Nach dem Tod ihrer Mutter kommt Julia, die vorher in München gelebt hat, zu ihrem Vater in eine süditalienische Kleinstadt, wo dieser eine kleine Metallwerkstatt betreibt. Buccorto ist für Julia eine fremde Welt. Als Mädchen wird sie hier bewacht wie ein Kronjuwehl, darf kaum alleine das Haus verlassen. Das ändert sich erst, als sie einen Freund hat, Alessio, der als ihr Besitzer und Beschützer auftritt. Zunächst genießt Julia die ungewohnten Freiheiten - bis ihr klar wird, dass sie erneut in einem goldenen Käfig gelandet ist. Gibt es einen Ausweg für sie?
Konrad Heidkamp zeigt sich sehr beeindruckt von diesem Buch, zumal der Autor es klug vermieden habe, ein Urteil über die "Verschiedenheit der Kulturen" zu fällen, auch wenn die Protagonistin große Schwierigkeiten hat, sich mit den Vorschriften ihrer italienischen Großmutter zu arrangieren. Besonders gefällt Heidkamp, mit welch mitreißender Spannung die Versuche Julias geschildert werden, der häuslichen Enge zu entfliehen, um dabei unversehens in einem neuen Gefängnis landet - dem der "zu frühen Liebe". Geschickt hat Raith diese Problematik nach und nach aufgebaut, findet der Rezensent, so dass man als Leser "bei der kleinsten Fluchtbewegung" Julias mitbangt und mit ansehen muss, wie sie von einer Falle in die nächste tappt. "Spannend wie ein Krimi", lautet das Fazit des Rezensenten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.01.2001
Imke Meier ist sehr angetan von diesem Jugendbuch, in dem es ein deutsches Mädchen in ein traditionsgebundenes italienisches Dorf verschlägt. Dort muss sich sich in der fremden Kultur und deren gesellschaftlichen Reglementierungen zurecht finden. Die Rezensentin charakterisiert das Buch als "Entwicklungsroman", in dem die Protagonistin sich von "äußeren Abhängigkeiten" löst und ihren eigenen Weg geht. Meier findet den Jugendroman sowohl "spannend" als auch wegen der starken, überzeugenden Protagonistin zur Identifikation geeignet und preist ihn als "gute Unterhaltung", in der auch "ein Schuss Gesellschaftskritik" enthalten ist.
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