Alles fing an mit Grace Kelly. Sie sprach den Off-Text zu Robert Dornhelms erstem Film, der 1977 für den Oscar nominiert wurde. Alles fing an in einem kleinen Haus, das Dornhelm für Michael Köhlmeier in Hollywood gemietet hatte, damit er Filmstoffe entwickle. Mehr als vierzig Jahre sind sie befreundet, der österreichische Regisseur mit rumänischen Wurzeln und der Schriftsteller. Jetzt haben sie sich 13 Tage lang Zeit genommen, um einander ihre Geschichten zu erzählen, Geschichten zum Weinen komisch und zum Lachen traurig: über Herkunft und Ankunft, über Kapitalisten und Kommunisten, über schöne Mütter und abwesende Väter und immer wieder über Filme, Schauspielerinnen, Bücher.
Rezensent Oliver Jungen schwebt freudig durch diesen biographischen Roman über den österreichischen Regisseuren Robert Dornhelm. Die Basis dafür stellten zahlreiche Gespräche zwischen dem Regisseuren und dem überaus produktiven Köhlmeier, der bereits zwei Drehbücher für Dornhelm verfasste. In Köhlmeiers leichtfüßig-intellektuellem Stil liest Jungen von den ungarisch-rumänischen Wurzeln des Regisseurs, von seinem reichen Großvater und seinem inhaftierten, ihm fremd gebliebenen Vater. "Mündlich und assoziativ" verwebt der Text diese Erinnerungen gekonnt mit Überlegungen zu Dornhelms Ästhetik, der sich stets an einer Mischung aus Poesie und Dokumentation versuchte, erfährt Jungen. Unter den zahlreichen Anekdoten, die aus Dornhelm sprudeln, befinden sich laut Jungen auch weniger glaubwürdige, darunter die Begegnung mit einem echten Geist. Doch selbst die liest der Kritiker nicht als ehrliche Bekenntnisse, sondern als gut erzählte Legenden, die zur träumerischen, ihn an Fellini erinnernden Stimmung des Textes passen.
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