Aus dem Kanadischen von Sylke Hachmeister. Tommy ist ratlos. Wer hat den Vater seines besten Freunds zusammengeschlagen? Eine tolle Mischung aus Zeitgeschichte und Krimi. Bis der Täter schließlich entlarvt ist, erfährt man eine Menge aus dem Ottawa der 40er Jahre.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Monika Klutzny beschäftigt sich in einer Sammelkritik mit Kinderkrimis und hat auf diesem Gebiet viel Schlechtes, aber auch einiges Vielversprechende gefunden.
1) Ronald M. Hahn: "Geheimnis um Haus Finsterwald" in "Geheimtipp Krimikiste 2".
Dieses Buch greift die Rezensentin als Beispiel für die vielen "billigen Stories" heraus, die ihrer Ansicht nach den Großteil des Genres ausmachen. Schon die Namen der Hauptpersonen empfindet sie als Zumutung und sie mokiert sich über das "Schema F", nach dem der Autor seine Geschichte gestrickt hat. Der Krimi sei wenig spannend und die Versuche des Autors, sein Buch aufzuwerten, indem er die "humorlosen Feinde von Unterhaltungsliteratur" karikiere, findet sie schlicht lächerlich.
2) Paul Shipton: "Die Wanze"
Paul Shiptons Insektenkrimi dagegen bedenkt die Rezensentin mit höchstem Lob. "Spannend und lustig" findet sie die Geschichte, und sie lobt das Buch als gleichermaßen "intelligent" wie unterhaltsam. Der Autor untergrabe zudem durch "subtile Selbstironie" gängige Schemata, freut sich Klutzny.
3) Brian Doyle: "Der Mann mit der Maske"
Diesen Jugendkrimi rechnet die Rezensentin zu den "ernsthafteren" Varianten des Genres. Die Handlung, die im Kanada der Nachkriegszeit in einer multikulturellen Gemeinschaft spielt, habe ein "sehr aktuelles Thema", das der Autor in "lakonischem Tonfall" entwickele, lobt Klutzny. Sie findet, dass besonders die Hauptfigur und ihre Konflikte sehr "überzeugend" geschildert sind, während sie in dem Bösewicht der Geschichte allzu viele Klischees versammelt sieht.
4) Richard Burnie: "Meisterdieb"
Von diesem Bilderbuchkrimi ist Klutzny richtig begeistert, und sie lobt die detaillierten "Wimmelbilder", die den Blick in Häuser und Räume eröffnen. Das Buch habe eine außerordentliche "Anziehungskraft" und zwinge den Betrachter, der sich der spannenden Suche nach dem "Meisterdieb" gar nicht entziehen könne, in seinen Bann.
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