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Essay

Der Kitt und die Losigkeit

Von Guido Graf

24.05.2013. Aus Anlass einer Tagung in Hildesheim: Ideen zu einem neuen Literaturbetrieb.

Den Literaturbetrieb gibt es nicht mehr. Manche fragen sich gar, ob es ihn überhaupt je gegeben hat. Literaturbetrieb hieß bislang: Bücher. Und jetzt: Literatur und literarische Kreativität. Heute wird nicht mehr mitgeteilt, es wird geteilt: Teilen selbst bedeutet nichts, es ist auch schlicht nichts. Es kommt nur darauf an, dass und was weitergegeben wird.

Im Nachhinein und vor allem von außen betrachtet erscheint der Literaturbetrieb fest gefügter als er es zu seiner vermeintlichen Blütezeit je gewesen ist. Je deutlicher wird, dass sich die Bedingungen literarischer Öffentlichkeit verändern, umso mehr wollen die Betriebsratsvorsitzenden an den Resten der alten Strukturen festhalten.

Anstatt jedoch ausschließlich Mängel und Fehlentwicklungen zu beschreiben - so zutreffend diese Beschreibungen in jedem Einzelfall auch sein mögen -, könnte es hilfreicher sein, wenn man genauer anschaut, was es bereits Neues gibt, was möglich ist, wie das Vorläufige und Instabile unserer Unsicherheiten zur Voraussetzung der Erneuerung wird. Wir können dann überlegen, wie wir uns das, was Literaturbetrieb genannt wird (immer noch), als eine Gemeinschaft vorstellen können, in der alle Akteure - die Leser, Autoren, Lektoren, Buchhändler, Verleger, Praktikanten, Kritiker, Vertriebsfachleute und Öffentlichkeitsarbeiter und so weiter - direkter als bisher miteinander kommunizieren und so zu besseren, weil für alle befriedigenderen Ergebnissen kommen.

Eine Zukunft des Literaturbetriebs als Gemeinschaft lässt sich also vermutlich nicht länger im Bild einer Zwangsgemeinschaft vorstellen. Um eine Alternative nicht gleich als Hirngespinst entlarven zu lassen, lohnt die Auseiandersetzung mit der sinnstiftenden Idee, die einst jedenfalls den Literaturbetrieb getragen haben soll. Das leistet unter anderem eine Geschichtsschreibung des Literaturbetriebs, die beispielsweise Walter Höllerer in seiner multifunktionalen Rolle als Literaturvermittler, Kritiker und auch Autor wiederentdeckt. Und zur gleichen Zeit muss sich der Literaturbetrieb mit der Erosion seiner vermeintlichen Fundamente auseinandersetzen.

Worin diese Erosion im Einzelnen besteht ist schon oft beschrieben worden. Die Familie scheint in alle Winde verstreut: die Umwälzungen der Verlagslandschaft, die Zeitungskrise, das Verschwinden von Sendeplätzen in Radio und TV, die Urheberrechtsdebatte, der mediale Wandel von Lesen und Schreiben, die Marginalisierung der traditionellen Literaturkritik und sofort. Der Kitt, der das Familienbild des Literaturbetriebs mal zusammengehalten hat, ist mürbe geworden oder schon ganz aus den Fugen gefallen.

Um den realen Herausforderungen (wie können Verlage, Autoren oder der Buchhandel überhaupt noch existieren? Oder: wie kann die sich rasend schnell entwickelnde Vielfalt an medialen Optionen produktiv für das Lesen und Schreiben von Literatur genutzt werden?) begegnen zu können, wird Nostalgiekultur vermutlich nicht ausreichen. Genauso wenig aber hilft es, alle Gemeinschaftlichkeit schlicht für überflüssig zu erklären. Die üblichen Antagonismen von Euphorie und Verderben lassen solche Zukunftsfragen meist größer aussehen als unbedingt notwendig. Statt gleich von der Zukunft der Literatur oder dem Ende der Literaturkritik und ähnlichen Konflikten zu reden, die in diesen rhetorischen Größenordnungen schnell alttestamentarische Dimensionen bekommen, geht es ja vielleicht auch eine Nummer kleiner.

Tatsächlich haben wir es ja auch nicht mit dem Literaturbetrieb zu tun, mit einer wie auch immer an ihren Rändern unscharfen Gemeinschaft, sondern mit vielen verschiedenen Gemeinschaften. Sie alle verfolgen unterschiedliche Interessen. Manche sind relativ stabil und institutionalisiert (wie zum Beispiel Verlage, Redaktionen, Literaturhäuser), etliche sind von eher flüchtiger Gestalt (Leser, Publikum). Dass die Tendenz zu instabilen, vorläufigen, temporären Gemeinschaften neigt, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Eine optimistische Sichtweise dieser Entwicklung verspricht sich davon erhebliche Innovationsdynamik. Doch ist das keineswegs ein Selbstläufer. Viele Gemeinschaften wie etwa Lesecommunitys und ähnliche Netzwerke versuchen sich einzuigeln, andere verausgaben sich beim Kampf um Deutungshoheit und verwechseln Innovation mit Ideologisierung.

Während dessen sorgen die technologischen und derzeit vor allem die ökonomischen Entwicklungen ungerührt für weitere Erschütterungen. Als die großen Filialisten in Innenstadtlagen sich niederließen und etliche Buchhändler mit ihren neuen Konzepten in Bedrängnis brachten, gab es ähnliche Debatten wie jetzt zur wachsenden Marktmacht von Amazon und den Turbulenzen, die das wiederum für die einstigen Filialistenplatzhirsche bedeutet. Jedes Mal gibt es Solidarisierungen für diejenigen, die weichen müssen, und Debatten, die das Für und Wider dieser Entwicklungen bewerten.

Gemeinschaften bilden und lösen sich, manchmal auch nur auf der Beobachterebene. Je größer die existenzielle Abhängigkeit der Beteiligten, umso schwerer fällt es ihnen, sich neuen Gegebenheiten anzupassen oder gar in eine andere, neue Richtung zu gehen. Denn das setzt voraus, nicht nur die eigene Gemeinschaft wahrzunehmen, sondern auch die Veränderungen, denen andere ausgesetzt sind - und zwar aus deren Perspektive.

Was sich noch mit Kommunikation und Community-Building anfangen lässt, kann man jetzt schon und vermutlich bald mehr anhand der Plattform Lovelybooks beobachten, die ebenso zum Holtzbrinck-Konzern gehört wie etwa die Verlage S. Fischer oder Rowohlt. Vielleicht wird ja in Buchinhalte demnächst nicht nur eingegriffen, wenn Amazon zu gut wegkommt, sondern auch, weil noch andere aus dem Verlag als die Zuständigen für das Online-Marketing Lovelybooks oder andere Social-Reading-Plattformen nutzen.


Verlage könnten auf die Idee kommen, Projekte wie Guttenplag für sich zu nutzen. Faktenchecks und Korrektorat wären in einer Community vermutlich bestens aufgehoben. Doch tatsächlich wäre so ein Schwarmverfahren für Autoren und Autorengruppen besser geeignet, um die Idee für eine Publikation zu verwirklichen. Denn es funktioniert nur, wenn die Beteiligten unabhängig voneinander Materialien und Informationen sammeln. Irgendwer wird dann immer noch Entscheidungen treffen müssen - Gemeinschaften sind ja keine egalitären Partizipationsparadiese, sondern arbeiten durchaus mit Hierarchien. Doch Entscheidungen als Teil eines selbstorganisierten Prozesses sehen anders aus, als wenn gleich zu Anfang jemand Diversität ignoriert und nach wie auch immer gearteten Qualitätskriterien eine Entscheidung trifft. Und, wohlgemerkt: wir reden hier über das Beispiel eines Publikationsprozesses, nicht (oder jedenfalls noch nicht) über die Entstehung eines Romans.

Ein ganzer Verlag könnte so funktionieren: jeder kann eine Idee einreichen, einen Vorschlag machen, ein Exposé abgeben. Für jede Einreichung wird eine geringe Gebühr erhoben, um zumindest den gröbsten Quatsch außen vor zu halten. Mitglieder der Verlags-Community stimmen über die eingereichten Exposés ab, diskutieren und kommentieren. Die Favoriten dieser ersten Sondierung gelangen eine Stufe weiter in die Entwurfsphase. Nun müssen Probekapitel geschrieben, Arbeitsproben geliefert werden. Die Hürde ist deutlich höher und in dieser Runde werden sich schon nicht mehr so viele beteiligen (können). Welcher Entwurf dann tatsächlich zum Beispiel als Buch produziert wird, ist wiederum Resultat eines Votings. Auch über Titel, Werbestrategie, Ausstattung wird abgestimmt. Der ganze Vorgang kombiniert diverse Spielideen, die von der Konkurrenz unterschiedlicher Optimierungsstrategien leben. Es geht um Einfluss, nicht um Kontrolle. Auch die Erlöse werden vergemeinschaftet (hier kann übrigens auch das gute alte Mittel der Subskription zum Zuge kommen). Und wem das bekannt vorkommt, war vermutlich schon mal bei Quirky unterwegs, einer Plattform für DIY-Produkte.

Für belletristische Bücher haben Autoren wie Mark Z. Danielewski oder Michel Houellebecq die Mitarbeit von Lesern (Danielewski, "Only Revolutions"), beziehungsweise das Gemeinschaftsprojekt Wikipedia genutzt (Houellebecq, "Karte und Gebiet"), um ihre Bücher schreiben zu können. Viel Beachtung hat zuletzt der Journalist Dirk von Gehlen mit seinem Buchprojekt "Eine neue Version ist verfügbar" bekommen. Gehlen hat ein Sachbuch geschrieben und hat es über die Crowdfunding-Plattform Startnext finanziert. Dafür hat er unter anderem mit Videos seine Idee skizziert und um Unterstützung geworben. Mit vielen kleinen und wenigen größeren Beträgen von zahlreichen Interessierten war im vergangenen Herbst die avisierte Summe überraschend schnell erreicht. Gehlen ging es um die Frage: "Wie verändert die Digitalisierung unsere Vorstellung von Büchern?" Seine Antwort lautet: "Sie macht sie flüssig, sie macht Kunst und Kultur zu Software." Der Clou seines Projektes ist aber nicht nur der interessante Gegenstand, den spannend in einem Essay diskutieren zu können Gehlen als ausgewiesener Experte schon an anderer Stelle bewiesen hat. Der Impuls, der eine Gemeinschaft stiften konnte, die Mittel zur Finanzierung bereitstellt, lag vielmehr noch in der Umsetzung, die alle Spender von Anfang an in den Schreib- und Entstehungsprozess mit einbezogen hat. Das Thema wurde zur Praxis und jeder konnte selbst entscheiden, wie weit er an dieser Praxis teilhaben wollte. Alle anderen werden dann ganz traditionell das Buch lesen können, wenn es im Herbst erscheint.

Vor wenigen Wochen erst veranstaltete das Forum Zukunft des Börsenvereins des deutschen Buchhandels in Frankfurt das erste "Buchcamp", ein partizipatives Treffen von Akteuren aus ganz verschiedenen Feldern der Buchbranche. Allein Autoren waren beim Buchcamp nirgends anzutreffen. Die Teilnehmer der Konferenz suchten sich die Themen, über die sie diskutieren wollten, selbst erst vor Ort aus. Ebenso wenig überraschend wie bezeichnend war eine wichtige Frage gleich zu Anfang: "Wie müsste ein Börsenverein aussehen, wenn man ihn heute gründen würde?" Partizipation, Vernetzung, Austausch lauteten auch hier die Antworten.

Eine Chance könnte sein, das Beispiel Dirk von Gehlens aufzugreifen und eine Plattform zu gründen, die vor allem der Literatur und der Vermittlung von Literatur dient. Warum sollte so eine Initiative nicht gerade vom Börsenverein ausgehen können? Weil er damit die Interessen seiner Mitglieder konterkarieren würde? Für solche Ängste gibt es, das zeigt das Beispiel von "Eine neue Version ist verfügbar" eigentlich sehr deutlich, keinen Grund. Ganz im Gegenteil ist das Risiko gering, die Chancen dagegen, die so initiiert werden könnten, groß. Das Interesse einer Standesvereinigung könnte ja auch sein, eine Gründungskultur zu fördern. Etwas wie Kickstarter, Startnext oder wie ähnliche Initiativen mehr, extra für die Buchbranche, könnte da einen wichtigen Schritt bedeuten. Es ist ja nicht so, dass es nicht längst genug Beispiele gibt für solcherart Eigensinn, so unterschiedlich die Motive jeweils auch sein mögen. Dass es etwa eine Buchhandlung wie Ocelot [ocelot.de] in der Berliner Brunnenstraße geben kann, kommt vielen immer noch ausgesprochen unwahrscheinlich vor. Dass der radikale Eigensinn von Urs Engelers ohne ISBN erscheinenden roughbooks die spannendste Gegenwartsdichtung hervorbringt erscheint dagegen fast schon folgerichtig. Auch hier spielt die Gemeinschaft eine entscheidende Rolle: über das Abo der schmalen Bände und für die Autoren, die statt Honorar ihre Bücher bekommen.


Diejenigen, die Texte schreiben, können selbst produzieren, sicher - aber auch Self-publishing funktioniert nicht ohne Community. So wie professionelle Software aus Open-Source-Projekten entsteht, mit Wikipedia eine hervorragende Enzyklopädie verfügbar gemacht wird, die qualitativ den traditionellen Enzyklopädien in nichts mehr nachstehen muss, oder wie mittlerweile aus der sogenannten Maker-Bewegung immer mehr hochwertige, perfekt funktionierende Produkte entstehen, für die früher allein die Industrie zuständig war - so können auch Bücher gemacht werden: geschrieben, finanziert und beworben. Autoren und Leser produzieren gemeinsam, was sie interessant finden, worüber sie diskutieren wollen.

Vor allem finanzstarke Medienunternehmen haben diese Ideen natürlich längst aufgegriffen und setzen Strategien des transmedialen Storytellings und der Gamifizierung ein, um ihre Produkte über die Community-Idee zu vertreiben. Doch das lässt sich auch gut mit den Mitteln der Schwarmfinanzierung angehen und zudem auf weitere Bereiche wie etwa der Literaturvermittlung übertragen. Lesungen, Festivals, auch ein Literaturhaus könnten von einer solchen Vergemeinschaftung profitieren. Gerade diese Institutionen besitzen ein großes soziales Kapital, das sie nicht wirklich nutzen. "Vergemeinschaftung" in diesem Zusammenhang bedeutet eben nicht Sozialisierung im Sinne von Enteignung, sondern Öffnung, Dynamik, Identifikation.

Kleiner Literaturbetriebskatechismus zum Schluss: Diejenigen, die Teil einer solchen Gemeinschaft sind, hören nie auf zu lernen. Sie arbeiten nicht nur an den Sachen, die sie allein betreffen. Sie akzeptieren keinen status quo. Sie sind an Nachhaltigkeit interessiert, an Loyalität und Engagement. Sie nutzen jede Gelegenheit, andere zu unterstützen. Denn sie erinnern sich an die Zeit, als sie diese Möglichkeit noch nicht wahrgenommen haben. Jetzt aber sind sie mehr an Einfluss als an Geld interessiert. Sie kommunizieren sehr viel. Sie bevorzugen die Lang-, nicht die Kurzstrecke. Egal wie weit entfernt das Ziel gerade ist, sie machen nur einen Schritt nach dem anderen. Und für sie gibt es kein Problem, das sich nicht bewältigen ließe.

Guido Graf

Bild zum ArtikelWie Partizipation und Kollaboration in Literaturvermittlung neu zu definieren sind, versucht eine Tagung in Hildesheim herauszufinden. 30 Studierende der Universität Hildesheim, die sich mit Kreativem Schreiben, Kulturjournalismus und Kulturwissenschaften beschäftigen, haben seit Oktober 2012 LiteraturFutur konzipiert, geplant und organisiert. Sie suchen nach neuen Formen der Literaturvermittlung unter digitalen Bedingungen, fragen danach wie sich Schreiben, Publizieren und Lesen verändern und literarische Kommunikation in Zukunft aussehen wird.
Mit dabei sind: Kathrin Passig, Simone Kornappel, Jo Lendle, Rabea Edel, Gesine von Prittwitz, Johannes Ismaiel-Wendt, Karla Paul, Hauke Hückstädt, Sascha Lobo, Alexander Vieß, Kai Splittgerber, Daniela Seel, Stefan Mesch, Laura Klatt und das Ensemble "Text, Drugs & Rock'n'Roll".



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