Sabine Neumann treibt in ihren Erzählungen ein raffiniertes Spiel mit den Geschlechterrollen, erzählt in ihren abgründigen Beziehungsgeschichten vom Verliebtsein, von Liebe, die zu Haß wird, von Abhängigkeiten, Ausbruchsversuchen und Versöhnungen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.02.2001
Wenn es nach Manuela Reichart ginge, so kann die Autorin gut und gerne "zum neuen literarischen Sprachrohr ihrer Generation" werden. Besonders gut hat der Rezensentin die Erzählung gefallen, in der es um das leidige Thema der Putz-Zuständigkeit in Beziehungen geht - nur sind diesmal die Rollen vertauscht: der Mann hat den Putzfimmel, die Frau hasst das Saubermachen. Reichart gefällt es, wie die Autorin anhand dieses Themas mit großer Genauigkeit psychologische Mechanismen aufzeigt, die aus einer Liebesbeziehung eine eingefahrene, biedere Angelegenheit machen, in der die hehren Ideale von einst bestenfalls einer nach außen zur Schau gestellten "Aufgeräumtheit" weichen. Das Anwachsen einer zunächst latenten Spannung (der Mann sieht seine Putz-Leistung nicht ausreichend gewürdigt, grollt, es fallen Sätze wie `du machst nie...`, `wenn ich so wie du` etc.) bis zum "point of no return", wo selbst ein Mord denkbar wäre, sieht die Rezensentin hier "eindrucksvoll" eingefangen. Insgesamt ein Band, in dem es viel um Sehnsucht, Stagnation und unerfüllte Hoffnungen in Beziehungen geht, so Reichart.
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