Mit 1427 farbigen Abbildungen. Deutsch und Englisch, übersetzt von Otmar Lichtenwörther. Gott hat kein Museum: Johannes Rauchenberger nimmt dieses Desiderat in der aktuellen Museumslandschaft zum Anlass, ein solches zu bauen - mit Werken nicht der musealisierten Vergangenheit, sondern ausschließlich der aktuellen Gegenwart, die mit Eckdaten wie Globalisierung, Medialisierung, Säkularisierung, Fundamentalismus und Radikalisierung abgesteckt ist. Doch Vorsicht: dieses Museum gibt es nicht als Bauwerk. Der Autor entwirft mit dem vorliegenden Projekt vielmehr ein Museum, das es allein in konkreten Werken gibt: das hier erstmals breit vorgestellte KULTUMdepot realisiert sich einzig in Form von Ausstellungen. Als Kurator gruppiert Rauchenberger in zehn thematisch ausgerichteten Räumen in den letzten 20 Jahren gezeigte Werke von Künstlerinnen und Künstlern neu und führt seine Besucherinnen und Besucher durch ein imaginäres Museum. "Werktexte" führen in die Arbeiten ein, Künstlerinterviews vertiefen die spezifische Sicht. In zehn Essays werden die gezeigten Werke zu Fragen der Religion am Beginn des neuen Jahrtausends in Beziehung gesetzt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.07.2015
Rezensent Dirk Pilz kann Johannes Rauchenbergers dreibändiges Werk "Gott hat kein Museum" nur dringend empfehlen. Denn der Kritiker wandert hier durch ein verdienstvolles "virtuelles Museum", lernt in den Werken der etwa hundert vertretenen Künstler des beginnenden 21. Jahrhunderts, dass Gott ganz und gar nicht tot ist und liest darüber hinaus mit großem Interesse die kurzen Künstlerporträts, Interviews und aufschlussreichen Essays. Dabei schreibt der Kurator und Kunstwissenschaftler nie missionarisch, aber stets informativ, lobt der Kritiker.
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