Hatje Cantz Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783775763837 Gebunden, 296 Seiten, 28,00
EUR
Klappentext
Michael Werner gehört zu den international einflussreichsten Galeristen der Nachkriegszeit. Seine erste Ausstellung 1963 wurde zum Skandal, ebenso wie viele danach. Doch es ging ihm nie um Provokation als Selbstzweck, sondern stets um die Möglichkeiten der Kunst, sich festgefügten Strukturen zu widersetzen und eine eigene Wirklichkeit zu behaupten.In diesem Buch erzählt Werner von seiner Kindheit im Zweiten Weltkrieg und von den Mühen, seinen Weg zu finden. Er berichtet von Künstlern, mit denen er arbeitete, stritt, spektakulär scheiterte und große Erfolge erzielte. Seine Darstellungen bilden, zusammen mit Fotografien und Dokumenten, nicht nur ein eindrucksvolles Zeitzeugnis, sie zeigen auch, dass die damals aufgebrochenen künstlerischen Spannungen noch längst nicht auserzählt sind.
Für den Rezensenten Florian Illies ist dieser Gesprächsband ein Fest. Und dabei handelt es sich bei diesem Memoirenband nicht mal um die spannende Biografie von Galeristenlegende Michael Werner. Vielmehr geht es um die Kunst, von der Werner voller Leidenschaft zu berichten weiß, freut sich Illies, der sich hier mit dem Autor an Baselitz' große Skandalausstellung in den Sechzigern oder die Kölner und Berliner Kunstszene der Siebziger und Achtziger erinnert: "Erhellendes und Verstörendes" weiß Werner von Richter, Lüpertz, Immendorf, Kiefer, Polke oder Penck zu berichten, was auch an dem "klugen", an Heiner Müller geschulten Interviewer, dem Kunsthistoriker Nils Emmerichs liegt, so Illies. Denn der konfrontiert Werner immer wieder mit "unbequemen Wahrheiten", um dessen "sperrigen Widerspruchsgeist" herauszukitzeln, freut sich der Kritiker, der nicht zuletzt über Werners stupendes Wissen staunt.
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