Perlentaucher - Das Kulturmagazin

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zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Blicken Sie ins Dunkel

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst.

Lettre International (Deutschland), 01.12.2011

Bild zum ArtikelMarschieren die Ungarn geradewegs auf einen autoritär-nationalistischen Staat zu, der sich, kaum hat er sie gewonnen, der Demokratie auch schon wieder entledigt? Peter Nadas legt in langen, luziden Sätzen die Schichten der ungarischen Gesellschaft frei, die sich nach "150 Jahren türkischem Sultanat, 300 Jahren österreichischer Kaiserherrschaft, einigen harten Monate deutscher Besatzung im Verbund mit den ungarischen Pfeilkreuzlern und vierzig Jahren sowjetischer Diktatur" gebildet haben und heute die Herausbildung eines demokratischen Geistes so erschweren. Und doch ist er für die Zukunft nicht pessimistisch: "Wenn jemand angesichts der unheilverkündenden Zeichen meint, in Ungarn sei jetzt die Zeit des starken, totalen, diktatorischen, allmächtigen Staates angebrochen, dann irrt er, denn er muss sich mit einer langweiligen, im wesentlichen kleinbäuerlich-autoritären Herrschaft begnügen: Achten Sie bitte auf die Hand des Zauberers oder blicken Sie ins Dunkel. In der traditionellen Logik der ungarischen Gesellschaftsentwicklung hat die Modernisierung seit mehr als 200 Jahren Vorrang, und es besteht trotz der riskanten Politik der Nationalkonservativen [um Viktor Orban] Hoffnung auf einen erfolgreichen Abschluss des Modernisierungsprozesses. Ich verstehe, dass das schmerzlich ist für Sozialisten und Liberale, welche die Modernisierung gern als ihre ureigene Sache sähen; für mich hingegen ist die chronische Blindheit der Sozialisten und Liberalen schmerzlich." Hier ein Auszug aus Nadas' Essay.


Georg Stefan Troller erinnert sich an bedeutende Fotografen, die er kennengelernt hat, zum Beispiel Man Ray, der er in Zusammenhang mit einem Film rund um Hemingways Memoirenband "Paris - ein Fest fürs Leben" interviewte: "'Have fun and hunt for liberty', diesen Satz sollten wir immerhin bringen über ihn und ihn ansonsten in Ruhe lassen. Aber natürlich fällt ihm gerade jetzt noch etwas ein, das er unbedingt drin haben möchte: 'Auch das mit der verlorenen Generation habe ich nie ganz kapiert. Ich hielt mich eher für die gefundene!' Und mit plötzlicher Eingebung: 'La generation trouvee. Also der Zufallsfund, den man spornstreichs zum Konzept umfunktioniert.' Das alles in dem ordinären näselnden Brooklyn-Dialekt." Hier der Auszug.

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The New Statesman (Großbritannien), 16.12.2011

Bild zum ArtikelGanz aus dem Häuschen ist Slavoj Zizek von Ralph Fiennes' "Coriolanus"-Verfilmung, die ihm zwei Dinge zeigte: Das Stück ist besser als Hamlet, und Coriolanus gar kein fanatischer Militarist, sondern ein radikaler Freiheitskämpfer!: "Ja, Coriolanus ist eine Mordmaschine, ein perfekter Soldat, aber er ist nicht an eine feste Klasse gebunden, er kann sich auch den Unterdrückten in den Dienst stellen. Wie Che Guevara es ausgedrückt hat: 'Hass ist ein Element des Kampfes; rücksichtsloser Hass auf den Feind treibt uns über die natürlichen Grenzen des Menschseins und verwandelt uns in effiziente, gewalttätige, ausgewählte und kalte Killermaschinen. So müssen unsere Soldaten sein; ein Volk ohne Hass kann einen brutalen Feind nicht besiegen.'" (Und Arno Breker soll ihn in Stein hauen!)


Jason Cowley wird in seinem Nachruf auf Christopher Hitchens, der im New Statesman seine Journalistenkarriere begann, nicht unhöflich, bleibt aber kühl: "Hitchens war vieles zugleich: Polemiker, Reporter, Autor, Rhetoriker, militanter Atheist, Trinker, Name-dopper, Erzähler. Er war auch ein Absolutist. Er mochte es, ein klares Ziel ins Visier zu nehmen und drauflos zu feuern; er wusste, wogegen er schreiben wollte und tat dies mit all der Kraft und Macht seiner formidablen Gelehrsamkeit und Eloquenz."

Zu lesen ist ein kurzer Auszug aus dem letzten Interview, das Richard Dawkins mit seinem atheistischen Mitstreiter Hitchens führte.

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L'Espresso (Italien), 16.12.2011

Bild zum ArtikelDavid Letterman gibt es jetzt auch im italienischen Fernsehen, und Umberto Eco empfiehlt die Talkshow als Schnellkurs zum Wesen des Durchschnittsamerikaners. "Lettermann ist in diesem Sinne kein Vertreter der amerikanischen Intelligenz, sondern jener großen Masse, die im Zentrum des Kontinents lebt und Zeitungen liest, die von der Geburt eines Kalbs mit zwei Köpfen im Bezirk berichten und wo der Rest des Planeten nur in vagen Andeutungen erwähnt wird, wo die New York Times nicht ausgeliefert wird oder wo man sie nur an einigen wenigen Stellen kaufen kann (...) Vor einigen Jahren schmeckte auf einer Konferenz in Florenz einer Person, die im Pentagon oder im Weißen Haus arbeitete, ich weiß es nicht mehr genau, beim Mittagessen ein Fisch ganz hervorragend, und nachdem sie hörte, dass er aus dem Mittelmeer stammte, kam die Frage, ob das ein 'salt lake', also ein salziger See sei." (Ach, Umberto, ja es gibt Hinterwäldler in den USA. Aber die NYT gibt es jetzt doch auch im Internet! Und in Kalabrien gibt es genügend Zeitgenossen, die noch nie was vom Great Salt Lake gehört haben.)

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The Guardian (Großbritannien), 17.12.2011

Julian Barnes hatte noch nie vom Europäischen Buchpreis gehört, bis er vor einem Monat gebeten wurde, als diesjähriger Präsident der Jury zu fungieren. Alles in allem hatte er Spaß mit seinen französischen und belgischen Kollegen: "Manchmal waren wir allerdings etwas verwirrt von der Unschärfe der Kategorien. Ich fragte einen französischen Journalisten in der Jury, ob er mir erklären könne, was genau als Essai gelte. Er lächelte pariserisch: 'Das ist eine Kategorie für Intellektuelle.'" Mit dem Preis für den besten Essai wurde dann die polnische Journalistin Anna Bikont ausgezeichnet, die über das Massaker von Jedwabne schrieb. Der Preis für den besten Roman ging an den deutschen Autor Maxim Leo für "Haltet Euer Herz bereit". Der Buchpreis wurde übrigens, wie man auch aus diesem Artikel erfährt, von Jacques Delors begründet.


Der Schriftsteller Ian McEwan erzählt, wie er Christopher Hitchens in dessen letzten Lebenswochen bei einem Besuch im Krankenhaus in Houston erlebt hat: Schreibend natürlich, an einem langen Stück über Chesterton: "Stellen Sie sich diese Kombination vor: Chronische Schmerzen, schwach wie ein Kätzchen, runtergezogen vom Morphium, dann das Gewirr von Theologie und Politik während der Reformation, Chestertons romantisches Fantasie-England..., mit dem Christopher aufräumen wollte. Von Zeit zu Zeit sank sein Kopf, seine Augen waren geschlossen, dann weckte er sich mit übermenschlicher Anstrengung selbst wieder auf, um noch eine Zeile zu schreiben. Sein gutes Gedächtnis  kam ihm zupass, denn er hatte nicht all die üblichen Bücher zur Hand. Wenn die Kritik herauskommt, lesen Sie sie."

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Elet es Irodalom (Ungarn), 16.12.2011

Bild zum ArtikelVor wenigen Tagen ist in Budapest ein Essayband ("Szemben az arral" - "Gegen die Strömung") von Adam Michnik erschienen, dem Herausgeber der linksliberalen polnischen Tageszeitung Gazeta Wyborcza. Aus diesem Anlass sprach der ungarische Publizist und Polonist, Andras Palyi, der die Essays von Michnik für das Buch zusammengestellt und übersetzt hat, mit Michnik. Auf Palyis Frage, was der Nährboden des im Buch beschriebenen neuen Populismus ist, antwortet Michnik: "Es wird immer deutlicher, dass die gewohnte Grenze zwischen Links und Rechts verschwindet, die Gesellschaft von heute ist anders gegliedert. Die Nostalgie nach dem Kommunismus verflicht sich zunehmend mit den Phrasen des leidenschaftlichen Antikommunismus, die radikale Rechte versteht sich immer öfter mit den Vertretern des konservativen kommunistischen Parteibetons, die natürlich auch vor manchem Opportunismus nicht zurückschrecken. Wir sind Zeugen einer gewissen kapitalismusfeindlichen Gemütswelle - besonders in Polen, aber nicht nur dort -, die die Wurzel allen Übels in den Neureichen, in den Oligarchen sieht. Womit ich nicht sagen will, dass die Oligarchen Heilige sind, ganz im Gegenteil, aber diese Logik des Affekts, diese vielsagende Suche nach dem Sündenbock, die mit der Infragestellung der rechtsstaatlichen Grundlagen und der Geringschätzung der Demokratie einhergeht, mit der Überzeugung, dass wir irgendwie ausgeraubt wurden und es unser natürliches Recht ist, die Diebe zur Rechenschaft zu ziehen - all das ist stets die Wiege des totalitären Denkens gewesen und ist es auch heute."

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The Economist (Großbritannien), 17.12.2011

Bild zum ArtikelDie größten Proteste seit den frühen Neunzigern in Russland markieren diesem Artikel zufolge die Geburt einer russischen Bürgerschaft: "Eine Phase wirtschaftlichen Wachstums hat Russlands Mittelschicht zahlenmäßig wachsen und aktiver werden lassen. Sie umfasst nun etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung (...). Nachdem sie etwa das westliche Konsumniveau erreicht hat, fordert sie Respekt, unabhängige Gerichte, eine gesetzeskonforme Polizei, sowie eine gute Gesundheitsversorgung, Bildung und intelligentes Fernsehen. Sie ist Putins überdrüssig und sucht nach einer wirklichen politischen Repräsentation."


Weiterhin erfährt man, was für ein Geschäftsmann Albrecht Dürer war, dass Martin Luther ein Social-Media-Pionier war, auf welche Weisen sich die Schwarmintelligenz von Fußgängermassen erforschen lässt, was es mit dem Higgs-Teilchen auf sich hat, das womöglich im CERN gefunden wurde, und welchen Zweck die menschliche Körperbehaarung hat. Daneben werden eine Ausstellung im Pariser Museum Jacquemart-Andre mit Arbeiten von Fra Angelico, sowie eine Ausstellung im Florentiner Fondazione Palazzo Strozzi über Boticcelli und seine Bankiers empfohlen.

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nonfiction.fr (Frankreich), 18.12.2011

Hm, ob hiesige Globalisierungskritiker diese Überlegungen nachvollziehen könnten? In nonfiction.fr fragt ein Autor, dessen Name nicht zu finden ist: "Was wäre, wenn die Menschen dieser Welt sich frei bewegen dürften?" Zwei neuere Bücher haben ihn zu dieser Frage inspiriert. Es sei nicht mehr akzeptabel, "die Bewegungen von Menschen zu begrenzen, während Waren und Geld ohne jede Beschränkung zirkulieren dürfen. Wir müssen zu einem System zurückkehren, in dem der Mensch vor den Gütern und den Märkten steht. Der Konnex zwischen Migration und und Entwicklung zeigt, wie sehr Migration von den Regierungen als Instrument wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung und als Hebel für eine globale Verbesserung des menschlichen Schicksals begriffen werden muss. Jenseits eines utopischen Denkens ist es an der Zeit, die Migration aus dem Prisma eines bloßen Sicherheitsdenkens zu rücken und die Augen für den realen Beitrag der Migranten für ihre Heimat- und für ihre Gastländer zu öffnen." Zumindest solange, bis die Gewerkschaften protestieren!

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Prospect (Großbritannien), 14.12.2011

Bild zum ArtikelViele große amerikanische Schriftsteller wenden sich derzeit wieder der Kurzgeschichte zu, beobachtet Ruth Franklin anlässlich der Veröffentlichung zweier Anthologien und sieht damit die Form nach einer brachen Dekade neu heranreifen: "Liest man heute die ersten Ausgaben des Magazins McSweeney's aus den Jahren 1998 und 1999, in denen offenbar nichts ernst genommen wurde, so ist das wie eine Zeitreise in die irrationale Ausgelassenheit jener Jahre. Jetzt, knapp über ein Jahrzehnt später, befindet sich Amerika - und damit Amerikas Belletristik - an einem gänzlich anderen Ort. Die fortlaufend steigende Angst hierzulande weckt ein Bedürfnis nach Literatur, die sich mit 'wichtigen und moralisch aufgeladenen' Themen befasst - sowohl in der langen Form des narrativen Journalismus, als auch in den Kurzgeschichten, die man immer noch dazwischen gestreut finden kann. Wer möchte auch schon nach einer Fotostrecke aus Abu Ghraib oder einem investigativen Artikel über Gefängnisse des CIA auf eine weitere, unbekümmerte Fingerübung in Ironie stoßen? Die Experimentalisten der 90er Jahre waren für das folgende Jahrzehnt ganz einfach nicht gewappnet."


Weiteres: Rachel Aspden trifft in Ägypten die koptische Christin Samia, die skeptisch abwartend in die Zukunft ihres Landes blickt (und schon jetzt nur zwei Drittel des Lohns ihrer muslimischen Kollegen verdient). James Maxintyre verbringt die Nacht im Londoner Occupy-Camp vor St. Paul's.

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Archiv: Magazinrundschau

Liebe, Revolution und Verrat

22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen

Nur Geld wird nie müde

15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor.  Mehr lesen

Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft

08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen

Wie eine Tulpe in der Wüste

01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Und sagen kein Wort

24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy.  Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen

Um die Prinzessin zu retten

17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen

Preziöser Puritanismus

10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen

Sun Tzu trifft John Locke

03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen

Etwas wie die Frauenrechte

27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen

Hübsch hässlich

20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen

Die Kunst der Kalt-Akquise

13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen

Drei Millionen an Sevcik

06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen

Frauen an der Front

28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen

Herz aus Bronze

21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen

Wir müssen noch modern werden

14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen

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