derer von Krockow und dessen Güter betreffen, bis ins 13. Jahrhundert zurück. Je nachdem, wer gerade in Pommern die Oberhand hat, nennen sich die Herren von Krokowa mal Krokowski, mal von Krockow. Im 20. Jahrhundert wechselte ihre Heimat mehrfach die staatliche Zugehörigkeit. Daher wandte sich Ulrich von Krockow auch nicht an den Präsidenten, um die polnische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Er bemühte sich lediglich beim pommerschen Wojewoden um eine Bestätigung, dass er diese Staatsbürgerschaft besitzt. Die Geschichte dieser Bemühungen währt bereits 19 Jahre, hat gerade einen Kreis beschrieben und ist wieder beim Ausgangspunkt angelangt. (...) Vom Ausgang dieses Falles hängen das Schicksal des Landsitzes ab, den Ulrich in Pommern erworben hat, und gegebenenfalls auch das Schicksal anderer pommerscher Schlösser und Ländereien aus der Vorkriegszeit."

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The Atlantic (USA), 01.05.2009

Bild zum ArtikelSimon Johnson hat für den Internationalen Währungsfonds gearbeitet und Länder wie Russland, die Ukraine und Argentinien beraten. Nun schreibt er über die Krise in den USA und muss Parallelen zu den "Emerging Markets" feststellen, die ihn für die Zukunft nichts Gutes hoffen lassen: Wie in den Schwellenländern, so schreibt Johnson, "hat die Finanzelite im Fall der USA eine zentrale Rolle für die Entstehung der Krise gespielt, mit stillschweigender Unterstützung der Regierung, bis zum unvermeidlichen Kollaps. Schlimmer noch, jetzt nutzt sie ihren Einfluss, um genau jene Reformen zu verhindern, die wir schnell brauchen, um die Wirtschaft aus ihrem Fall zu befreien. Und die Regierung scheint nicht fähig oder willens zu sein, gegen sie anzukämpfen."


Außerdem bespricht Benjamin Schwarz neue Bücher über den Nationalsozialismus, unter anderem von Richard J. Evans und Peter Fritzsche.

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Archiv: Magazinrundschau

Morbid-intimes Sentiment

07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen

Pakt des Nicht-Lesens

31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen

So roch die Welt der Männer

24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen

Ständige Verwirrung

17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Hm, das ist komisch

10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen

Das Ohr des Präsidenten

03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen

Blicken Sie ins Dunkel

20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen

Die Treppe für Texte

13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen

Diese glühbirnenköpfige Kreatur

06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen

Lesen, aber nicht berühren

29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen

Ein veritabler Brocken

22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen

Aber man vibriert

15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen

Das Kulturerbe der Muppets

08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar NarancsMehr lesen

Die Früchte der Revolution

01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen

Warum nicht alles?

25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen

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