Wie viele Dinge sich im Laufe des Lebens und der Generationen ansammeln - das erste Kuscheltier, Liebes- und Abschiedsbriefe, Mamas Pelz, Papas Fotos aus dem Krieg, die Kollektion der Lippenstifte, ein alter Gartenhut, gilbe Dokumente, das gute Kristall. Bleibt alles übrig, wenn wir gehen. Vorbeugendes Aufräumen? Sich "sterbefein machen", wie die Bayern sagen? Schafft kaum einer und warum auch?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.10.2019
Anlass zu diesem Buch der Zeit-Autorin Susanne Mayer gegeben, war die Aufgabe der Villa ihrer Eltern, die sie ausräumen musste, erzählt Rezensentin Frauke Meyer-Gosau. Anhand der vielen Dinge im Haushalt, angesammelt und vergessen, hat die Autorin der Kritikerin zufolge festgestellt, wie wenig sie die Menschen, mit denen sie aufgewachsen ist, eigentlich kannte: Was genau hat der Vater eigentlich im Zweiten Weltkrieg getan? Und hat die Mutter den kleinen Brillantring vielleicht vom Finger einer verkohlten Leiche in den Trümmern eines Nachbarhauses gezogen? Anstatt aber zu einer Anklage zu werden, biete das Buch einen faszinierenden Überblick, woraus ein halbes Jahrhundert lang "das sogenannte gutbürgerliche Leben" bestand, erklärt die Kritikerin: Kittelschürze, Tschaikowsky und "Captain's-Diner-Kleider" inklusive.
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