Bücher der Saison
Eine Auswahl der interessantesten, umstrittensten und meist besprochenen Bücher der Saison.
Literaturbeilagen
All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
Über uns
Service für Leser
Service für Kunden
Jobs
Historische Tage
Artikel von
Links
Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.
Bücher von Lesern empfohlen

Shahriar Mandanipur: Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

Javier Marias: Dein Gesicht morgen

Ewige Werte
- Post aus der Antarktis
- Fallende Blätter: die Lage des Feuilletons heute
- Domenico Scarlatti
- Olaf Sundermeyer und der Perlentaucher: Richtigstellungen
- Die Perlentaucher-Affäre und das System Schirrmacher
- Der sogenannte neue Übersetzerstreit
- Die Zeitungen und die Freien
- Neu und Nach: ein Übersetzerstreit
- Anna Politkowskaja
- Politkowskaja
- Wikipedia und der Google Juice
- Andre Müller interviewt Arno Breker
- Canfora, Stalin, Le Goff
- 100 wichtige Intellektuelle aus der Provinz
- Adam Michnik
- Seyran Ates: Antwort auf Jutta Limbach
- An die französischen Neinsager
- Der 8. Mai war keine Befreiung
- Thomas Kling
- Let's Talk European!
- Der biedere Untergang
- Marie-Luise Scherer
- Das Ende der Berliner Seiten
- Gustav Seibt über Götz Aly
- Litchfield, Rechnitz, Thyssen-Bornemisza
- Das Kempowski-Dossier
- Nichts ohne Netz: Zeitungen online
- Grass und die SS: ein Linkdossier
- Die Öffentlich-Rechtlichen und das Netz
- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
- Google Fraktur
- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Magazinrundschau
Die Magazinrundschau
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
15.08.2006. Die Gazeta Wyborcza sieht die EU in Nationalismen versinken. Im Spiegel ruft Irene Dische dem norwegischen Schriftsteller Jostein Gaarder zu: Suchen Sie sich andere Objekte für Ihren Hass! Im New Yorker forscht Seymour Hersh nach den wahren Interessen Amerikas an Israels Militärschlag im Libanon. In Al Ahram warnt Haim Bresheeth vor der "jüdischen Lobby". In der London Review kritisiert Yitzhak Laor vor dem "jüdischen Goliath". In Heti Valasz fragt sich der Historiker Andreas Oplatka, ob Imre Nagy wirklich als Kommunist durchgehen kann. Il Foglio erzählt chinesisch-taiwanesische Spionagegeschichten. Im Spectator besteht Boris Johnson darauf, dass er ein britischer Fisch ist. Folio verbreitet ausschließlich Lügen. Und der Guardian porträtiert den großartigen australischen Künstler Ron Mueck.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Gazeta Wyborcza (Polen), 12.08.2006
"Mit der EU-Verfassung ging die Ära der großen europäischen Projekte zu Ende. Ein Jahr nach der Katastrophe der beiden Referenden schweben wir immer noch im Vakuum", konstatiert Jacek Pawlicki, der Europa im Nationalismus versinken sieht. "Die europäischen Nationalismen sind bei weitem nicht so bedrohlich wie in den 1930-er Jahren, aber sie sind im Stande, die Integration des Kontinents zu gefährden. Das erste Opfer ist dabei das Prinzip der Solidarität, und die nächste Herausforderung ist ganz klar die Immigration." Eigentlich müsste die Antwort auf solche Probleme mehr Europa sein, aber "vielleicht ist der Niedergang der EU schon vorgezeichnet?"
Im Interview gesteht der Schriftsteller Pawel Huelle, dass es für ihn nichts Langweiligeres gibt als die Avantgarde, denn: "Nichts altert so schnell wie die Moderne." An die Zukunft mag er nicht glauben. "Ich möchte niemandem die Sommerferienlaune verderben, aber wir leben in einer Zeit, in der es mit der traditionellen europäischen Kultur zu Ende geht. Sie ist ein sinkendes Schiff, das sich immer weniger steuern lässt, und es ist kein Land in Sicht."
Weitere Artikel: Izabella Adamczewska und Aleksandra Hac prophezeit die Wiedergeburt des "Gelobten Landes". Aber nicht im Nahen Osten, sondern in der früheren Textilmetropole Lodz, im "Manchester des Ostens", das der Nobelpreisträger Wladyslaw Reymont 1899 als magischen Anziehungspunkt für unternehmerische Abenteurer beschrieb - als "Gelobtes Land" eben. Nach der Depression der De-Industrialisierung kehrt der Optimismus in die zweitgrößte Stadt Polens zurück, dank ausländischer Investitionen und Einheimischer, die neues Leben in alte Fabrikgemäuer einhauchen. (Diesen Artikel kann scheint man nur im Quelltext lesen zu können.) Und Anna Dudzinska und Bartlomiej Kuras stellen fest, dass immer mehr Polen im ukrainischen Lviv, dem früheren polnischen Lwow, (auf Deutsch heißt es Lemberg) gleich hinter der Grenze studieren. "Die Gebühren sind niedriger als in Polen und die Atmosphäre einmalig", wird die Entscheidung begründet.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Der Spiegel (Deutschland), 14.08.2006
"Es reicht!", meint die deutsch-amerikanische Schriftstellerin Irene Dische in einem Kommentar zu Jostein Gaarder (mehr hier) und anderen Kritikern Israels, die sich nur höchst ungern über israelische Kriegsopfer, Menschenrechtsverletzungen in den palästinensischen Gebieten oder den vulgären Antisemitismus im Libanon empören und nicht sehen wollen, dass Israel von Staaten umgeben ist, die ihm das Existenzrecht absprechen: "Kein anderes Land, das um sein Überleben kämpft, würde so beurteilt werden. Es ist gut möglich, dass der gegenwärtige Konflikt nur der Auftakt zu einem großen Drama ist, das mit dem Erlöschen des jüdischen Staates endet, der, wie in einer griechischen Tragödie, genau das heraufbeschwört, was er vermeiden will: den Untergang. Und wenn Israel schließlich ins Meer gestoßen ist, gibt es eine zugegebenermaßen krankhafte Genugtuung für mich: Leute wie Jostein Gaarder müssen sich andere Objekte für ihren Hass suchen."
Weiteres: Der Titel ist den jüngsten Attentatsplänen der al-Qaida gewidmet, die, so Yassin Musharbash, ihre früheren Ausbildungscamps längst durch Schulungskurse im Internet ersetzt hat. Zu lesen ist auch ein Vorabdruck aus Henryk M. Broders neuem Buch "Hurra, wir kapitulieren", eine Abrechnung mit der Appeasement-Politik des Westens gegenüber dem militanten Islam. Hans-Michael Kloth und Klaus Wiegrefe haben beim Blick in die Archive festgestellt, dass die Führungsspitze des Bundes der Vertrieben stärker mit Ex-Nazis besetzt war als bisher angenommen: Bis in die achtziger Jahre waren demnach von etwa 200 Funktionäre ein Drittel Mitglied der NSDAP oder anderweitig belastet.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
The New Yorker (USA), 21.08.2006
Seymour M. Hersh untersucht die "Interessen Amerikas an Israels Krieg". Trotz der bei Beginn der Auseinandersetzungen offiziell abwartenden Haltung des amerikanischen Außenministeriums stehe fest: "Die Regierung Bush war eng in die Pläne für die israelischen Vergeltungsschläge einbezogen. Präsident Bush und Vize Dick Cheney waren, wie mir derzeitige und frühere Geheimdienstleute und Diplomaten erzählten, davon überzeugt, dass eine erfolgreiche Bombenattacke der israelischen Luftwaffe gegen die Hisbollah ... Israels Sicherheitsbedenken beruhigen und zugleich als Auftakt zu einem möglichen amerikanischen Präventivschlag dienen könnte, um die Atomanlagen des Iran zu zerstören."
Zu lesen sind außerdem ein Kommentar von Hendrik Herzberg über den wachsenden Widerstand gegen den Irakkrieg und die Erzählung "The Spot" von David Means. Adam Kirsch bespricht unter der schönen Überschrift "Der bekiffte Philosoph" die englische Erstveröffentlichung von Walter Benjamins "Über Haschisch" und die "Berliner Kindheit". Joan Acocella schreibt über israelischen Tanz im Lincoln Center. Alex Ross stellt drei neue amerikanische Opern vor. Und David Denby sah im Kino Oliver Stones Film "World Trade Center" über den 11. September. Er fand ihn wider Erwarten gar nicht so schlecht: "Stone bahnt sich seinen Weg zu unseren Gefühlen mit dem gewöhnlichen Nachdruck, aber mit mehr Klarheit, Vernunft und Maß als in der Vergangenheit."
Nur im Print: ein Brief aus New Orleans über ein verlorenes Jahr, ein Text, der sich mit der sich nicht unmittelbar erschließenden Frage beschäftigt, ob Surfen je wieder sein wird, was es einmal war, eine Untersuchung, was Dirigenten Musikern eigentlich übermitteln, und Lyrik.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Al Ahram Weekly (Ägypten), 10.08.2006
Der in London lehrende Kultur- und Medienwissenschaftler Haim Bresheeth wärmt eine alte Verschwörungstheorie auf. Eine die Spitzen US-amerikanischer und europäischer Medien dominierende "jüdische Lobby", so seine Vermutung, verbreite pausenlos israelische Propaganda und unterstütze so auch die "schlimmsten Gewaltexzessse Israels". "Was ist nur aus den Nachfahren der Propheten und der Holocaust-Überlebenden geworden?", fragt Bresheeth und entdeckt in meinungsbildenden "Koryphäen wie Bernard-Henri Levy oder Alain Finkielkraut" einen "neuen Typ des rechten jüdischen Intellektuellen": "Wie kann etwa die britische Öffentlichkeit eine korrekte und genaue Sicht der Ereignisse bekommen, wenn der Chor der Apologeten täglich einstimmig sein Lied singt, uns vor Fakten, Beweisen, der Wahrheit bewahrend und jeden Kritiker israelischer Gewalt als Antisemiten brandmarkend?"
Der Politikwissenschaftler Hassan Nafaa überlegt, warum die Hisbollah es vermochte, die libanesische Gesellschaft und die arabische Welt insgesamt "mit Stolz" zu erfüllen. Zunächst mal sei es 2000 "einer Widerstandsgruppe erstmals in der Geschichte des israelisch-arabischen Konflikts gelungen, die Israelis zum Rückzug aus besetztem arabischen Territorium zu zwingen". Und zum zweiten zeige der jetzige Krieg: "Ein Staat, der seine Bürger nicht beschützen kann, ist seinen Namen nicht wert... In der gegenwärtigen Konfrontation mit Israel sind wir mit gegensätzlichen Bildern konfrontiert. Das eine zeigt Israel, einen militärischen Behemoth ohne Moral. Das andere zeigt den Widerstand, der das Monster herausfordert und demütigt. Die Hisbollah geht aus dieser Konfrontation glänzender hervor als alle arabischen Regierungen zusammen. Und die Libanesen scheinen erfinderischer als alle anderen arabischen Gesellschaften."
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
London Review of Books (Großbritannien), 17.08.2006
Der israelische Schriftsteller Yitzhak Laor geht harsch mit seinen Landsleuten ins Gericht: "Sobald Details über den Hinterhalt von Bint Jbeil, bei dem acht israelische Soldaten starben, öffentlich wurden, begannen Presse und Fernsehen in Israel kritische Stimmen zu marginalisieren. Die Medien fielen zurück in den Kitsch, an den Israelis sich von Kindheit an gewöhnen müssen: die bedrohlichste Armee der Region wird hier beschrieben, als sei sie der David gegen den arabischen Goliath. Tatsächlich hat der jüdische Goliath den Libanon zwanzig Jahre zurückgeworfen und die Israelis noch weiter: Wir erscheinen nun als eine Lynchmob-Kultur, am Fernseher klebend, angestachelt von einem Premier, der seine Führung mit einem Feuersturm und Zerstörung auf beiden Seiten der Grenze gestartet und legitimiert hat."
In einem wundervoll Haken schlagenden Text ergründet der Wissenschaftshistoriker Steven Shapin eine bedeutsame gesellschaftliche Entwicklung: die Transformation der Köche von "Leuten, die für billiges Geld für Reiche kochen, in Menschen, für die einige Reiche liebend gern umsonst arbeiten arbeiten würden". Anlass ist "Heat", das Buch von New-Yorker-Autor Bill Buford, über "An Amateur's Adventures as Kitchen Slave, Line Cook, Pasta-Maker and Apprentice to a Butcher in Tuscany".
Weiteres: Charles Glass beschreibt die Hisbollah als allem äußeren Anschein entgegen moderne militärische Truppe. Und in seinem Tagebuch stellt August Klein fest, dass Tony Blair seinen Karikaturen immer ähnlicher wird.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Heti Valasz (Ungarn), 10.08.2006
Zum 50. Jahrestag des ungarischen Volksaufstandes von 1956 sind unveröffentlichte Archivmaterialien erschienen. Andreas Oplatka, Historiker und ehemaliger Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung, analysiert die Tagebücher des inhaftierten Anführers Imre Nagy. Er sei auch nach dem Aufstand ein Kommunist geblieben, aber "seltsamerweise waren seine Ansichten auch mit Standpunkten vereinbar wie: Die bedingungslose Treue zur Sowjetunion ist kein Prüfstein der Politik eines sozialistischen Landes. Der echte Internationalismus des Proletariats bedeutet Gleichrangigkeit, nicht demütige Dienerschaft gegenüber Moskau. Mehrparteiensystem und Sozialismus sind kompatibel. Nagy betonte, dass das Volk die Neutralität Ungarns fordere - auch das war mit seinen kommunistischen Ansichten vereinbar. Der Warschauer Pakt, aus dem Ungarn am 1. November 1956 austrat, war für ihn grundsätzlich negativ, ein Instrument der Blockpolitik. Die Revolution sei der Unabhängigkeitskampf eines gekränkten Volkes gewesen, das vom chauvinistischen russischen Imperialismus niedergeschlagen worden sei. Noch einmal: War er wirklich ein Kommunist?"
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Il Foglio (Italien), 12.08.2006
Seit Ende Juni wird Top-Beamten der chinesischen Regierung zur Abschreckung ein Video von dem Prozess gegen den - später hingerichteten - taiwanesischen Spion Tong Daning gezeigt. Antonio Talia nimmt den Fall zum Anlass, die aufsehenerregendsten Fälle des andauernden Spionagekriegs zwischen China und Taiwan zu beschreiben. "Zhu Gongxun etwa ist ein Angehöriger des taiwanesischen Geheimdienstes. Die Chinesen haben ihn im vergangenen Mai in der Provinz Guangxi gefasst, im Südwesten des Landes, nachdem er über die Grenze zu Vietnam herein gekommen war, mit einem weiteren Agenten, von dem man nur den Nachnamen weiß, Li. Die Details der Operation sind diffus. Zhu sei in die Falle eines fiktiven chinesischen Verräters gegangen, heißt es. Zhu ist kein gewöhnlicher Agent. Er ist der Vizechef der Abteilung, die für alle taiwanesischen Zellen im südöstlichen asiatischen Raum verantwortlich ist."
Desweiteren erinnert Andro Fusina an Richard Hamilton, der der Pop-Art vor fünfzig Jahren mit einer Collage ihren Namen gab.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
The Spectator (Großbritannien), 11.08.2006
Boris Johnson, zufällig in New York geboren, aber so britisch wie Roastbeef und Königin, verkündet, dass er keinen Wert mehr auf seinen amerikanischen Zweitpass legt, weil er gefälligst auch als Brite in die USA einreisen dürfen will. "Welches andere Land besteht darauf, dass man sein Staatsbürger sein muss, nur weil man es sein kann? Stellen Sie sich vor, alle in Großbritannien geborenen Amerikaner dürften nur in dieses Land reisen, wenn sie ihren britischen Pass benutzen. So etwas krankhaft Besitzergreifendes habe ich nicht mehr erlebt seit den Verhandlungen um die EU-Fischfangquoten, als die Iren darauf bestanden, dass der Kabeljau des Atlantiks in seiner Fischseele immer noch irisch sei, auch wenn er längst in portugiesischen Gewässern schwimmt."
Man könne zwar fragen, ob Israels Vorgehen gegen die Hisbollah im Libanon politisch klug ist, meint Paul Robinson, aber vom militärgeschichtlichen Standpunkt aus entspreche Israels Kriegsführung den Standards des gerechten Krieges - und genau der Taktik der Nato gegenüber Serbien 1999. "Die Absicht der israelischen Armee (eine fremde Macht einzugrenzen, indem man ihrer Infrastruktur unwiderruflichen Schaden zufügt), die Ziele (Straßen, Brücken, Fernsehstationen) und die Folgen (angesichts der Länge der Kämpfe ungefähr die gleiche Anzahl an unschuldigen Toten) sind sehr ähnlich. Diejenigen, die Israel jetzt kritisieren, aber die Nato-Schläge guthießen, sollten entweder ihre jetzige Opposition oder ihre damalige Unterstützung überdenken."
Weiteres: David Cameron hat die britischen Tories auf einen israelkritischen Kurs geführt, Fraser Nelson fragt sich, ob es Zufall ist, dass das neue Logo der Partei - ein grüner Baum - aussieht wie die Flagge des Libanon. Und Rod Liddle erklärt Großbritannien für übervölkert.
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
HVG (Ungarn), 09.08.2006
Der konservative Bürgermeister eines Budaer Edelbezirks hat im Oktober 2005 den Opfern des Zweiten Weltkriegs ein Denkmal gestellt. Der riesige Turulvogel stammt aus dem ungarischen heidnischen Mythenkreis, und ist einem Adler ähnlich. Das Denkmal ist umstritten: als Symbol der ungarischen Nazis in den 1930er Jahren und heutiger Rechtspopulisten sei der Turulvogel als Denkmal ziviler Opfer des Zweiten Weltkriegs unakzeptabel. Da er ohne Genehmigung der Hauptstadtverwaltung aufgestellt wurde, muss er jetzt innerhalb von 30 Tagen wieder entfernt werden. Eine konservative Bürgerinitiative will mit einer Menschenkette den Abbau verhindern. Zoltan Horvath fordert trotzdem, dass das Denkmal entfernt wird: "Beim Anblick des Turulvogels befällt viele Budapester ein Unbehagen, weil er nicht nur an die ehrenhafte Geschichte der ungarischen Nation, sondern auch an ein würdeloses Kapitel unserer Geschichte erinnert. Für viele bedeutete diese Zeit Erniedrigung und Lebensgefahr, der Anblick des Denkmals ist für sie einfach unerträglich."
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Le point (Frankreich), 10.08.2006
In seinen Bloc-notes vergleicht Bernard-Henri Levy den Krieg in Nahost mit alten Fotos, auf denen das Bild zunächst verblasst und unscharf erscheine und sich erst mit der Zeit "Schatten, Konturen, Schwarzflächen, Töne und Halbtöne, Kontraste" abzeichneten. Diese Figur dekliniert er an der Hisbollah, dem Libanon, den Palästinensern, dem Iran und dem Islam durch. So habe man natürlich zwar gewusst, dass die Hisbollah im Süden des Landes einen "Staat im Staate" etabliert habe. "Aber so viele Waffen? (...) Dieses unglaubliche Tunnelnetz in den Hügeln? Diese uneinnehmbaren Bunker? Diese Waffenlager in Privathäusern und Moscheen? Das ist die erste Enthüllung dieses Kriegs." Der Libanon, der sich nun offenbart, sei "nicht mehr die Ausnahme, das Wunder, die Oase der Kultur und des Friedens, die uns in unserer Jugend begeistert hat - die moralischen Bomben des Fundamentalismus haben das Land leider entstellt."
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
NZZ Folio (Schweiz), 07.08.2006
Alles Lügen im neuen Folio! Reto U. Schneider besucht die New Yorker Zeitung Weekly World News, die jede Woche 48 Seiten voller Lügen verbreitet - mit Erfolg. "Damals wie heute teilt sich die Leserschaft in zwei gegensätzliche Gruppen. Da sind einerseits Städter, Studenten, Intellektuelle, Künstler, die Weekly World News als surrealistische Sozialsatire lesen und die Schlagzeilen neben Gary-Larson-Cartoons an die Bürotür hängen: 'Nonne will sich von Gott scheiden lassen und verlangt das halbe Universum.' Auf der anderen Seite sind da die Leser in ländlichen Gebieten im Süden der USA, Bewohner von Wohnwagenparks, Verschwörungstheoretiker, religiöse Fundamentalisten, wild entschlossen, an nichts zu zweifeln, was in dieser Zeitung steht."
Constantin Seibt amüsiert sich darüber, wie sein erlogener Brecht-Text von 1979 offizielle Anerkennung erfahren hat ."Zum guten Schluss erschien das gesamte Kernstück von Brechts Fußballtheorie auf Seite 41 im offiziellen 'Kunst- und Kulturprogramm der Bundesregierung Deutschland zur Fifa-WM 2006' (Vorwort: Franz Beckenbauer und der ehemalige Innenminister Otto Schily). Zitiert wurde es unter dem Titel 'Theater muss wie Fußball sein' vom Bundesfilmpreisträger Peter Lohmeyer, dem es nicht zuletzt meine Brecht-Passage über die besondere kritische Qualität des Fußballpublikums angetan hatte: 'So ist auch Kritik Markenzeichen dieses Publikums. Während der Smokingträger in Konzerten oder im Theatersaal aufs Maul sitzt, treffen wir in den Sportstadien auf einen Menschen, der pfeift, raucht, singt, aber nicht jede Darbietung zu ertragen gewillt ist.'" Der Beweis als pdf.
Weiteres: "Niemand hat vor, eine Mauer zu errichten." Christian Ankowitsch präsentiert weltbekannte und weltpolitische Lügen. Martin Lindner untersucht anhand einiger bekannter Fälle, warum Hochstapler sich oft bewusst um Kopf und Kragen lügen. Lügendetektoren haben noch nie funktioniert, stellt Ken Alder in seiner Geschichte des Geräts fest. Im Gespräch mit Gudrun Sachse verteidigt der Undercover-Journalist Günter Wallraff seine Täuschungsmanöver. Sachse erzählt außerdem die Geschichte des ostdeutschen CIA-Agenten Eberhard Fätkenheuer, der auch jetzt nicht ohne Lügen leben kann.
In seiner Duftnote findet Luca Turin die Parfums Balmain "mit verbundenen Händen auf dem Henkerskarren, der sie für immer ins 9. Arrondissement bringt".
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Le Monde diplomatique (Deutschland / Frankreich), 11.08.2006
Neal Ascherson stellt David Blackbourns "The Conquest of Nature: Water, Landscape and the Making of Modern Germany" vor, ein Buch über "das 250 Jahre währende Bemühen der Deutschen, sich ihre Landschaft zu unterwerfen": "An der Art von Historiografie, wie sie Blackbourn vorführt, sind zwei Aspekte entscheidend: Erstens wird der Begriff 'Kulturlandschaft' eingeführt, in dem die strikte Trennung zwischen 'Mensch' und 'Natur' aufgehoben ist... Die zweite originelle Fragestellung besteht darin, dass es nicht nur darum geht, herauszufinden, was die Menschen und die Regierungen ihren Flüssen, Wäldern und Mooren angetan haben, sondern auch darum, zu erforschen, was sie jeweils zu tun glaubten und wie ihr Handeln mit den vorherrschenden Ideologien zusammenhing. Während des größten Teils der von Blackbourn untersuchten Periode (von 1750 bis heute) war die Idee im Schwange, dass man der Natur Fesseln anlegen müsse. Und wichtiger noch: 'In Deutschland stand die 'Eroberung der Natur' in engstem Zusammenhang mit der Eroberung anderer Länder.'"
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
Tygodnik Powszechny (Polen), 07.08.2006
Mit der Nominierung von Wiktor Janukowytsch zum ukrainischen Premierminister hat sich Präsident Juschtschenko auf ein gefährliches Spiel eingelassen, meint Andrzej Brzeziecki. "Wer jetzt vom Verrat der Orangen Revolution und der Ideen vom Unabhängigkeitsplatz spricht, sollte bedenken, dass diese schon längere Zeit hinterfragt werden. Spätestens als sich nach den Wahlen im März die Helden von damals auf peinlichste Art und Weise gezankt haben, statt eine Koalition zu formen. Jetzt musste Juschtschenko den Frosch schlucken, den er selbst mit aufgezogen hat."
Weitere Artikel: Arkadiusz Stempin schreibt über die Schweriner Breker-Ausstellung: "Ob bewusst oder weniger bewusst: Sie entdämonisiert Brekers Werk, indem zum Beispiel die riesigen Ausmaße der Skulpturen verkleinert dargestellt werden. Statt sich des Themas objektiv, mit wissenschaftlicher Distanz anzunehmen wählte man den Aktionismus, für den Preis eines Skandals." Und Anna R. Burzynska hofft auf ein Brecht-Revival in Polen: "Die Faszination der jüngeren Generationen von polnischen Theatermachern für deutsche Kollegen wie Castorf oder Pollesch lässt auch bei uns auf eine Renaissance hoffen - des frühen Brecht vermutlich."
Gazeta Wyborcza | Der Spiegel | The New Yorker | Al Ahram Weekly | London Review of Books | Heti Valasz | Il Foglio | The Spectator | HVG | Le point | NZZ Folio | Le Monde diplomatique | Tygodnik Powszechny | The Guardian
The Guardian (Großbritannien), 12.08.2006
Er ist der Hans Holbein unserer Tage, rühmt Craig Raine den hyperrealistischen australischen Künstler und Bildhauer Ron Mueck, dem die National Galleries of Scotland in der Royal Scottish Academy gerade eine Ausstellung widmen. Großartig, irritierend, anrührend findet Raine die Arbeit "Spooning Couple", ein Meisterwerk aber "Dead Dad": "Gerade seine absolute Vollständigkeit sagt uns, dass etwas fehlt. Leidenschaftslos nimmt der Bildhauer alle delikaten und undelikaten Körperdetails auf - Details die durch ihre Genauigkeit lebendig werden. Nichts fehlt. Sehnen, Zehennägel, das dunkle Haar auf den Waden, das sorgsame graue Haar, der glänzende, bescheidene, unbeschnittene Penis auf vier Uhr - ein Echo auf die Stellung der Daumen... Alles ist noch da, doch etwas Wichtiges fehlt. Die Verkleinerung im Maßstab deutet diesen Verlust an. Der Tod ist leichter als das Leben - 21 Gramm, das Gewicht der Seele und die angebliche Differenz im Körpergewicht vor und nach Eintritt des Todes."
Weitere Artikel: Margaret Drabble erinnert an John Cowper Powys, das fast vergessene Genie der englischen Literatur, einen Autor, der mit "tragischer Grandeur und Alltagswitz über sexuelle Perversionen und eine Tasse Tee" schreiben konnte. Hadley Freeman porträtiert die Autorin Louise Welsh, der man nicht vorschnell die Etiketten "schottisch", "lesbisch" oder "Krimi" anheften sollte. Zum Buch der Woche erhebt Kevin Rushby Jason Roberts' Geschichte eines weitsichtigen Blinden "A Sense of the World". Besprochen werden auch Walter Mosleys neuer Roman "Fortunate Son", Patrick Marnhams Biografie der spät gestarteten Autorin Mary Wesley, "Wild Mary", und William St Clairs Studie "The Grand Slave Emporium".
Archiv: Magazinrundschau
Weniger Glanz, mehr Knirschen
16.03.2010. Die New York Times untersucht den neuen Realitätshunger. In Salon findet Andrzej Stasiuk nur individuelle Realitäten. In der Gazeta Wyborcza ergründet der Ethnologe Tomasz Rakowski die Realität der Armenschächtler. Manchmal sind Realitäten auch austauschbar, lernt El Pais Semanal von der Financial Times. Le Monde diplomatique informiert über den Stand der Verhandlungen zu Acta. Und der New Yorker erlebt die Kulturindustrie in Höchstform. Mehr lesen
Huhn so, Schwein anders
09.03.2010. In Magyar Narancs fordert Agnes Heller mehr Zivilcourage von den Ungarn. Warum konservative Kreise in Ägypten Frauen gern als Bonbons sehen würden, erklärt Mohammed Ali Atassi in Qantara. In Resetdoc sieht Olivier Roy kaum mehr Platz für ein Blatt Papier zwischen christlichen Rechten und säkularen Linken. Im Magazin erklärt der Philosoph Ludwig Hasler - nicht nur - den Schweizern: Wer heute das Mittelmaß bevorzugt, kann morgen nicht Elite erwarten. In Prospect erklärt Jonathan Safran Foer, warum er kein Huhn im Bett wünscht - und auch nicht auf seinem Teller. Die NYT begibt sich auf human-flesh search und findet eine Katzenmörderin. Mehr lesen
Brot, Senf und Baseballspiele
02.03.2010. Der New Yorker erzählt, wie schurkische Fußpfleger um ein Haar Amerikas Gesundheitssystem ruiniert hätten. In Polityka erklärt der Kapuscinski-Biograf Artur Domoslawski, wie man Kapuscinskis Reportagen lesen muss. In Tygodnik fordert Zygmunt Bauman mehr Verständnis für Kapuscinski. Chinas Führung isst grün, berichtet NZZ-Folio. Magyar Narancs erklärt, warum es richtig ist, die Leugnung des Holocaust unter Strafe zu stellen. In Le Point fragt Jorge Semprun: Ist Claude Lanzmann der einzige, der über die Shoah sprechen darf? Wired erzählt, wie Google lernte einen Hot Dog von einem poschierten Hündchen zu unterscheiden. Mehr lesen
Lektionen der Konzeptkunst
23.02.2010. In Eurozine erzählt die transsylvanisch-ungarisch-armenische Schriftstellerin Kinga Kali, was eine "virgjinesthe" ist. Prospect feiert den neuen Star des Kunstmarkts, den argentinischen Maler Guillermo Kuitca. Die Gazeta Wyborcza erklärt, wie junge Menschen das Netz nutzen. Der New Yorker warnt alle Depressiven: lest keine psychologische Literatur. Outlook India lernt im Internet, wie man karnatische Musik spielt. Die London Review empfiehlt: Lachs essen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
201012345678910111220091234567891011122008123456789101112200712345678910111220061234567891011122005123456789101112200412345678910111220031234567891011122002123456789101112
Archiv: Magazinrundschau
Die Gefängnisaufseher fürchten das sehr
16.02.2010. Osteuropa druckt den Briefwechsel zwischen Michail Chodorkowski und Ljudmila Ulitzkaja. The Atlantic lässt sich erklären, warum nicht die Chinesen die größte Bedrohung im Cyberspace sind. Elet es Irodalom fragt, warum sich in Ungarn kaum jemand für die Stasi-Spitzel interessiert. Im New Statesman weiß Tariq Ramadan auch nicht, was ein gemäßigter Muslim ist. Im Nouvel Obs erklärt V.S. Naipaul den Aufstieg Indiens zur Chimäre. Der Guardian untersucht die Salven, die Emily Dickinsons Hirn in ihren Körper schoss. Mehr lesen
Struktur ist Inhalt, Geometrie ist alles
09.02.2010. England, nicht Nigeria gehört auf eine Liste mit Terrorstaaten, ruft der nigerianische Nobelpreisträger für Literatur, Wole Soyinka, in The Daily Beast. In Prospect bittet Tim Berners-Lee: Spielt mit unseren Daten! In Rue 89 erklärt Beppe Grillo, warum er Sarkozy gefährlicher findet als Berlusconi. In Tygodnik Powszechny trauert Stefan Chwin um die polnischen Idealisten. In The Nation erklärt Lawrence Lessig blitzklar, warum Großspenden den Parlamentarismus zerstören. Polityka erzählt, an wen ein Pole sich wendet, wenn er nicht heiraten darf. In Salon spaziert Olga Tokarczuk mit einem Weichselzopf durch Amsterdam. Der Guardian denkt an armenische Frauen, die ihre nackten weichen Brüste an einem Stein reiben. Mehr lesen
Alle Guten sind lustig
02.02.2010. Alle Macht den Garagenfirmen! In Wired feiert Chris Anderson die nächste industrielle Revolution. Im Espresso erklärt Umberto Eco, warum einige Leute immer noch glauben, die Erde sei eine Scheibe. Der Boston Globe besingt sein Kamel - im Nabati-Stil. In El Pais Semanal beklagt der Soziologe Edgar Morin die Trägheit Europas. Outlook India fragt, warum die Aussies die Inder hassen. Odra und Tygodnik diskutieren immer noch den Wert der Freiheit für die Literatur. In open democracy klagt Salome Surabischwili über die welken Blüten der georgischen Rosenrevolution. In Prospect erklärt Martin Amis haargenau, was einen guten Autor ausmacht. Die NYT porträtiert einen waschechten Dschihadisten aus Alabama. Mehr lesen
In die Provinz!
26.01.2010. Das Magazin beschreibt in einer Reportage die zunehmenden Amokdrohungen von Schülern. Der Spectator warnt die Londoner City vor den mörderischen Dominas in der Schweiz. In Sinn und Form erinnert Marc Fumaroli an einen, dessen Name nicht genannt werden darf: Mario Praz. Im New Humanist erinnert sich Laurie Taylor an die heiligen Männer, die ihn als Kind missbrauchten. Der Guardian fragt, warum Piet Mondrian so viel bekannter ist als Theo von Doesburg. Und in der NYRB fragt Garri Kasparow die Schachprogrammierer: Warum seid ihr so uninspiriert? Mehr lesen
Das ist besser als Sex
19.01.2010. Open Democracy erzählt, warum ein Roman des weißrussischen Autors Victor Martinovich wieder aus den Buchhandlungen verschwand. Prospect fürchtet, ein Verbot von Islam4UK könnte die Demokratie in Großbritannien untergraben. Die Gazeta Wyborcza untersucht das Verhältnis von Polen und Juden. Le Monde diplomatique beobachtet die Zerstückelung Afrikas. Und Gerhard Richter beschert The Nation eine Überraschung. Mehr lesen
Eigelb auf der Krawatte
12.01.2010. Der Spectator sagt leise Servus zum Shabby Chic. In Le Monde lehnt Bernard-Henri Levy jede staatlich verordnete Debatte ab. Qantara ahnt, wer an der Misere in den arabischen Ländern schuld ist: der Vater. Im Espresso findet Umberto Eco heutige Tageszeitungen viel zu aufgebläht. The Nation will den Journalismus mit jährlich 30 Milliarden Dollar Subventionen retten. In Tygodnik Powszechny erklärt der Schriftsteller Wojciech Albinski, warum Polen exotisch ist. Der New Yorker entdeckt arabisches Leben in der Literatur. Mehr lesen
Ihr Gewicht war das ideale Gewicht
05.01.2010. In der New York Review of Books fragt Wyatt Mason die Pleiade, warum er nicht den ganzen - und eben auch den antisemitischen - Celine lesen darf. In Tygodnik Powszechny denkt der Soziologe Marek Kucia darüber nach, wie man Auschwitz als Erinnerungsort erhalten kann. In Slate stellt John Maxwell Hamilton die interessantesten Auslandskorrespondenten seit Benjamin Franklin vor. Im Express erinnert Philippe Gavi daran, dass der Prophet Mohammed kein verrückter Killer war. In NZZ Folio wundert sich eine Kalifornierin über die Reinkarnation eines Fabrikarbeiters. Die jüngere Autorengeneration mag nur noch Kuschelsex, klagt die New York Times und ruft nach Philip Roth. Mehr lesen
Verzweifeltes Verlangen nach Licht
29.12.2009. In der New York Review of Books schreibt Tony Judt über seine ALS-Erkrankung. Im Merkur beschreibt Wolfgang Ullrich einen neuen Künstlertypus: den Auftraggeber. Der Economist erzählt, wie Fans Harry Potter weiterschreiben. In Prospect erklärt Cristian Mungiu, warum man über den Kommunismus lachen muss. In Nepszabadsag denkt Peter Nadas über die Krise in Ungarn und ihr mögliches Ende nach. Im NouvelObs erklärt Francis Ford Coppola, warum DVDs kostenlos sein sollten. Eurozine führt ein in die Literatur Litauens. Mehr lesen
Ja, das ist ein Werk
22.12.2009. Wired erzählt, wie James Cameron den Lucas haut. Im Nouvel Obs fetzen sich Alain Finkielkraut und Alain Badiou über Immigration und nationale Identität. Tygodnik Powszechny stellt den Künstler Miroslaw Balka vor. Warum untergrabt ihr die Demokratie?, fragt Andras Bozoki seine Landsleute in Elet es Irodalom. Im The New Statesman erklärt Leo McKinstry, warum die Bombardierung von Coventry eine Inspiration für die britische Luftwaffe war. Die Künstlerin Marina Abramovic erklärt in ArtNews welche Folgen es hat, wenn man nie von Mutter geküsst wird. Mehr lesen
Nicht einmal primär sexuell
15.12.2009. Vanity Fair sucht den Superpartner. Elet es Irodalom liest neue Essays von Imre Kertesz. Outlook India beklagt die Korruption im Journalismus. Der New Yorker liest eine neue Koestler-Biografie. Die nächste Revolution bricht in Frankreich aus, glaubt Nepszabadsag. Der Spectator begegnet auf einer Kostümparty einer Vagina dentata. In The New Republic feiert Moshe Halberthal die sublime Bescheidenheit Amartya Sens. Mehr lesen
Multitasking gedeiht, so wie wir
08.12.2009. Im Wilson Quarterly liebt der Ökonom Tyler Cowen sein Multitasking. Prospect kennt die Monster der Linken. Der Boston Globe entdeckt mit James C. Scott das neue Shangri-La in den Bergen "Zomias". Die Weltwoche empört sich über die Kritik an der Minarett-Abstimmung. Im Nouvel Obs macht sich Pierre Nora Gedanken über den Bestseller. New Criterion weiß, warum die Preise für Pop-Art nicht sinken. NZZ-Folio untersucht Chicken Nuggets. Al Ahram fragt: Was will der politische Islam? Walrus bedauert das erste Opfer von C-58. In Resetdoc erklärt Joseph Massad, den arabischen Homosexuellen zu einer Erfindung des Westens. Mehr lesen



